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Erwachtes Theater

Montag, 22. August 2005, 13:19 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Theaterferien sind vorbei, so langsam herrscht wieder Geschäftigkeit im Haus an der Promenade. Was die Interessierten im September im Musentempel geboten wird, das hat jetzt die nnz erfahren.


Musikalischer Spielzeitauftakt
Hier kommen sie: die großen musikalischen Höhepunkte der Spielzeit 2005/2006! 14 Premieren in allen Sparten wird das Theater Nordhausen seinen Besuchern in der neuen Spielzeit anbieten, von denen nicht wenige der Musiktheaterwerke ausgesprochene Publikumslieblinge sind. Dazu zählt nicht nur die weltweit am häufigsten aufgeführte Oper, Georges Bizets „Carmen“, sondern u.a. auch Jacques Offenbachs Operette „Die schöne Helena“ und Giacomo Puccinis Oper „Madame Butterfly“. Zur Operngala wurden einige der bekanntesten Arien ausgewählt, um den Besuchern einen Ausblick auf die neuen Inszenierungen zu geben. Das Auftrittslied des Toreros Escamillo gehört ebenso zur Auswahl wie Butterflys sehnsüchtiges „Un bel di vedremo“.
Langjährige Ensemblemitglieder und neuengagierte Künstler werden das von GMD Hiroaki Masuda geleitete Programm, bei dem das Loh-Orchester spielt, gestalten. In der Moderation von Intendant Lars Tietje und Chefdramaturgin Anja Eisner wird viel über die neuen Inszenierungen und natürlich auch über die Künstler zu erfahren sein.
Operngala: 23. September, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen


Carmen
Oper in drei Akten von Georges Bizet

Als am 3. März 1875 die Oper „Carmen“ ihre Uraufführung erlebte, musste ihr Komponist Georges Bizet viele musikalische Kompromisse zulassen, um den Gegebenheiten des Uraufführungstheaters Rechnung zu tragen. Nach Bizets Tod – nur wenige Monate später – setzte sich sogar eine in allen Belangen abgeschwächte, den Rezeptionsgewohnheiten angepasste Fassung als Welterfolg durch.

Die neue Inszenierung am Theater Nordhausen beruft sich auf Bizets Original. In ihm wechseln geschlossene Musiknummern mit Dialogen, die die spannende Handlung um die andalusische Zigeunerin Carmen und den baskischen Soldaten José geschickt vorantreiben.

Die Zigarettenarbeiterin Carmen lebt bedingungslos. Der von seinen Lebensnormen gemaßregelte José ist von ihr so fasziniert, dass er seinen Schatten überspringt und vom Soldaten zum Schmuggler an Carmens Seite wird. Doch auch von José lässt sich Carmen nicht vereinnahmen. Dem spanischen Nationalschauspiel – dem Stierkampf – gleich, muss die Begegnung Carmens mit José unter der sengenden Hitze Sevillas tödlich enden. Die Inszenierung von Kerstin Weiß wird in einem Bühnenbild von Frank Olle wie unter einem Vergrößerungsglas die Geschichte der Figuren erzählen. Die Kostüme von Marie-Luise Lichtenthal bedienen den Schauplatz Spanien.
Musikalische Leitung: Hiroaki Masuda
Inszenierung: Kerstin Weiß
Bühne: Frank Olle
Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal

Zuniga Robert McLoud, Morales Daniel Shay/Pascal Hufschmid, Don José Gilbert Mata, Escamillo Thomas Kohl, Dancairo Jürgen-Dietmar Kühn, Remendado Rob Pitcher/Matthias Heubusch, Frasquita Brigitte Roth, Mercedes Andra Fischer-Poerschke, Carmen Anja Daniela Wagner, Micaela Sabine Blanchard
Opernchor, Extra- und Kinderchor des Theaters Nordhausen,
Loh-Orchester Sondershausen


Premiere: 9. September, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen


BallettAufTakt
Der BallettAufTakt 2005 vereint die besten Eigenschaften einer Gala, einer Werkstatt und einer Talk-Show auf sich. Die Ballettkompanie des Theaters Nordhausen, die sich in der letzten Spielzeit in die Herzen der Besucher tanzen konnte, ist in ihrer aktuellen Zusammensetzung für die Saison 2005/2006 das Thema des BallettAufTakts.

Zur Einstimmung auf kommende Tanzabende werden die Künstler die schönsten Ausschnitte aus dem Repertoire zeigen, so dass es zur Wiederbegegnung mit „Generation 80ies“, mit der „Macht der Bilder“ und „Tuesday 3 O’Clock“ kommen wird. Bereits einen Ausblick auf die Ballettpremiere im Oktober gewähren Szenen aus dem klassischen Ballett „Coppélia“.

