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Welches Dorf hat Zukunft?

Donnerstag, 11. August 2005, 17:39 Uhr
Nordhausen (nnz). Acht Dörfer aus dem Landkreis haben sich auf die Zukunft vorbereitet. Welches Dorf ist nicht nur jetzt schön, sondern bietet auch Entwicklungspotential? Eine Jury war unterwegs. Nun ist der Sieger gekürt. Wer’s ist, das erfahren Sie hier.


Acht Dörfer stellten sich den kritischen Augen der sechsköpfigen Prüfungskommission. Fünf kamen auf die Plätze, die anderen erhielten nur ein Dankeschön fürs Mitmachen und einige Bilder für ihre Dorfchroniken. Vieles hat sich geändert, nicht nur in den Dörfern, sondern auch beim Wettbewerb 2005. Hieß es früher noch „Unser Dorf soll schöner werden“, ist statt nur Schönheit jetzt vor allem Zukunftsfähigkeit ausschlaggebend. Es soll um Nachhaltigkeit gehen und um die Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Ein wichtiger Aspekt in dieser Frage ist vor allem der Erhalt der Bevölkerung. Sei es durch Schaffung neuer Wohngebiete oder den Ausbau bestehender, alter Gebäude. Da geht jedes Dorf seinen eigenen Weg.

Die fünf Bereiche, die alle mit gleicher Gewichtung ins Ergebnis einfließen, stellte Karin Hoderlein von der Prüfungskommission vor. Bewertet werden Entwicklungskonzept und Wirtschaft, Soziales und Kultur, Bauwesen, Grünflächen und Lebensqualität und die Wirkung des Dorfes in der umgebenden Landschaft. Im Mai und Juni waren die Prüfer unterwegs, von deren Eindrücken Karin Hoderlein berichtete. Görsbach sei gleich das erste Dorf gewesen und es habe die wenigste Vorbereitungszeit gehabt. Dennoch sei die Kommission sehr herzlich von Kindern aus dem Ort begrüßt worden. Wie bei allen anderen Teilnehmern wurde auch hier deutlich, daß die Landwirtschaft an Bedeutung verliert und zunehmend von Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und zum Teil Tourismus als Haupterwerb ersetzt wird. Oder manchmal eben auch nicht.

Nachholbedarf gibt es laut Karin Hoderlein besonders bei den Dorfentwicklungskonzepten. Mit dem Flächennutzungsplan hätten sich viele Bürgermeister nicht ausreichend auseinandergesetzt. Neue Entwicklungskonzepte seien aber notwendig, besonders für Orte, die von Dorferneuerungsprojekten profitieren wollen.

Gemeinschaft wird hingegen in allen Dörfern großgeschrieben. Da wird gemeinsam gefeiert, ein Feuerwehrhaus gebaut oder der Jugendklub. Kirmes und Osterfeuer oder Arbeiten für das Gemeinwesen stärken den Zusammenhalt unter den Einwohnern. Weniger gut wurde zum Teil die Integration der neuen Wohngebiete ins Dorf bewertet. Was in Görsbach gut klappt, ist in Hörningen und Hainrode weniger gelungen. Die neuen Viertel haben mehr städtischen Charakter, kritisierte die Kommission.

An ihren Gärten und den Pflanzen in öffentlichen Raum scheinen alle Dörfer Spaß zu haben. Sie werden sehr gut gepflegt, genau wie die Sportplätze und zentrale Dorfanger. Frühere Löschwasserteiche wurden zum Teil attraktiv umgestaltet.

Welches Dorf hat Zukunft? (Foto: nnz) Welches Dorf hat Zukunft? (Foto: nnz)

Für die Teilnahme erhielten Hörningen, Windehausen und Friedrichsthal eine Anerkennung. Platz fünf belegte Buchholz. Platz vier geht an Niedergebra, trotz der Kritik an der wenig schmucken Ortseinfahrt mit der Tankstelle. Harzungen steht mit dem dritten Platz bereits auf dem virtuellen Treppchen. Die Gemeinde sieht ihre Zukunft besonders im Tourismus und der Zusammenarbeit mit Neustadt. Hainrode wird Vize-Zukunftsdorf, und der Gewinner 2005 ist Görsbach. Siegfried Junker und seine Bürger werden den Kreis auf Landesebene vertreten.

Die Zukunft seines Dorfes sieht der Bürgermeister im Weiterbau der A38, aber auch in der Schaffung von touristischen Strukturen. Ein Dorf, welches zentral in der Goldenen Aue liege, habe gute Chancen als Startpunkt für Rad- und Wandertouren zu dienen, mit dem Harz, dem Kyffhäuser und der Heimkehle stehen viele interessante Ziele zur Auswahl. Für Tierfreunde bietet sich das international anerkannten Feuchtgebiet am Stausee Kelbra an. In seine tourismusfördernden Aktivitäten möchte der Bürgermeister das Regionalmanagement und Uta Hirselandt mit einbeziehen. Den Ausbau der Kanalisation will Junker vorantreiben, weitere Straßen pflastern und weiterhin Vereine, die Jugend und bedürftige Bürger unterstützen.
Autor: wf

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