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Im Set billiger?

Samstag, 06. August 2005, 11:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Dieses Wochenende ist brechend voll mit Veranstaltungen für jeden Geschmack. Werden sie im Set günstiger? Die Altstadtoriginale gingen dieser und anderen Fragen bei ihrer Festeröffnung nach.


Im Set billiger? (Foto: nnz) Im Set billiger? (Foto: nnz)

„Alle Kultur an einem Wochenende.“ Motzen Hannichen Vogelstange und das Rote Orschloch. „War’s für die Stadt billiger?“ fragen die Originale. „Von wegen, an einem Strang ziehen. Die Stadt will doch nur Geld verdienen, denen ist die Zahl unterm Strich wichtig.“ Damit zielen die Beiden auf die Biermeile vor dem Rathaus. Ihr Original-Kollege Roland tut ihnen leid. „Nicht nur, weil er da so eingemauert steht auf seinem Podeste. Line-Dance soll er auch noch machen“ Sagt Hannichen Vogelstange. Das Rote Orschloch schlägt vor, ihm eine Pulle Nordhäuser Korn zu bringen. “Denn nur im Suff ist es zu ertragen.“

Von der Biermeile ist es nur ein gedanklich kurzer Weg zum Tabakspeicher. Auch die Kunst dort bekommt ihr Fett weg. „Kunst ist schön, aber nicht jeder versteht sie.“ Meint Hannichen.
Orschloch zieht ein weißes Blatt vor aus seinem „Wahlkampfkonzept“. „Eigentlich wollte ich mit Frau Rinke reden, aber die war grade nicht da. Das hier ist das Konzept, was mir Bürgermeister Matthias Jendricke genehmigt hat. Nun müssen wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist.“

Das tun sie dann auch, lästern über das Kanzler-TV-Duell und können sich auch einen Witz über Frau Merkels Frisur nicht verkneifen. „Na, die Merkel hat ja jetzt auch eine Spendenaffäre am Hals. – Helmut Kohl hat ihr mal 50,- Euro für’n Friseurbesuch gegeben und nun weiß keiner, wo das Geld ist.“

Den Zuschauern bei der heutigen Eröffnung gefällt es. Sie spenden reichlich Beifall und Gelächter. Auch als sich die Originale über das Arbeitsamt auslassen, das Industriegebiet „Goldene Aue“ belästern und letztlich dazu kommen, daß Nordhausen bald wieder eine „Grüne Stadt“ werde. „Wegen der vielen schönen Grünflächen, die entstehen, wenn hier alle wegziehen.“ Auch am Standort der ehemaligen Polizei könnte so eine schöne Grünfläche entstehen, jetzt wo sich Investor Rossing zurückgezogen hat. „Jeder hat’s gewußt, nur die Stadtverwaltung nicht.“

Mit Kritik sparen Hannichen und Orschloch nicht. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke steht nicht immer begeistert daneben. Aber Lob gibt es auch, nämlich für die Organisatoren des Altstadtfestes. Dann ziehen sich die Originale gemeinsam mit der „Alten Garde“ in ihr Feldlager zurück.

Neben den Auftritten der Beiden locken Stände mit historischem Handwerk und modernem Klunker. Zahlreiche Stände und Kneipen laden zur Einkehr. An beiden Tagen gibt es auf den Bühnen an der Altendorfer Stiege und im Alten Tor Musik und Darbietungen. Trotzdem ist etwas anders als früher, die Präsens von Altstadt Manne fehlt, da der im vergangenen Jahr ausgestiegen ist.
Autor: wf

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