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Die NNZ - Die letzte Instanz?

Dienstag, 02. Februar 2021, 12:24 Uhr
Gestern veröffentlichte die nnz einen Kommentar zum Umgang mit Meinungen in den sozialen Medien. Dazu meldet sich nun nnz-Leser Christian Marx...


Zum Glück gibt es ja die NNZ und Ihren Chefredakteur, einen der letzten aufrichtigen Kämpfer für die Pressefreiheit, der Nordhausen mit seinen Ansichten beglückt, und sich wundert, wenn man im Rathaus seine Seiten nicht aufrufen darf. Was muss man unter der Frage „Wer hat eigentlich die Macht in diesem Land?“ in diesem Pamphlet nicht lesen, die „Haltungspolizei“ würde aktiviert, die „weiter ermitteln“ würde, „damit die Zivilgesellschaft sauber, meinungskonform und intolerant gegenüber jenen ist, die sich wagen, gegen die selbst geschriebenen Gesetze zu verstoßen.“

Zum Hintergrund für die, die es nicht gesehen haben: In der Talkrunde „Die letzte Instanz“ im WDR saßen zu später Stunde vier deutschstämmige Mitbürger, die sich darüber verbreiteten, ob man noch „Mohrenkopf“ oder „Zigeunerschnitzel“ sagen dürfe, oder ob das Diskriminierung sei. In den Sozialen Medien empörten sich daraufhin viele Zuschauer darüber, dass die Sendung einseitig, empathielos mit dem Thema Alltagsrassismus umgegangen sei. Zudem waren ausschließlich weiße Gäste zugegen, und niemand, der sich von diesen Begriffen vielleicht negativ betroffen fühlt. Kein wirklich von Rassismus betroffener Mitbürger war zugegen. Man stelle sich vor, diese „weiße“, „deutschstämmige“ Runde stimmte mit roten und grünen Karten ab, was Rassismus sei und was nicht.

Wie dümmlich ist das denn.

Offenbar, lieber Herr Greiner, haben sich ja doch viele Menschen negativ berührt gefühlt, die ihre Meinung dann entsprechend kundgetan haben. Dazu haben sie natürlich das Recht. Sie nehmen es ja auch für sich in Anspruch mit Ihrem eigenen Medium Ihre eigenen Ansichten und Theorien zu verbreiten. Ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung oder Pressefreiheit schränkt ja auch niemand ein.

Niemand hätte etwas dagegen gehabt, wenn die Gesprächsrunde auch die Vielfalt in unserer Gesellschaft abgebildet hätte. Dann wäre kontrovers diskutiert wurden, und das durchaus zu Recht.

Unsere Gesellschaft, lieber Herr Greiner, ist nämlich definitiv vielfältiger als Sie es sich vielleicht wünschen und vielleicht vielfältiger als die Leser, die Sie mit Ihrem Medium erreichen und denen Sie anonyme Meinungsäußerungen ermöglichen. Da können Sie genüsslich zur Freude derselben noch so viele „Mohrenköpfe“ und „Zigeunerschnitzel“ bestellen, wie sie wollen.

Was Sie als „Haltungspolizei“ beschreiben (in Wirklichkeit meinen Sie wohl eher das Wort „Gesinnungspolizei“, welches ja gerne in den einschlägigen Medien verwendet wird), ist in Wirklichkeit eine zum Glück funktionierende couragierte Zivilgesellschaft, die darauf achtet, dass der Artikel 3 des Grundgesetzes für alle gilt, und die Deutungshoheit darüber, was Diskriminierung im Alltag ausmacht, nicht allein bei einem, und sei es dem größten, Teil unserer Bevölkerung liegt.

Ich schreibe Ihnen nur deshalb, um Ihnen zu zeigen, dass es auch hier in dieser Stadt genügend Leute gibt, die Ihrer medialen Deutungsmacht gegebenenfalls widersprechen.

Lassen Sie es sich schmecken.
C. Marx

Anmerkung d Red.: Kommentare nur mit Klarnamen zugelassen.
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Autor: red

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