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Die Gelbe Tonne kommt

Neue Tonne, neue Website, neue App

Mittwoch, 09. Dezember 2020, 12:05 Uhr
Im März kommenden Jahres werden im Landkreis rund 23.000 Gelbe Tonnen verteilt. Mit der groß angelegten Systemänderung geht auch eine digitale Generalüberholung einher, die den Kunden der Südharzwerke das Leben etwas leichter machen soll…

Neue Tonnen braucht das Land - ab März hält die "Gelbe Tonne" Einzug im Landkreis (Foto: agl) Neue Tonnen braucht das Land - ab März hält die "Gelbe Tonne" Einzug im Landkreis (Foto: agl)


Wenn sich der Winter im kommenden Jahr seinem Ende entgegen neigt, erwartet die Stadtwerke eine besondere Lieferung: rund 23.000 „Gelbe Tonnen“. Die Abfallbehälter sollen die bisher genutzten Gelben Säcke flächendeckend ablösen, lediglich Großwohnanlagen und bestimmte Straßenzüge werden das alte System beibehalten, kündigte die Nordhäuser Abfallwirtschaft heute an. Pro Woche sollen rund 2.300 Tonnen bis Ende Juni wöchentlich ausgeliefert werden.

Säcke, die von Wind und Wetter durch die Stadt gefegt oder von Waschbär, Katze und Co. zerbissen werden, sollen dann weitestgehend der Vergangenheit angehören. Durch die deutlich längere Lebensdauer der Tonnen würde man zudem anders als bisher zusätzlichen Müll, der durch den Gebrauch der Gelben Säcke automatisch anfällt, vermeiden und den Arbeitsalltag der Müllabfuhr erleichtern, erklärte Thomas Mund, Geschäftsführer der Stadtwirtschaft Nordhausen. „Das einsammeln der Gelben Säcke gehört tatsächlich zu den anstrengendsten Tätigkeiten, da sich unsere Mitarbeiter in einer Schicht hunderte Male bücken müssen, mit den Tonnen wird das deutlich einfacher“, so Mund.

Haushalte mit bis zu sechs Personen erhalten eine Tonne mit 240 Liter Fassungsvermögen, bei mehr Personen wird die Zahl der Tonnen entsprechend erhöht und ab 19 gemeldeten Personen auf dem Grundstück wird die Entsorgung über Rollcontainer organisiert. Sind die Tonnen voll, können die entsprechenden Abfälle in transparenten Säcken auch neben den Behältern abgestellt werden.

v.l.: Stadtwerke-Chef Olaf Salomon, Geschäftsführer Thomas Mund, Designer Steffen Mund, Kathrin Materlik aus dem Fachgebiet Abfallwirtschaft des Landratsamtes und Landrat Matthias Jendricke (Foto: agl) v.l.: Stadtwerke-Chef Olaf Salomon, Geschäftsführer Thomas Mund, Designer Steffen Mund, Kathrin Materlik aus dem Fachgebiet Abfallwirtschaft des Landratsamtes und Landrat Matthias Jendricke (Foto: agl)


Der Einführung der neuen Tonnen waren ausführliche Diskussionen in diversen Gremien sowie zwei Online-Befragungen auf der Webpräsenz der Stadtwerke und der nnz vorangegangen, bei denen sich die Mehrheit der Befragten für die Gelbe Tonne entschieden habe, berichtete Landrat Matthias Jendricke. Die nötigen Regelungsgrundlagen wurden in der jüngsten Sitzung des Kreistages beschlossen.

Die Abholung im Rhythmus von zwei Wochen wird beibehalten. Die neuen Tonnen werden zudem mit einem Transponder versehen, der Missbrauch möglichst vermeiden soll. Wie Geschäftsführer Mund unterstrich, ist das neue System nicht gebührenfinanziert, sondern deckt sich durch das „duale System“ - jeder Verbraucher bezahlt die Leistung bereits in der Kaufhalle über den Verpackungspreis. Für Fragen und Antworten wurde auf der frisch überarbeiteten Webpräsenz eine eigene Rubrik eingerichtet.

