Illegale Grabungen
Gemeingefährliche Schatzsuche am Kohnstein
Sonntag, 31. Januar 2021, 14:12 Uhr
Es gibt es immer wieder und teils an wohl eher ungeeigneten Stellen. Illegale Grabungen nach Nazi-Schätzen am Kohnstein sind gemeingefährlich. Ein aktuelles Beispiel hat nnz-Leser Tim Schäfer entdeckt...
Es gibt Sie, die illegalen Nazi- Schatzsucher. Sie graben Höhlen, lassen diese ungeschützt und offen zugänglich. Träumen vom großen Fund des Bernsteinzimmers, an Stellen, die an Sinn und Verstand mehr als zweifeln lassen, nur mal ebenso am Rande bemerkt. Ein Foto, ganz aktuell, für ein Beispiel anbei.
Dabei mag es nicht ganz von der Hand zu weisen sein, dass am Kohnstein etwas zu finden ist. Selbst der Häftling aus dem KZ Mittelbau-Dora wollte 1945 gesehen haben, wie man in Stollen LkW -Ladungen mit Kisten gebracht haben. Am Kohnstein, möglicherweise bei B12. Genau dort, in der Nähe, sind jetzt wieder illegale Grabungen vorgenommen worden. Liegt da noch etwas im Gebirge heute noch versteckt? Wenn ja, wo? Die Stollen sind gesprengt aber teils noch vorhanden. Sind es womöglich Kulturgüter, Häftlingsakten, Dokumente der Naziverwaltung oder gar das Bernsteinzimmer?
Übrigens. Russische Untersuchungen von 1959 ergaben einen Hinweis, dass das Bernsteinzimmer von Königsberg nach B SCH evakuiert wurde. Wie sich später herausstellte, war vielleicht B III oder B XII gemeint. Die Russen hatten offenbar auf Ihrer Schreibmaschine für die römische Ziffer einen kyrillischen Buchstaben für Sch verwendet. Alles nur Zufall, Spinnerei? Wir wissen, dass es selbstverständlich viele Depots der Nazis in der Region und unmittelbaren Umgebung gegeben hat. Darin befanden sich auch Wertsachen.
Was war denn B12. Die Abbildung zeigt die Lage auf einem Bauplan von B12 zum Gelände des ehem. KZ Mittelbau- Dora, es handelte sich um teils erst 1944 konzipierte Bauvorhaben B12 oder B3 (a-c) – Geheimprojekte der SS.
Die wahnwitzig großen Baugroßvorhaben 3 (Himmelsberg) a und b oder auch c Jonas sowie auch B12 gehören zu den Untertageverlagerungsprojekten der Nazis mit gigantischem Ausmaß bei Nordhausen, unter dem SS General Kammler.
Dieser wurde noch 1945 zum Generalbevollmächtigten des Reiches und hat diese Vorhaben begonnen. Tausende Häftlinge (KZ Mittelbau-Dora mit Außenlagern oder -kommandos) mussten unter katastrophalen Bedingungen enorm schwere Arbeit leisten. Viele verstarben an den Folgen der mörderischen Belastung und Unterernährung oder den Folgen daraus, viele sind auch einfach von der SS ermordet oder krankenhausreif geprügelt worden. Ein Beispiel? Besonders den Juden erging es als Häftlingen deswegen noch schlechter, weil die gemeine Waffen-SS 1945 meinte, die schlechte Versorgung mit Essen hatte das internationale Judentum zu verantworten.
Genau das hatte die SS zu Ihren Wachmannschaften gesagt. Insbesondere 1944 und 45 wollten die Nazis für die Luftfahrtindustrie des Reiches (Jägerstab-Flugzeuge Junkers) oder deren Versorgung (Geilenberg Programm, Benzin, IG Farben, B11)) unter Führung einer SS-Inspektion II, Sitz 1945 in Bischofferode (SS-Hauptsturmführer Geißen) bei Woffleben, diese wahnwitzigen Großbauvorhaben umsetzten und darin in kurzer Zeit Waffen zur Brechung des alliierten Bomberterrors und für den Endsieg produzieren. Beispielhaft dafür Planungen zu B3c Jonas zugunsten der Reichspostforschungsanstalt vom Dezember 1944. Im Januar 1945 berichtete der SS- General Kammler, es seien bereits 3 km Stollen gebaut. Wenn dies annähernd zutreffen sollte, bedeutete dies, auch wenn deutsche Firmen daran ja beteiligt waren, eine enorme Arbeitsleistung. Allein die Verladung von Haufwerk aus dem Ausbruch uns Stollenvortrieb, der teils mittels einer Schmalspurbahn verbracht worden ist, ein beinah unvorstellbarer Kraftakt besonders für Häftlinge.
Wer will denn wissen, wie und wo etwa ein Nazi-Depot darin bestehen könnte? Welche Gefahren drohen von solchen illegalen Grabungen?
Eine derartige Suche nach dem Bernsteinzimmer oder anderen Nazischätzen, wie jetzt wieder aufgeflogen, ist gemein gefährlich, illegal und auch verrückt. Wenn in die aufgefundene Höhlung bei B12 ein Kind hineinfällt, der Zugang und das Loch liegen völlig ungesichert, dann ist dies womöglich nicht mehr zu retten. Selbst befreien? Unmöglich! Aber warum sind Zugänge zu solchen Objekten nicht geschützt? Ja, es findet sich nicht einmal ein Warnhinweis, jedenfalls konnte nichts dergleichen gesehen werden. Gibt es denn keine Objektsicherungspflicht?