Neben den Choreographien des Nordhäuser Balletts stehen zum BallettAufTakt vor allem die Mitglieder der Kompanie im Mittelpunkt. Mehrere Tänzer werden sich mit solistischen Auftritten präsentieren. Und Jutta Wörne, übrigens noch immer die jüngste Ballettdirektorin Deutschlands, wird – nicht nur die neuengagierten –Tänzerinnen und Tänzer in Interviews zum plaudern bringen.
BallettAufTakt: 3. September, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen


„Mit der Sonne Spaniens“
Am 11. September verwandelt sich der Theaterplatz in ein Mekka der Spanienfreunde. Eine Zigeunerin aus Sevilla, die mit der Oper „Carmen“ ins Theater Nordhausen einzieht, und der spanische Maler Joan Miró, dem ein Ballett gewidmet ist, haben zum Thema des Theaterfestes 2005 inspiriert. Auf der hoffentlich sonnenbeschienenen Bühne gestalten Solisten des Musiktheaters und Mitglieder der Ballettkompanie ein Programm, das den Besuchern spanisch vorkommen soll. An verschiedene Ständen gibt es Theatralisches, Kulinarisches und Spanisches zu entdecken. Selbstverständlich ist an diesem Tag das Theater geöffnet, und es wird zu Führungen eingeladen.
Theaterfest: 11. September 2005, 14.00 bis 18.00 Uhr


1. Sinfoniekonzert
Fanny Hensel-Mendelssohn, Ouvertüre C-Dur
Peter Tschaikowsky, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll, op. 23
Johannes Brahms, Sinfonie Nr. 2 D-dur, op. 73
Peter Rösel Klavier
Musikalische Leitung : GMD Hiroaki Masuda


„Dem Frieden die Freiheit!“ mahnte seit 1957 eine Männerstimme im Sender „Stimme der DDR“. Der so angekündigten Hörerwunschsendung voraus ging der imposante Beginn von Peter Tschaikowskys Klavierkonzert b-Moll. Im Zweiten Deutschen Fernsehen leiteten dieselben Takte ab 1972 die „Notizen aus der Provinz“ des Kabarettisten Dieter Hildebrandt ein. Diese kleine, aber bezeichnende Episode der deutsch-deutschen Geschichte gründet auf einem sehr russischen Klavierkonzert. Werke der russischen Spätromantik bilden einen Schwerpunkt im Schaffen des Pianisten Peter Rösel, hat er doch am Tschaikowsky-Konservatorium studiert und den ersten Preis des Tschaikowsky-Wettbewerbs errungen – beides in Moskau. Nicht einmal Peter Rösel wird indessen verhindern können, dass bei den ersten imposanten Takten des Klavierkonzerts die Gedanken der Zuhörer vom Musikalischen ins Persönliche abschweifen.
4. September 2005, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen


Gastspiele
Gisela May, in vielen Ländern populäre und gefeierte Schauspielerin und Diseuse, aktuell vor allem bekannt aus der Fernsehserie „Adelheid und ihre Mörder“, liest aus ihrer Autobiographie „Es wechseln die Zeiten“.
Gastspiel Gisela May: 11. September 2005, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen

Der Dresdner Schauspieler und Kabarettist Uwe Steimle gehört zur Creme und ersten Garnitur sächsischer Komödianten. 1997 sind seine pointierten Texte unter dem Titel „Uns fracht ja keener - Ostalgie mit Frau Bähnert und Herrn Zieschong“ als Buch erschienen. Mit seinem Programm „Uns fracht ja keener – Was Bähnert und Zieschong so meinen ...“ ist er im Theater Nordhausen zu Gast.
Gastspiel Uwe Steimle: 13. September 2005, 20 Uhr, Theater Nordhausen


Carmen meets Rock & Co.
Das Junge Theater lädt zum Band-Wettbewerb: Mehrere Bands aus Nordhausen und Umgebung haben sich entschlossen, am großen Wettbewerb im Rahmen des Stückwerk No. 2 teilzunehmen. Sie werden alle eine eigene, bearbeitete Version des berühmten Torero-Marsches aus der Oper „Carmen“ aufführen. Unsere Gäste sind eingeladen, gemeinsam mit einer Jury den Gewinner zu wählen.
17. September 2005, 19.00 Uhr, Destille

Opernwerkstatt Carmen
Die erste OpernWerkstatt in Nordhausen findet zur Oper „Carmen“ statt. Kinder und Jugendliche erhalten bei einer OpernWerkstatt einen Einblick in die Arbeit an der Produktion: Der Bühnenbildner erzählt etwas über seine Arbeit und demonstriert, wie das Bühnenbild technisch funktioniert; die Regisseurin erläutert, wie eine Konzeption für eine Inszenierung entsteht, zeigt, wie mit den Sängern gearbeitet wird oder welchen Einfluss Lichtstimmungen auf die Wirkung einer Szene haben. Die Sänger stellen unterschiedliche Stimmfächer vor, oder der Dirigent berichtet von der Arbeit im Orchestergraben. Im Anschluss daran wird ein Ausschnitt aus der Originalinszenierung gezeigt.
OpernWerkstatt: 19. September, 11.00–12.30 Uhr, Theater Nordhausen
Autor: nnz

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