Frischer Netzauftritt und neue App

Mit der heutigen Ankündigung präsentierte die Nordhäuser Abfallwirtschaft auch ihre neue Webpräsenz, www.abfallporal-ndh.de, sowie eine neue Abfall-App. Nach 10 Jahren sei ein neues Design der Website nötig gewesen, erklärte Thomas Mund. Mit Blick auf die anstehende Kampagne zur Gelben Tonne und zum Bio-Müll habe sich der Zeitpunkt für eine Generalüberholung angeboten. Die Website soll im laufe des Tages online gehen und ist zu 85% fertig. Der letzte Feinschliff folgt in den nächsten Tagen.

Die Neuerungen erläuterte Steffen Mund (nicht verwandt oder verschwägert). Die frische Präsenz solle „schlanker und smarter“ als die alte Seite funktionieren, sodass Nutzer mit ein bis zwei Klicks an ihr Ziel kommen und sich nicht lange durch Untermenüs arbeiten müssen. Neben zahlreichen Informationen, Online-Formularen und Kontaktdaten bietet die Seite auch den aktuellen Entsorgungskalender sowie einen Gebührenrechner.

Das Farbschema des ebenfalls neu gestalteten Logos, welches sich mit Blau, Braun, Schwarz und Gelb an den bekannten Farben der Tonnen orientiert, zieht sich durch das Design der Website und der überarbeiteten Smartphone-Anwendung. Die App ist über das Stichwort „Abfall-NDH“ in den gängigen App-Stores von Apple und Google demnächst zum Download erhältlich und bietet zusätzlich eine Erinnerungsfunktion, einen Schadstoffmobil-Finder und ein Verzeichnis der Grünabfallstandorte. Die bisherige Anwendung wird noch bis zum Ende des laufenden Jahres unterstützt, danach werden auf die alte App keine Informationen mehr geliefert.

Ganz weg vom Papier geht man freilich nicht, die Entsorgungskalender werden zur Zeit wie gewohnt verteilt. Neu ist, dass dabei keine Bezugsscheine für gelbe Säcke mitgeliefert werden. Den rund 10.000 Haushalten, die ihren Plastikabfall wie gewohnt im Sack entsorgen, werden die Ausgabescheine gesondert zugeschickt. Bezugsscheine aus den vergangenen Jahren sind nicht mehr gültig, neue Versorgungskarten können bei den Stadtwerken und dem Landratsamt abgeholt werden.

Elektro-Sperrmüll muss warten
Wer bis zum Ende des Jahres noch einmal Sperrmüll angemeldet hat, wird etwaig enthaltene Elektrogeräte noch etwas länger behalten müssen. Das Abgabezentrum der Nordthüringer Lebenshilfe ist aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen zur Zeit nur beschränkt einsatzfähig. Wer bereits einen Termin hat, wird schriftlich informiert.

Bitte richtig trennen
Ist die Einführung der Gelben Tonne Mitte kommenden Jahres glatt über die Bühne gegangen, wird die Abfall-Wirtschaft die nächste Kampagne ins Auge fassen: Plastik im Biomüll. Das Problem sei Ernst, erklärte Thomas Mund, gelangt Plastikmüll, etwa durch zur Entsorgung genutzte Tüten, in den Bioabfall, so landen Plasitkpartikel letztlich auch auf dem Acker und das gelte es durch einen möglichst geringen Störstoffanteil zu verhindern. Für weitere Informationen zur richtigen Mülltrennung verlinkt die Webpräsent „abfall-nordhausen.de" auch auf die Webseite des „dualen Systems“, „muelltrennung-wirkt.de".

Grünabfall
Apropos Bio: Die beliebte Grünschnittkarte wird es auch im kommenden Jahr wieder für 20 Euro geben. Rund 6.500 Kunden nutzen das Angebot inzwischen im Schnitt. Wer die Karte nicht direkt in Händen halten muss hat die Möglichkeit auch hier das Internet zu nutzen und sich das mit einem Erkennungscode versehene Dokument als. pdf auf dem Handy zu speichern.
Angelo Glashagel
Autor: red

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