nnz-online

nnz-Forum: Gott mit Dir

Freitag, 12. August 2005, 14:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Reaktionen auf die Verbalattacken des Edmund Stoiber sind recht vielfältig ausgefallen. Die nnz liefert in Ihrem Forum einen ironischen Blick aus Nordthüringen nach Bayern. Von einer Bayerin.


Gott mit Dir, Du Land der Bayern – so fängt die bayrische Hymne an, aus der sich sicherlich für viele Bayern ein ganz bestimmtes Selbstbewusstsein begründet. Das ist auch ganz in Ordnung so. Edmund Stoiber, der bayrische Ministerpräsident scheint aber nicht nur Selbstbewusstsein aus der Hymne zu ziehen, sondern eine hochnäsige Arroganz. Aus der heraus er schaut auf alle Nicht-Bayern und insbesondere die Ostdeutschen gönnerhaft herab.

„Frustrierte“ nennt er Wählerinnen und Wähler in Ostdeutschland, die „nicht über das Schicksal Deutschlands“ bestimmen sollten. Dabei unterschlägt er wissentlich, dass es ja kein diffuses Benachteiligtengefühl ist, warum viele Menschen im Osten nicht zufrieden mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung sind. Insbesondere lenkt er von der Tatsache ab, dass es gerade seine Parteifreunde waren, die im Zuge der Wiedervereinigung ganze Industrielandschaften platt gemacht haben - nicht selten unter illegalem Fluss von Geldern. Holger Pfahls lässt grüßen mit seinen mindestens 5,9 Millionen Mark an kassierten Schmiergeldern allein für die Privatisierung der ostdeutschen Leuna-Raffinerie.

Dabei war das beileibe kein Einzelfall. Nicht bei Pfahls und nicht bei anderen. Die Liste ließe sich verlängern und würde dann neben Landowsky, dessen Verfahren wegen Korruption kürzlich in Berlin eröffnet wurde, auch so gestandene Persönlichkeiten wie Helmut Kohl aufweisen. Dass Stoiber - als echter Bayer - das in „Amigo“-Manier ganz ok findet, mag ja sein, dass aber viele Ostdeutsche das nicht in Ordnung finden, finde ich als „rübergemachte“ Bayerin wiederum beruhigend.

Übrigens könnte man allein mit dem Schmiergeld an Pfahls für die Leuna – Geschichte 2100 Menschen ein Mindesteinkommen von 1400 Euro bezahlen – soviel nur kurz zur Finanzierbarkeit von Forderungen.
Dr. Johanna Scheringer-Wright, Linkspartei.PDS
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de