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Ermittlungen in alle Richtungen

Freitag, 26. August 2005, 12:36 Uhr
Nordhausen (nnz). Nicht nur in Sollstedt wird derzeit gerätselt, wie es zu dem schrecklichen Unglück vom Mittwoch kommen konnte. Auch die nnz ist dieser Frage nachgegangen und ist auf einige Merkwürdigkeiten gestoßen.


Wie immer bei solchen Unglücken, wird natürlich in alle Richtungen ermittelt. Will heißen, mögliche Ursachen sind menschliches Versagen, ein technischer Defekt oder beides im tragischen Zusammenspiel. Kommen wir zur technischen Seite.

Wie das Bundespolizeiamt Halle gestern offiziell mitteilte ist es Tatsache, dass es an dem betroffenen Bahnübergang seit mehreren Tagen Bauarbeiten gab. Nicht mitgeteilt wurde, dass am Mittwoch ein Kabel zum Bahnübergang beschädigt worden sein soll. In diesem Kabelbaum könnte die Steuerungstechnik für die Schrankenanlage integriert gewesen sein, wissen Insider zu berichten. Doch bei der Bahn AG soll es immer noch einen zweite Absicherung für derartige Fälle geben. Wenn die Schranken nicht geschlossen gewesen sind, dann hätte der Regionalexpress 26097 eigentlich gar nicht im Bahnhof Sollstedt abfahren dürfen.

Wie der nnz bekannt ist, soll Konzerintern auch gegen den am Mittwochabend diensthabenden Fahrdienstleiter in Sollstedt eine Untersuchung angelaufen sein. Der ist zum Beispiel auch für die richtige Stellung von Weichen und Signalen zuständig. Auch die Mühlhäuser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Mann aufgenommen. Wegen fahrlässiger Tötung. Frei von jeglicher Schuld könnte nach nnz-Informationen der Personal des Zuges sein. Der Lokführer aus Halle sei zwar erst mit einem so genannten Ersatzsignal in Sollstedt losgefahren, doch dagegen sei nichts einzuwenden, hat die nnz erfahren.
Autor: nnz

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