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Neues vom Thüringer HC

Zweimal EHF Europa League in der Salza-Halle

Donnerstag, 04. Februar 2021, 17:30 Uhr
Nach dem überraschenden, aber auch verdienten Sieg über den Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim muss der THC wieder in der EHF European League ran. In der heimischen Salza-Halle empfängt die Mannschaft am Samstag, 14 Uhr, und Sonntag, 12 Uhr, die starken Norwegerinnen gleich für Hin- und Rückspiel...

Der gestrige Sieg lässt wieder Hoffnung keimen, dass die diesjährige Europatour nicht die vorläufig letzte des THC sein muss.

Rückblick:
Die Zweifler waren in der Mehrzahl und teilweise belächelte man den Optimismus von Herbert Müller. Irgendwie hatte der Trainerfuchs es geschafft, in wenigen Trainingseinheiten aus einer „verunsicherten Mädchen Gang“ eine schlagkräftige, angriffslustige, kompakt deckende, auf Sieg fokussierte THC-Handballmannschaft zu formieren. Die stellte sich dem, zugegebenerweise durch Coronaausfälle und Quarantäne gebeutelten Titelaspiranten couragiert entgegen. Den Kampf um die Deutsche Meisterschaft verhagelte der THC dem Rivalen erst einmal gründlich. Dortmund scheint nun uneinholbar auf Meisterschaftskurs. Aber das ist nicht die Baustelle des THC. Der hat „die Saison längst nicht aufgegeben“, wie es Herbert Müller so treffend verkündete.

Mit dem Sieg steht fest: Im Kampf um die Plätze für die Teilnahme an EHF-Wettbewerben ist mit dem THC noch zu rechnen. Dafür darf der exzellente Auftritt keine Eintagsfliege sein. „Bei dem Spiel hat es vorn wie hinten gestimmt, ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Wir haben es dieses Mal geschafft, in den entscheidenden Phasen dranzubleiben, nicht wegzubrechen, um dann in der Crunchtime das Spiel in unsere Richtung zu biegen“, lautet Herbert Müllers Fazit. Zwei gut haltende Torhüterinnen, die in den schwierigen Momenten den Bietigheimerinnen freie Hundertprozenter abnahmen, eine geschlossene, aufmerksame und kompakte Deckung und eine überragende Kerstin Kündig waren der Schlüssel zum Erfolg. Die Schweizerin zerrte an den Ketten, ging mutig ins Eins-gegen-eins, riss dabei Lücken, flog förmlich durch Wände, als ginge es um Leben und Tod. An ihrer Seite funktionierte das Spiel auf die Flügel und so blieben dort die Tore nicht aus. Die streng bewachte Marketa Jerabkova war dieses Mal nicht die Torkanone, aber als es darauf ankam, machte sie mit Nervenstärke von der Strafwurflinie alles klar.

Zum Spiel:
In der EHF European League-Gruppe C, hat der THC erst ein Spiel absolviert und unterlag in eigener Halle gegen Astrachanotschka 22:29. Die Russinnen führen die Gruppe nach drei Spielen mit vier Punkten an. Die Niederlage kassierten sie in Storhamar (28:33) gegen eben jene Mannschaft, auf die der THC am Wochenende trifft. Die Norwegerinnen haben indes das erste Spiel bei CS Minaur Baia Mare (ROM) mit 29:33 verloren.
Storhamar Handball Elite ist nach Vipers Kristiansand der derzeit zweitstärkste Klub im Land der aktuellen Handball-Europameisterinnen. Zur Saison-Halbzeit führt Storhamar ungeschlagen die norwegische Tabelle vor Vipers Kristiansand an. Beide Mannschaften spielen noch gegeneinander.

Am Rande: Larvik HK, der norwegische Klub, auf den der THC schon oft in der EHF Champions League traf, ist derzeit mit einem Punkt Tabellenletzter. Die Stärke des norwegischen Frauenhandballs steht nicht infrage. Norwegen, Frankreich und in jüngster Zeit die Niederlande bestimmen das Weltniveau bei den Damen.
Nichtsdestotrotz, die THC-Frauen freuen sich auf die internationale Herausforderung. Sie ist eine Chance, aus einer Außenseiterrolle heraus Selbstbewusstsein zu zeigen, sich internationaler Extraklasse zu stellen, weiter am Profil und der Konstanz des Teams zu arbeiten ohne den Druck, das Spiel um jeden Preis gewinnen zu müssen.

Für Marie Skurtveit Davidsen wird es eine besondere Freude sein, auf ihre Mannschaftskameradinnen der norwegischen Nationalmannschaft, mit denen sie jüngst in Dänemark bei der Europameisterschaft als Ersatztorhüterin im Team war, zu treffen.

Zum Kader:
Wie gehabt, die langzeitverletzten Meike Schmelzer, Ines Khouildi und Lydia Jakubisova werden das Spiel von Außen anschauen. Bei der gebürtigen Slowakin dauert es noch zwei Wochen, bis sie wieder ins Spielgeschehen einsteigen kann. Alle anderen Spielerinnen sind am Wochenende einsatzbereit.
HaJo Steinbach/Bernd Hohnstein
Autor: red

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