"...und alles ist noch da."
Freitag, 26. Oktober 2001, 08:47 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen ist gestern Abend eine bedrückende und zugleich beeindruckende Ausstellung zum zweiten Mal eröffnet worden. Gezeigt werden Fotos aus Auschwitz, gezeigt werden sie in einer Schule.
Der Ort: Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales. Die Organisationen: neueebenen e.V. Die Bilder: Schwarz-weiße Fotographien von Hartmut Bargfrede und Nicola Schmidt aus dem ehemaligen KZ Auschwitz und dem Vernichtungslager Birkenau, aufgenommen vor drei Jahren.
Den Ort der Ausstellung haben wir bewußt gewählt, sagte Stephan Masch vom Verein neueebenen der nnz. Hier können und sollen sich junge Menschen mit der Geschichte auseinandersetzen. Vielleicht haben ja auch die Besucher des Südharz-Krankenhauses Zeit, einen Abstecher in die benachbarte Schule zu machen. Recht hatten sie bereits zur Eröffnung. Da waren nicht nur die bekannten Vertreter des öffentlichen Lebens vertreten, unter den Gästen waren viele junge Menschen.
Bedrückend eng ist der Ausstellungsraum, die Wände mit schwarzem Plastik verhangen, mittendrin ein Bauzaun, oben drauf Stacheldraht. Am Zaun hängen sie, die Bilder aus Auschwitz und Birkenau. Kleine Fotos, bewußt nicht farbig, vermitteln sie einen Eindruck von den Verbrechen jenseits des Sagbaren, wie es der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, ausdrückte. Die Gedenkstätten, die an das Grauen vor nicht allzu langer Zeit - historisch betrachtet - erinnern, seien in absehbarer Zeit die letzten Relikte, die letzten Zeugnisse. Die Menschen, die die einstige Hölle überlebten, werden immer älter, sie werden als Zeugen nicht mehr zur Verfügung stehen. Was bleibt, so Wagner, ist die steinerne Evidenz. Vielleicht auch aus diesem Grund sind Ausstellungen dieser Art wichtig und notwendig. Sie seien ein Teil der wirklichen Auseinandersetzung nach der emotionalen Bewegtheit beim Besuch einer Gedenkstätte, ob nun in Polen oder in Deutschland.
Die Ausstellung in der Berufsschule ist von Montag bis Freitag (8.00 - 15.30 Uhr) sowie am Wochenende (14.00 bis 16.00 Uhr) zu besichtigen. Sie ist Teil einer Veranstaltungsreihe gegen Gewalt - für Toleranz und Zivilcourage, die von neueebenen ins Leben gerufen wurde. In den kommenden Tagen und Wochen wird es in Nordhausen weitere Ausstellungen, Foren und Diskussionsrunden geben. Und das, was die kommunalen Politiker in und um Nordhausen nur schwer zu Wege bringen, das gelingt den jungen Machern von neueebenen scheinbar leicht: Sie holen die Politprominenz nach Nordhausen. So werden sich in nächster Zeit Minister aus Erfurt und Staatssekretäre aus Berlin sozusagen die sprichwörtliche Klinke in die Hand geben.
Autor: nnz
Der Ort: Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales. Die Organisationen: neueebenen e.V. Die Bilder: Schwarz-weiße Fotographien von Hartmut Bargfrede und Nicola Schmidt aus dem ehemaligen KZ Auschwitz und dem Vernichtungslager Birkenau, aufgenommen vor drei Jahren. Den Ort der Ausstellung haben wir bewußt gewählt, sagte Stephan Masch vom Verein neueebenen der nnz. Hier können und sollen sich junge Menschen mit der Geschichte auseinandersetzen. Vielleicht haben ja auch die Besucher des Südharz-Krankenhauses Zeit, einen Abstecher in die benachbarte Schule zu machen. Recht hatten sie bereits zur Eröffnung. Da waren nicht nur die bekannten Vertreter des öffentlichen Lebens vertreten, unter den Gästen waren viele junge Menschen.
Bedrückend eng ist der Ausstellungsraum, die Wände mit schwarzem Plastik verhangen, mittendrin ein Bauzaun, oben drauf Stacheldraht. Am Zaun hängen sie, die Bilder aus Auschwitz und Birkenau. Kleine Fotos, bewußt nicht farbig, vermitteln sie einen Eindruck von den Verbrechen jenseits des Sagbaren, wie es der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, ausdrückte. Die Gedenkstätten, die an das Grauen vor nicht allzu langer Zeit - historisch betrachtet - erinnern, seien in absehbarer Zeit die letzten Relikte, die letzten Zeugnisse. Die Menschen, die die einstige Hölle überlebten, werden immer älter, sie werden als Zeugen nicht mehr zur Verfügung stehen. Was bleibt, so Wagner, ist die steinerne Evidenz. Vielleicht auch aus diesem Grund sind Ausstellungen dieser Art wichtig und notwendig. Sie seien ein Teil der wirklichen Auseinandersetzung nach der emotionalen Bewegtheit beim Besuch einer Gedenkstätte, ob nun in Polen oder in Deutschland.
Die Ausstellung in der Berufsschule ist von Montag bis Freitag (8.00 - 15.30 Uhr) sowie am Wochenende (14.00 bis 16.00 Uhr) zu besichtigen. Sie ist Teil einer Veranstaltungsreihe gegen Gewalt - für Toleranz und Zivilcourage, die von neueebenen ins Leben gerufen wurde. In den kommenden Tagen und Wochen wird es in Nordhausen weitere Ausstellungen, Foren und Diskussionsrunden geben. Und das, was die kommunalen Politiker in und um Nordhausen nur schwer zu Wege bringen, das gelingt den jungen Machern von neueebenen scheinbar leicht: Sie holen die Politprominenz nach Nordhausen. So werden sich in nächster Zeit Minister aus Erfurt und Staatssekretäre aus Berlin sozusagen die sprichwörtliche Klinke in die Hand geben.
