ENtdeckt
Pandemie wurde vor Jahren bereits durchgespielt
Samstag, 12. Dezember 2020, 09:54 Uhr
Mitunter kann so manchem Zeitgenossen schon schwindlig werden, wenn man nicht nur die Quantität, sondern auch die inhaltliche Qualität der Statements zur allgegenwärtigen Pandemie genauer betrachtet. Allerdings: es hätte alles schon passieren können und die Regierenden hätten gewarnt sein können...
Planspiel Pandemie des Bundestages aus dem Jahr 2012 (Foto: nnz)
Das Wirrwarr von Aussagen, Analysen, Festlegungen in den zurückliegenden zehn Monaten erstaunt schon. Doch der gemeine Bürger ist nachsichtig, er nimmt an, dass auch Wissenschaft und vor allem die Politik mitunter auch lernen muss. Das aber ist nicht der Fall, zumindest hätten die Regierenden vorbereitet sein können und vielleicht auch sein müssen.
Wer im Netz nicht auf Alu-Hut-Seiten nachschaut, der könnte eventuell einen Bericht an die Mitglieder des Deutschen Bundestages entdecken. Und weil in diesem Land der Bürokraten immer noch Ordnung herrscht, ist die Drucksache 17/12051 vom 3. Januar des Jahres 2013 immer noch verfügbar.
Und die macht, fokussiert man sich auf den dortigen Punkt 3 und vor allem auf die Anlage 4 (ab Seite 55), dann könnte eine gewisse Nachdenklichkeit einsetzen. Aufgeschrieben wurde die Risikoanalyse unter dem Titel "Pandemie durch Virus Modi SARS" vom Bundesinnenministerium. Ganz neugierige Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen können sich das Gesamtwerk hier herunterladen.
Für Menschen, die weniger Zeit investieren wollen, hier einige Auszüge:
Das "Ereignis" wird folgendermaßen beschrieben: Das hypothetische Modi-SARS-Virus ist mit dem natürlichen SARS-CoV in fast allen Eigenschaften identisch. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Übertragung des Virus auf einen Menschen bis zu den ersten Symptomen der Erkrankung, beträgt meist drei bis fünf Tage, kann sich aber in einem Zeitraum von zwei bis 14 Tagen bewegen. Fast alle Infizierten erkranken auch. Die Symptome sind Fieber und trockener Husten, die Mehrzahl der Patienten hat Atemnot, in Röntgenaufnahmen sichtbare Veränderungen in der Lunge, Schüttelfrost, Übelkeit und Muskelschmerzen. Ebenfalls auftreten können Durchfall, Kopfschmerzen, Exanthem (Ausschlag), Schwindelgefühl, Krämpfe und Appetitlosigkeit. Die Letalität1ist mit 10% der Erkrankten hoch, jedoch in verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich starkausgeprägt. Kinder und Jugendliche haben in der Regel leichtere Krankheitsverläufe mit Letalität von rund 1%, während die Letalität bei über 65-Jährigen bei 50% liegt.
Kommt Ihnen das annähernd bekannt vor? Hier noch ein Beispiel der möglichen Übereinstimmung von Planspiel und Realität: Der Erreger stammt aus Südostasien, wo der bei Wildtieren vorkommende Erreger über Märkte auf den Menschen übertragen wurde. Da die Tiere selbst nicht erkranken, war nicht erkennbar, dass eine Infektionsgefahr bestand. Durch diese zoonotische Übertragung in Gang gesetzte Infektketten konnten nur retrospektiv nachvollzogen werden; dies gelang nicht in allen Fällen. Heimische Haus-und Nutztiere sind durch Modi-SARS nicht infizierbar und tragen daher nicht zur Verbreitung oder Aufrechterhaltung der Infektionskette bei. Zwei der ersten Fälle, die nach Deutschland eingeschleppt werden, betreffen Personen, dies ich im selben südostasiatischen Land angesteckt haben. Eine der Personen fliegt noch am selben Abend nach Deutschland...
Beschrieben werden im Anhang darüber hinaus die Möglichkeiten, die Grundrechte der Menschen in diesem Land einzuschränken und gänzlich außer "Betrieb" zu nehmen. Beispiele die Unverletzbarkeit der eigenen Wohnung, die Versammlungsfreiheit oder die Möglichkeit von Zwangsimpfungen.
