PETA: Entscheidung nicht nachvollziehbar
Verfahren wegen Tierquälerei eingestellt
Dienstag, 09. Februar 2021, 19:44 Uhr
Im Juli vergangenen Jahres veröffentlichte PETA ein Video, in dem zu sehen ist, wie Kinder in Nordhausen dem hilflosen Familienhund über 20 Mal mit einem Metallnapf auf den Kopf schlagen und ihn treten. Zu dem Vorfall gibt es nun eine Entscheidung, die laut PETA nicht nachvollziehbar sei...
Die Tierrechtsorganisation erstattete damals Strafanzeige gegen den Vater als verantwortliche Aufsichtsperson. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde nun eingestellt. Die Begründung: Dem Video ließe sich nicht entnehmen, dass der Familienvater es unterlassen hat, den Hund vor den Kindern zu schützen. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen führte in ihrem Bescheid vom 2. Februar auch aus, dass eine quälerische Tiermisshandlung nach Paragraf 17 Nr. 2b des Tierschutzgesetzes nicht vorläge und durch die Ermittlungen keine erheblichen Schmerzen oder Leiden bei dem Hund festgestellt werden konnten.
Jana Hoger, PETAs Fachreferentin für tierische Mitbewohner, kommentiert: Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft macht uns fassungslos und ist nicht nachvollziehbar. Die Ermittlungsbehörde stützt sich bei ihrer Aussage im Wesentlichen auf tierärztliche Untersuchungen zu späteren Zeitpunkten, bei denen keine Verletzungen oder Verhaltensauffälligkeiten festgestellt worden seien – doch selbst ein Laie kann dem Video entnehmen, dass der arme Hund in der Situation extrem und länger andauernd leidet und die Schläge massive Qualen bedeuten."
Wenn selbst über 20 Schläge auf den Kopf eines Hundes von der Staatsanwaltschaft nicht als erhebliches Leiden anerkannt werden, müsse man sich nicht wundern, wenn Tierquäler in Deutschland immer mehr Oberwasser haben, weil sie keine juristischen Konsequenzen zu befürchten haben, kritisiert die PETA-Vertreterin. "Wir prüfen daher nun den Bescheid und werden gegebenenfalls Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft einreichen. Es wird Zeit, Tierschutzdelikte nicht länger wie Lappalien zu behandeln, sondern geltende Gesetze und die juristischen Möglichkeiten konsequent anzuwenden. Wer Tiere quält, belässt es nachweislich selten dabei. Daher ist es umso wichtiger, Kindern schon frühzeitig Empathie und einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen zu vermitteln.
Jana Hoger
Autor: redDie Tierrechtsorganisation erstattete damals Strafanzeige gegen den Vater als verantwortliche Aufsichtsperson. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde nun eingestellt. Die Begründung: Dem Video ließe sich nicht entnehmen, dass der Familienvater es unterlassen hat, den Hund vor den Kindern zu schützen. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen führte in ihrem Bescheid vom 2. Februar auch aus, dass eine quälerische Tiermisshandlung nach Paragraf 17 Nr. 2b des Tierschutzgesetzes nicht vorläge und durch die Ermittlungen keine erheblichen Schmerzen oder Leiden bei dem Hund festgestellt werden konnten.
Jana Hoger, PETAs Fachreferentin für tierische Mitbewohner, kommentiert: Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft macht uns fassungslos und ist nicht nachvollziehbar. Die Ermittlungsbehörde stützt sich bei ihrer Aussage im Wesentlichen auf tierärztliche Untersuchungen zu späteren Zeitpunkten, bei denen keine Verletzungen oder Verhaltensauffälligkeiten festgestellt worden seien – doch selbst ein Laie kann dem Video entnehmen, dass der arme Hund in der Situation extrem und länger andauernd leidet und die Schläge massive Qualen bedeuten."
Wenn selbst über 20 Schläge auf den Kopf eines Hundes von der Staatsanwaltschaft nicht als erhebliches Leiden anerkannt werden, müsse man sich nicht wundern, wenn Tierquäler in Deutschland immer mehr Oberwasser haben, weil sie keine juristischen Konsequenzen zu befürchten haben, kritisiert die PETA-Vertreterin. "Wir prüfen daher nun den Bescheid und werden gegebenenfalls Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft einreichen. Es wird Zeit, Tierschutzdelikte nicht länger wie Lappalien zu behandeln, sondern geltende Gesetze und die juristischen Möglichkeiten konsequent anzuwenden. Wer Tiere quält, belässt es nachweislich selten dabei. Daher ist es umso wichtiger, Kindern schon frühzeitig Empathie und einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen zu vermitteln.
Jana Hoger