Tim Schäfer
Autor: redEs gibt Sie, die illegalen Nazi- Schatzsucher. Sie graben Höhlen, lassen diese ungeschützt und offen zugänglich. Träumen vom großen Fund des Bernsteinzimmers, an Stellen, die an Sinn und Verstand mehr als zweifeln lassen, nur mal ebenso am Rande bemerkt. Ein Foto, ganz aktuell, für ein Beispiel anbei.
Dabei mag es nicht ganz von der Hand zu weisen sein, dass am Kohnstein etwas zu finden ist. Selbst der Häftling aus dem KZ Mittelbau-Dora wollte 1945 gesehen haben, wie man in Stollen LkW -Ladungen mit Kisten gebracht haben. Am Kohnstein, möglicherweise bei B12. Genau dort, in der Nähe, sind jetzt wieder illegale Grabungen vorgenommen worden. Liegt da noch etwas im Gebirge heute noch versteckt? Wenn ja, wo? Die Stollen sind gesprengt aber teils noch vorhanden. Sind es womöglich Kulturgüter, Häftlingsakten, Dokumente der Naziverwaltung oder gar das Bernsteinzimmer?
Übrigens. Russische Untersuchungen von 1959 ergaben einen Hinweis, dass das Bernsteinzimmer von Königsberg nach B SCH evakuiert wurde. Wie sich später herausstellte, war vielleicht B III oder B XII gemeint. Die Russen hatten offenbar auf Ihrer Schreibmaschine für die römische Ziffer einen kyrillischen Buchstaben für Sch verwendet. Alles nur Zufall, Spinnerei? Wir wissen, dass es selbstverständlich viele Depots der Nazis in der Region und unmittelbaren Umgebung gegeben hat. Darin befanden sich auch Wertsachen.
Was war denn B12. Die Abbildung zeigt die Lage auf einem Bauplan von B12 zum Gelände des ehem. KZ Mittelbau- Dora, es handelte sich um teils erst 1944 konzipierte Bauvorhaben B12 oder B3 (a-c) – Geheimprojekte der SS.
Die wahnwitzig großen Baugroßvorhaben 3 (Himmelsberg) a und b oder auch c Jonas sowie auch B12 gehören zu den Untertageverlagerungsprojekten der Nazis mit gigantischem Ausmaß bei Nordhausen, unter dem SS General Kammler.
Dieser wurde noch 1945 zum Generalbevollmächtigten des Reiches und hat diese Vorhaben begonnen. Tausende Häftlinge (KZ Mittelbau-Dora mit Außenlagern oder -kommandos) mussten unter katastrophalen Bedingungen enorm schwere Arbeit leisten. Viele verstarben an den Folgen der mörderischen Belastung und Unterernährung oder den Folgen daraus, viele sind auch einfach von der SS ermordet oder krankenhausreif geprügelt worden. Ein Beispiel? Besonders den Juden erging es als Häftlingen deswegen noch schlechter, weil die gemeine Waffen-SS 1945 meinte, die schlechte Versorgung mit Essen hatte das internationale Judentum zu verantworten.
Genau das hatte die SS zu Ihren Wachmannschaften gesagt. Insbesondere 1944 und 45 wollten die Nazis für die Luftfahrtindustrie des Reiches (Jägerstab-Flugzeuge Junkers) oder deren Versorgung (Geilenberg Programm, Benzin, IG Farben, B11)) unter Führung einer SS-Inspektion II, Sitz 1945 in Bischofferode (SS-Hauptsturmführer Geißen) bei Woffleben, diese wahnwitzigen Großbauvorhaben umsetzten und darin in kurzer Zeit Waffen zur Brechung des alliierten Bomberterrors und für den Endsieg produzieren. Beispielhaft dafür Planungen zu B3c Jonas zugunsten der Reichspostforschungsanstalt vom Dezember 1944. Im Januar 1945 berichtete der SS- General Kammler, es seien bereits 3 km Stollen gebaut. Wenn dies annähernd zutreffen sollte, bedeutete dies, auch wenn deutsche Firmen daran ja beteiligt waren, eine enorme Arbeitsleistung. Allein die Verladung von Haufwerk aus dem Ausbruch uns Stollenvortrieb, der teils mittels einer Schmalspurbahn verbracht worden ist, ein beinah unvorstellbarer Kraftakt besonders für Häftlinge.
Wer will denn wissen, wie und wo etwa ein Nazi-Depot darin bestehen könnte? Welche Gefahren drohen von solchen illegalen Grabungen?
Eine derartige Suche nach dem Bernsteinzimmer oder anderen Nazischätzen, wie jetzt wieder aufgeflogen, ist gemein gefährlich, illegal und auch verrückt. Wenn in die aufgefundene Höhlung bei B12 ein Kind hineinfällt, der Zugang und das Loch liegen völlig ungesichert, dann ist dies womöglich nicht mehr zu retten. Selbst befreien? Unmöglich! Aber warum sind Zugänge zu solchen Objekten nicht geschützt? Ja, es findet sich nicht einmal ein Warnhinweis, jedenfalls konnte nichts dergleichen gesehen werden. Gibt es denn keine Objektsicherungspflicht?
Tim Schäfer