Waren also die Regierenden tatsächlich so unvorbereitet? Sie können diese Frage für sich unterschiedlich beantworten. Allerdings trägt die Existenz dieser Drucksache, vielleicht auch der laxe Umgang mit ihr nicht unbedingt zur weiteren Vertrauensbildung bei. Ein Leitfaden dafür, was in diesem Land noch passieren könnte, ist sie allemal.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Planspiel Pandemie des Bundestages aus dem Jahr 2012 (Foto: nnz)
Das Wirrwarr von Aussagen, Analysen, Festlegungen in den zurückliegenden zehn Monaten erstaunt schon. Doch der gemeine Bürger ist nachsichtig, er nimmt an, dass auch Wissenschaft und vor allem die Politik mitunter auch lernen muss. Das aber ist nicht der Fall, zumindest hätten die Regierenden vorbereitet sein können und vielleicht auch sein müssen.
Wer im Netz nicht auf Alu-Hut-Seiten nachschaut, der könnte eventuell einen Bericht an die Mitglieder des Deutschen Bundestages entdecken. Und weil in diesem Land der Bürokraten immer noch Ordnung herrscht, ist die Drucksache 17/12051 vom 3. Januar des Jahres 2013 immer noch verfügbar.
Und die macht, fokussiert man sich auf den dortigen Punkt 3 und vor allem auf die Anlage 4 (ab Seite 55), dann könnte eine gewisse Nachdenklichkeit einsetzen. Aufgeschrieben wurde die Risikoanalyse unter dem Titel "Pandemie durch Virus Modi SARS" vom Bundesinnenministerium. Ganz neugierige Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen können sich das Gesamtwerk hier herunterladen.
Für Menschen, die weniger Zeit investieren wollen, hier einige Auszüge:
Das "Ereignis" wird folgendermaßen beschrieben: Das hypothetische Modi-SARS-Virus ist mit dem natürlichen SARS-CoV in fast allen Eigenschaften identisch. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Übertragung des Virus auf einen Menschen bis zu den ersten Symptomen der Erkrankung, beträgt meist drei bis fünf Tage, kann sich aber in einem Zeitraum von zwei bis 14 Tagen bewegen. Fast alle Infizierten erkranken auch. Die Symptome sind Fieber und trockener Husten, die Mehrzahl der Patienten hat Atemnot, in Röntgenaufnahmen sichtbare Veränderungen in der Lunge, Schüttelfrost, Übelkeit und Muskelschmerzen. Ebenfalls auftreten können Durchfall, Kopfschmerzen, Exanthem (Ausschlag), Schwindelgefühl, Krämpfe und Appetitlosigkeit. Die Letalität1ist mit 10% der Erkrankten hoch, jedoch in verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich starkausgeprägt. Kinder und Jugendliche haben in der Regel leichtere Krankheitsverläufe mit Letalität von rund 1%, während die Letalität bei über 65-Jährigen bei 50% liegt.
Kommt Ihnen das annähernd bekannt vor? Hier noch ein Beispiel der möglichen Übereinstimmung von Planspiel und Realität: Der Erreger stammt aus Südostasien, wo der bei Wildtieren vorkommende Erreger über Märkte auf den Menschen übertragen wurde. Da die Tiere selbst nicht erkranken, war nicht erkennbar, dass eine Infektionsgefahr bestand. Durch diese zoonotische Übertragung in Gang gesetzte Infektketten konnten nur retrospektiv nachvollzogen werden; dies gelang nicht in allen Fällen. Heimische Haus-und Nutztiere sind durch Modi-SARS nicht infizierbar und tragen daher nicht zur Verbreitung oder Aufrechterhaltung der Infektionskette bei. Zwei der ersten Fälle, die nach Deutschland eingeschleppt werden, betreffen Personen, dies ich im selben südostasiatischen Land angesteckt haben. Eine der Personen fliegt noch am selben Abend nach Deutschland...
Beschrieben werden im Anhang darüber hinaus die Möglichkeiten, die Grundrechte der Menschen in diesem Land einzuschränken und gänzlich außer "Betrieb" zu nehmen. Beispiele die Unverletzbarkeit der eigenen Wohnung, die Versammlungsfreiheit oder die Möglichkeit von Zwangsimpfungen.
Waren also die Regierenden tatsächlich so unvorbereitet? Sie können diese Frage für sich unterschiedlich beantworten. Allerdings trägt die Existenz dieser Drucksache, vielleicht auch der laxe Umgang mit ihr nicht unbedingt zur weiteren Vertrauensbildung bei. Ein Leitfaden dafür, was in diesem Land noch passieren könnte, ist sie allemal.
Peter-Stefan Greiner
