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Menschen im Corona-Jahr

„Wir machen jeden Tag irgend etwas im Café“

Samstag, 26. Dezember 2020, 12:00 Uhr
In unserer Reihe „Menschen im Corona-Jahr“ wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Leserinnen und Leser aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen… Heute:Jeanette Gnad

Die Gastronomin Jeanette Gnad in ihrem Café Sahne (Foto: privat) Die Gastronomin Jeanette Gnad in ihrem Café Sahne (Foto: privat)


Jeanette Gnad betreibt seit einigen Jahren sehr erfolgreich in der Nordhäuser Altstadt das Café Sahne. Die Gastronomin backt ihre Kuchen selbst und ist die Personifizierung der guten Laune. Auch sie hat ein überraschendes Jahr 2020 hinter sich.

„In den ersten Wochen nach Bekanntwerden der Krankheit waren wir überrascht, dass plötzlich alle Gäste ihre geplanten Feiern absagten und das Café mit einem Schlag leer blieb“, erinnert sich Jeanette Gnad. Dann kam der erste Lockdown und eine Woche lang betrachtete sie die Situation als unverhofften Urlaub. „Doch ab der zweiten Woche fing es an zu kribbeln und ich wollte wieder arbeiten. Wir haben dann hier im Team überlegt, ob wir unseren Kuchen außer Haus verkaufen sollten, entschieden uns aber letztlich dagegen.“ Auch Jeanette Gnad beantragte die zugesicherten staatlichen Hilfen und überbrückte damit ihre Verdienstausfälle. „Das hat gut geklappt im Frühjahr und auch jetzt im zweiten Lockdown habe ich die Unterstützung bekommen.“

Zwischen den Lockdowns lag eine äußerst arbeitsreiche Zeit, erzählt die Stolbergerin. „Alle Gäste kamen wieder und haben sich gefreut, dass die Phase der Gastronomieschließungen vorbei war. Wir hatte den ganzen Sommer über jede Menge zu tun und viel Spaß. Für den Herbst waren Veranstaltungen geplant und teilweise schon vorbereitet.“

Als dann die zweite Schließungszeit Ende Oktober angeordnet wurde, war es anders als im Frühjahr. „Unserer Stammgäste kamen alle noch einmal in den letzten Tagen vor der Schließung und das Café war immer sehr gut besucht. Alle wollten uns unterstützen und ihre Solidarität mit uns zeigen.“

Nun erlebt sie seit Wochen ein deja vu und fühlt sich ins Frühjahr zurückversetzt. „Wir gehen jeden Tag ins Café und machen irgendetwas. Putzen, backen, reparieren“, erzählt sie uns. Jeanette Gnad hofft, ab Januar wieder für ihre Gäste da sein zu können. „Ich wünsche mir für alle Gastronomen, dass wir ab Januar endlich wieder arbeiten dürfen und dass keiner der Kollegen auf der Strecke bleibt in dieser schweren Zeit“
Olaf Schulze
Autor: osch

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