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Wildwest im Südharz

Donnerstag, 04. August 2005, 10:40 Uhr
Nordhausen/Göttingen (nnz). Zu einer spektakulären Festnahme kam es gestern Abend in der Nähe von Nordhausen. Auf der A 38 war das SEK im Einsatz, zuvor war jedoch ein Mann in Göttingen erschossen worden. Erste Einzelheiten wie immer mit einem Klick...


Das Drama begann gestern in Wieda im Landkreis Osterode am Harz. Dort hatten zwei Brüder aus Berlin die Volksbank überfallen und ausgeraubt. Mit der Beute von mehreren Tausend Euro flüchteten die beiden dann in Richtung Göttingen. Vermutlich waren ihnen zu dieser Zeit schon die Ermittler auf Fersen. Dann verliert sich zunächst die Spur der Bankräuber, sie wird erst am Bahnhof in Göttingen wieder gefunden. Dort kommt es schließlich zu einer Schießerei, in deren Folge ein Mann erschossen wird. Der Getötete saß in seinem Mercedes, den sich der 32jährige und sein 34 Jahre alter Bruder aneigneten.

Das Gangsterduo muß dann auf der A 38 in Richtung Nordhausen geflohen sein. Für die Nordthüringer Polizei, die bereits seit dem Banküberfall in den Fahndungsmaßnahmen einbezogen war, wurde jetzt die höchste Alarmstufe ausgerufen. Das Sondereinsatzkommando der Göttinger Polizei wurde in den Landkreis Nordhausen gebracht. Der Einsatzplan soll vorgesehen haben, den Mercedes zwischen den Anschlussstellen Wipperdorf und Werther zu stoppen.

Als das Fluchtauto und die Polizeiwagen dann an der Anschlussstelle Wipperdorf vorbei waren, wurde die Autobahn gesperrt, so dass hinter diesen Fahrzeugen niemand mehr auffahren konnte. Kurz vor der Abfahrt nach Werther konnte der Mercedes schließlich nach 19 Uhr gestellt werden, in dem Auto saß jedoch nur der 32jährige aus Berlin, von seinem Bruder fehlte jede Spur.

Zu diesem Fall gibt es allerdings auch einige Merkwürdigkeiten. Nach nnz-Recherchen soll es Filmaufnahmen sowohl von der Festnahme auf der A 38 als auch von der tödlichen Schießerei am Göttinger Bahnhof geben. Gedreht soll sie eine Filmgesellschaft aus Hannover haben. Für die Beamten der Polizei bleibt jetzt mehr als nur die Frage, wie das Filmteam zum Festnahmeort auf der A 38 kam und wie es über den Aufenthalt der beiden mutmaßlichen Bankräuber in Göttingen informiert werden konnte.

Die Filmszenen sollen heute in den einschlägigen Boulevard-Programmen zu sehen sein.
Autor: nnz

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