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Eichsfeld-Gemeinden vorgestellt

Über die Bierschen Runzenmader

Samstag, 19. Dezember 2020, 08:44 Uhr
Der Autor verschiedener Heimatbücher, Michael Seidel, will in seinem nächsten Buch mit dem Titel "Durch das Eichsfeld" alle 142 Ortschaften des Eichsfeldes vorstellen. Wir wollen Ihnen vorab hier in lockerer Reihenfolge schon einen interessanten Vorgeschmack geben...

Der Zollturm von Beuren (Foto: M.Seidel) Der Zollturm von Beuren (Foto: M.Seidel)


Beuren
befindet sich etwa drei Kilometer südwestlich der Altstadt von Leinefelde am Nordrand des Dün im Leinetal. Der Ort liegt an der Landesstraße 3080 und hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Halle-Kassel. 2000 wurde Beuren in die Stadt Leinefelde einge-gliedert. Heute hat Beuren etwa 1190 Einwohner.

Der Spitzname für die Beuren lautet: Bierschen
Runzenmader

1128 wurde Beuren erstmalig in einer Gerichtsurkunde erwähnt. In dieser Zeit soll es hier einen befestigten Herrensitz, um den sich das Dorf bildete, gegeben haben.

Um 1200 wurde in Niederbeuren durch Konrad von Bodenstein ein Zisterzienserinnenkloster gegründet. Es ist das älteste Kloster dieses Ordens im Eichsfeld. 1525 wurde erstmals am Ortsrand, außerhalb des Klosters, eine Klostermühle erwähnt. Das Kloster Beuren bestand bis 1809; heute dienen die noch existierenden Gebäude als Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung.

Durch Zoll- und Geleiteinnahmem entwickelte sich Beuren von einem Marktdorf 1269 zu einer Stadt. Tore, Straßenführung und Wehranlagen kennzeichnen diese Entwicklung. Mit der Verlagerung der Zollstelle im Jahre 1294 nach Heiligenstadt verlor Beuren sein Stadtrecht. In der Mitte des Ortes steht der 1269 errichtete ehemalige Zollturm der Stadt. Dieser Turm diente ab 1342 einer der früheren Kirchen der Stadt als Kirchturm. 1880 wurde der Abriss dieses Turms durch die Preußischen Denkmalbehörde in Erfurt ausdrücklich untersagt und Mittel für Reparatur und Erhaltung des Turms bewilligt.

Nach Abriss von Gebäuden auf dem Anger, der heutigen Marktstraße, entstand hier 1873 die katholische Kirche St. Pankratius. Der Glockenturm mit Spitzdach, Pfeiler und Spitzbogenfenster charak-terisieren diese Kirche. Der Flügelaltar stammt aus dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Beuren.
Michael Seidel
Autor: red

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