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nnz-Reihe über Menschen in der Corona-Krise

„Wir machen Nordhausen fit“

Donnerstag, 25. Februar 2021, 12:00 Uhr
Der Nordhäuser Tobias Rödiger und seine Partnerin Antonia Buchmann betreiben eine Kampfkunstschule in der Kreisstadt. Das war knapp zehn Jahre ein erfolgreiches Angebot, doch nun hat auch „You Fight.Move.Unitiy“ unter dem Dauerlockdown arg zu leiden und verlegt sich auf online-Kurse. Eine Bestandsaufnahme von Olaf Schulze

Körperbeherrschung und Fitness  stehen im Vordergrund (Foto: T.Rödiger) Körperbeherrschung und Fitness stehen im Vordergrund (Foto: T.Rödiger)

Selbstverteidigung durch Stärkung von Handlungs- und Bewegungskompetenz ist die Maxime der kleinen Nordhäuser Kampfsportschule „You Fight.Move.Unitiy“. Hauptsächlich für Kinder, aber auch für Jugendliche, und erwachsene Frauen und Männer ist das Training angelegt. Inzwischen sind Tobias und Antonia auch feste Partner für Firmen und Behörden auf dem Gebiet der Selbstverteidigung, deren Projekte sich vor allem gegen Gewalt an richtet.

Dabei kann Tobias Rödiger mit seiner dreißigjährigen Erfahrung im Kampfsport und über 15-jähriger Anstellung als Ermittlungs- und Vollzugsbeamter aus einem reichhaltigen Reservoir schöpfen. „Wir wollen Menschen unterstützen über sich hinaus zuwachsen, sich durchzubeißen und nicht nur physische sondern auch mentale Stärken zu entwickeln und auszuprägen“, sagt er im Gespräch mit der nnz. „Durch eine gute Fitness entwickelt sich zusätzliches Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen.“,

Und so thematisiert das Training vordergründig die Einstellung zum eigenen Körper und zum Leben allgemein. Dieser wichtige Beitrag zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung bei (vor allem bei den Kids) hilft bei Konfliktlösung und sorgt für Aufmerksamkeit.

Doch in der Corona-Krise haben sich die Schwerpunkte verschoben, erzählt Rödiger, es gehe jetzt eher weg von Selbstverteidigung hin zur Stärkung des Körpers.
Mentale und körperliche Fitness, „sich nicht hängenlassen“ und gemeinsam weiter an sich zu arbeiten sind die Herausforderungen der Stunde.
Die digitalen Angebote, die von den beiden Trainern derzeit betrieben werden, ermöglichen es auch den Eltern sich zu Hause am Training online zu beteiligen.

„You Fight.Move.Unity“ hat seit dem ersten Lockdown vor Jahresfrist starke Umsatzeinbußen, über 40 Prozent der aktiven Mitglieder hat dien Schule in einem Jahr verloren, die Werbung von neuen Kunden und Mitgliedern blieb völlig auf der Strecke. „Ausschließlich die Gunst der verbliebenen Mitglieder hat uns über die vergangenen Monate gerettet, jetzt wird es jedoch langsam finster“, beschreibt Tobias Rödiger die Situation.

„Im ersten sowie jetzt im zweiten Lockdown haben wir den Versuch gestartet mit Onlinetrainig die Mitglieder zu halten. Auch wir hatten ein Infektionsschutzkonzept und können sämtliche Kontakte lückenlos nachverfolgen, die Sportler können im Training mit festen Partnern arbeiten.“ Genutzt hat das alles nichts, die Sportstätten bleiben weiterhin verschlossen, der Trainingsbetrieb untersagt.

„Vor allem die Kids und Jugendlichen haben große Schwierigkeiten durch die veränderten und teilweise verlorenen Strukturen, sie verlieren durch die Beschränkungsmaßnahmen die Lust und den Bezug zur Kampfkunst“, bedauert der Trainer.

Entmutigen lassen sich Antonia und Tobias deshalb Auber nicht und starten immer wieder Aktionen in der Corona-Zeit wie ihre Six-Pack-Challenge oder zusätzliche Angebote zu bereits vor Corona etablierten Klassen im Bereich der Fitnessübungen.

Training vor der Videowand mit zugeschalteten Teilnehmern  (Foto: T.Rödiger) Training vor der Videowand mit zugeschalteten Teilnehmern (Foto: T.Rödiger)

„Mit der aktuellen Aktion am Freitag "Wir machen Nordhausen fit“ um 18:30 wollen wir allen Mut machen, nicht aufzugeben und wieder etwas für sich zu tun. Die wachsende Community zeigt uns, dass es die Leute da draußen gibt. Jene, die sich nicht mit dem Stillstand abgefunden haben, sondern weitermachen und an sich arbeiten.“, glaubt Rödiger und umreißt sein Konzept: „Hier kommen unsere Mottos wieder exemplarisch zum Tragen. Fight soll nicht nur für den Kampfsport als solchen stehen, sondern für die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und sich Konflikten zu stellen. Uns ist dabei jedoch nicht nur der Einzelne wichtig, sondern alles im Kontext zur Gemeinschaft. Wir wollen der Anonymisierung in der Gesellschaft entgegenwirken und die soziale Kompetenz aller stärken. Move steht für das Arbeiten an der Bewegungskompetenz und natürlich generell das Fortkommen und nicht verharren.“

Am Freitag um 18.30 Uhr präsentiert sich die Kampfkunstschule „You Fight.Move.Unity.“ auf der Homepage www.you-unity.com mit ihrem Trainingsangebot „Wir machen Nordhausen fit“. Schauen Sie doch mal rein!
Olaf Schulze
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