Unter sich
Freitag, 26. August 2005, 08:33 Uhr
Nordhausen (nnz). Alljährlich lädt die SPD des Landkreises Nordhausen Ende August an den KWU-Kiesteich nach Nordhausen ein. Dann ist offiziell Sommerfest angesagt. Eigentlich aber war es eher ein Herbstfest. Das lag nicht nur an den Temperaturen.
Unter sich (Foto: nnz)
Der aufmerksame und unbedarfte Beobachter hätte schon den Eindruck bekommen können, die PDS wäre unter sich. Vom Alter her betrachtet. Natürlich aber gibt es Unterschiede und auf die wurde in den Gesprächen hingewiesen. Die Linken wollten doch keine Verantwortung übernehmen, hieß es da und Bundestagskandidat Manuel Müller aus dem Eichsfeld schwor die sozialdemokratische Gemeinde bei Rostbratwurst und Schwarzbier auf den 18. September ein. Zwar weiß Müller, dass er im Wahlkreis 190 nur eine Außenseiterchance hat, doch die SPD könne die Wahl vielleicht noch reißen. Vielleicht!
Eigentlich könnte der Herr Müller einem richtig Leid tun. Den Weg an den Kiesteich hatte er wohl noch gefunden, im Landkreis Nordhausen ist er aber nicht so richtig angekommen. So war Müller am vergangenen Wochenende allein im Landkreis unterwegs. Auf dem Nordhäuser Gesundheitsmarkt wurde er zwar kurzzeitig von Manfred Breitrück begleitet, doch auf der Burgruine Hohnstein war er dann nur noch solo auszumachen. Befragt man die Sozialdemokraten nach dieser Erscheinung, so heben die nur ihre Schultern, verweisen aber darauf, dass man sich in Unterstützerlisten eingetragen habe. Eine Anfrage seitens des Kandidaten hätte zum Beispiel Prof. Baumann nicht erhalten.
Doch zurück zum sommerlichen Herbstfest. Da wurde Ex-Bürgermeister Klaus Wahlbuhl noch einmal durch seinen Ortsverein gedankt für seine Arbeit im Rathaus. Wahlbuhl kann sich derzeit seinen Enkeln widmen, das, so meinte er zur nnz, sei fast genauso stressig wie eine Dienstwoche in der Verwaltung. Kann es eigentlich nicht sein, denn der Dauerraucher Wahlbuhl ist zum Gelegenheitsraucher mutiert.
Und natürlich wurde auch über die große Politik debattiert. Die in Berlin. Man könnte fast meinen, die lokale SPD wäre froh, wenn in Berlin in den kommenden vier Jahren eine schwarz-gelbe Koalition das Land regieren würde. Für viele an der Sozibasis ist die Große Koalition ein Alptraumszenario, in dessen Mittelpunkt das Aufreiben der Sozialdemokratie zwischen einem Anhängsel der Merkel-Regierung und der Linkspartei.PDS stehen würde.
Warum also überhaupt Wahlkampf machen? Fragen nach politischer Wahlkampfprominenz in Nordhausen wurden mit einem Kopfschütteln und einem bemitleidenswerten Blick in Richtung des Kandidaten beantwortet. Der Manuel Müller sei zwar rhetorisch sehr gut, doch ob er das Spiegelbild eines wählbaren Sozialdemokraten ist, das wollte die Sommerfest feiernde Basis nicht klar beantworten. Der eine oder andere hatte wohl auch den mobilen Untersatz des Jungunternehmers aus dem Eichsfeld gesehen...
Autor: nnz
Unter sich (Foto: nnz)
Der aufmerksame und unbedarfte Beobachter hätte schon den Eindruck bekommen können, die PDS wäre unter sich. Vom Alter her betrachtet. Natürlich aber gibt es Unterschiede und auf die wurde in den Gesprächen hingewiesen. Die Linken wollten doch keine Verantwortung übernehmen, hieß es da und Bundestagskandidat Manuel Müller aus dem Eichsfeld schwor die sozialdemokratische Gemeinde bei Rostbratwurst und Schwarzbier auf den 18. September ein. Zwar weiß Müller, dass er im Wahlkreis 190 nur eine Außenseiterchance hat, doch die SPD könne die Wahl vielleicht noch reißen. Vielleicht!Eigentlich könnte der Herr Müller einem richtig Leid tun. Den Weg an den Kiesteich hatte er wohl noch gefunden, im Landkreis Nordhausen ist er aber nicht so richtig angekommen. So war Müller am vergangenen Wochenende allein im Landkreis unterwegs. Auf dem Nordhäuser Gesundheitsmarkt wurde er zwar kurzzeitig von Manfred Breitrück begleitet, doch auf der Burgruine Hohnstein war er dann nur noch solo auszumachen. Befragt man die Sozialdemokraten nach dieser Erscheinung, so heben die nur ihre Schultern, verweisen aber darauf, dass man sich in Unterstützerlisten eingetragen habe. Eine Anfrage seitens des Kandidaten hätte zum Beispiel Prof. Baumann nicht erhalten.
Doch zurück zum sommerlichen Herbstfest. Da wurde Ex-Bürgermeister Klaus Wahlbuhl noch einmal durch seinen Ortsverein gedankt für seine Arbeit im Rathaus. Wahlbuhl kann sich derzeit seinen Enkeln widmen, das, so meinte er zur nnz, sei fast genauso stressig wie eine Dienstwoche in der Verwaltung. Kann es eigentlich nicht sein, denn der Dauerraucher Wahlbuhl ist zum Gelegenheitsraucher mutiert.
Und natürlich wurde auch über die große Politik debattiert. Die in Berlin. Man könnte fast meinen, die lokale SPD wäre froh, wenn in Berlin in den kommenden vier Jahren eine schwarz-gelbe Koalition das Land regieren würde. Für viele an der Sozibasis ist die Große Koalition ein Alptraumszenario, in dessen Mittelpunkt das Aufreiben der Sozialdemokratie zwischen einem Anhängsel der Merkel-Regierung und der Linkspartei.PDS stehen würde.
Warum also überhaupt Wahlkampf machen? Fragen nach politischer Wahlkampfprominenz in Nordhausen wurden mit einem Kopfschütteln und einem bemitleidenswerten Blick in Richtung des Kandidaten beantwortet. Der Manuel Müller sei zwar rhetorisch sehr gut, doch ob er das Spiegelbild eines wählbaren Sozialdemokraten ist, das wollte die Sommerfest feiernde Basis nicht klar beantworten. Der eine oder andere hatte wohl auch den mobilen Untersatz des Jungunternehmers aus dem Eichsfeld gesehen...
