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Leicht nach oben

Donnerstag, 28. Juli 2005, 12:37 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Arbeitsmarkt in Nordthüringen konnte sich dem leichten allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen. Verheerend sind es bei den Ausbildungsstellen aus. Die nnz hat einen umfassenden Überblick für Sie zusammengestellt.

Leicht nach oben (Foto: nnz) Leicht nach oben (Foto: nnz)

„Auf dem Arbeitsmarkt im Nordhäuser Agenturbezirk waren im Juli saisonale Einflüsse zu spüren. Vor allem das Ende schulischer und betrieblicher Ausbildungen beeinflusste das Geschehen“, diese Bilanz zog die Vorsitzende der Nordhäuser Arbeitsagentur Dr. Simone Simon, bei der Vorstellung des neuesten Arbeitsmarktberichts. Ende Juli ist die Zahl der Arbeitslosen um 169 auf 28.388 leicht gestiegen. Damit waren immer noch fast 1.300 Männer und Frauen weniger registriert als vor einem Jahr.

Im Gegensatz zu den Männern, wo sich die Zahl um rund 130 reduzierte, gab es eine Erhöhung bei den Frauen um beinahe 300. Vor allem die Zahl der jüngeren Arbeitslosen bereitet Sorgen. Sie ist im Vergleich zum Juni um rund 700 erhöht und liegt damit bei 3.941. Der Anteil der Jugendlichen unter 20 stieg dabei von 479 auf 923.

Lediglich im Kyffhäuserkreis ist insgesamt die Zahl der Arbeitslosen, wie auch schon in den Vormonaten, um über 100 auf 11.315 zurückgegangen. Hier konnte trotz einer erhöhten Anzahl von Neumeldungen der Ausgleich geschaffen werden. Den rund 1.400 Neuzugängen stehen in Sondershausen auch über 1.500 Abmeldungen gegenüber. Im Eichsfeld hingegen erhöhte sich vor allem der Personenkreis der unter 20-jährigen von knapp 100 im Vormonat, auf 265 oder 167 Prozent im Juli.

Im Agenturbezirk beträgt damit die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen 18,7 Prozent, im Monat Juni betrug sie 18,6 Prozent. Während die Quote im Bereich der Hauptagentur Nordhausen unverändert blieb und im Kyffhäuserkreis sogar um 0,3 Prozentpunkte auf 24,8 Prozent sank, erhöhte sich die Quote in Leinefelde um 0,5 auf 14,0 Prozent. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt waren intensive Austauschprozesse zu beobachten. Die Zahl der Männer und Frauen, die sich im Berichtsmonat arbeitslos meldeten, erlangte eine höhere Dimension als im Monat zuvor. Mit 4.126 wurden fast 1.400 oder 51 Prozent mehr Meldungen registriert als im Juni, aber immer noch weniger als im Vorjahr. Im Vergleich: Im Juli 2004 meldeten sich 4.651 Männer und Frauen arbeitslos.

Der Anteil derjenigen, die im Berichtsmonat aus einer Erwerbstätigkeit kamen, belief sich auf 1.651, im Juli 2004 waren es noch über 2000. Im Verarbeitenden und Baugewerbe gab es über 500 Entlassungen, in Bereichen der öffentlichen Verwaltung, Erziehung und Gesundheit rund 380 Kündigungen. Aus Ausbildung oder Qualifizierung meldeten sich 1.386 Personen arbeitslos, hier ist vor allem der Anteil derer, die nach Schulende oder Abschluss eines Studiums keine Arbeit fanden, mit 869 beträchtlich.

Den Neumeldungen standen im Juli aber auch fast 4.000 Abmeldungen gegenüber. Das sind über 400 oder 11 Prozent mehr als im Vormonat. Über 2.000 Männer und Frauen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, in fast 800 Fällen war dabei durch gezielte Vorschläge die Arbeitsagentur beteiligt. Intensive Vermittlungsbemühungen, ein verstärktes Beratungsangebot bei hoher Kontaktdichte zu den Kunden und das Einfordern von Eigeninitiativen führten zu diesem Ergebnis. Aber auch über 300 Männer und Frauen zogen sich aus der Arbeitslosigkeit zurück, indem sie ihre Meldungen nicht erneuerten.

Betriebe und Verwaltungen aus der Region meldeten der Arbeitsagentur im Juli 855 freie Stellen zur Besetzung, das sind 37 mehr als im Juni und fast 150 mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn konnten über 1.000 Arbeitsstellen mehr gewonnen werden als im gleichen Zeitraum 2004. Das sind nicht nur Ergebnisse der Aktionstage, sondern auch bereits erste Resultate des 16-köpfigen Arbeitgeberservices unter Leitung von Walter Meyer, die sich sehen lassen können. Sein Team (5 Vermittler in der Hauptagentur und 11 Vermittler in den Geschäftsstellen) engagiert sich gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft des Kyffhäuserkreises bei den Unternehmen.

Die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern ständig zu verbessern, dabei auf Wünsche einzugehen und die Qualität der Vermittlung deutlich zu erhöhen, ist seine Absicht. Über 2.500 persönliche und telefonische Kontakte im letzten Monat führen die Nordhäuser Arbeitsagentur nach und nach an ihr Ziel – mehr Arbeitsstellen ihren Arbeitslosen anbieten zu können. Bereits jetzt ist erkennbar - immer mehr Betriebe nehmen den umfassenden Service der Arbeitsagentur in Anspruch.

Am Monatsende gab es insgesamt 1.239 freie Arbeitsstellen, wobei über 700 davon versicherungspflichtig sind. Rund 80 Stellen sind in geringfügigem Umfang vorhanden und über 400 Arbeitsgelegenheiten wurden von den beiden Arbeitsgemeinschaften der Region registriert. Einen deutlichen Sprung gab es auch bei der Besetzung freier Arbeitsstellen. Fast 40 Prozent mehr als im Juni, nämlich über 1.000 Stellenbesetzungen hat die Nordhäuser Arbeitsagentur zu verzeichnen. Der Landkreis Nordhausen selbst hat dabei allein über 530 Arbeitsplätze besetzt und mit 51,3 Prozent den höchsten Anteil.

Die Sorge der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur lässt sich mit Blick auf die noch freien Ausbildungsstellen im Verhältnis zu den noch nicht vermittelten Bewerbern begründen. Wie schon im Juni zu beobachten war, ergibt sich nach wie vor ein äußerst unausgewogenes Verhältnis. Der Ausbildungsmarkt zeigt sich zu dem auch weiterhin ungünstiger als im Vorjahr. Seit Beginn des Berichtsjahres wurden bisher 1.467 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet, lediglich 9 weniger als im vergangenen Jahr. Seit Beginn des Beratungsjahres gaben aber fast 350 junge Leute mehr, nämlich 4.566 ihren Ausbildungswunsch bekannt. Den 487 offenen Ausbildungsstellen stehen derzeit 1.746 unvermittelte Bewerber gegenüber. Vor allem in den Dienstleistungsberufen überwiegt die Zahl der Bewerber deutlich. Ende Juli weist die Branche rund 600 freie Stellen aus. Die Zahl der Ausbildungssuchenden beläuft sich auf 2.200.


Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli geringfügig gestiegen, und zwar um 11 auf 8.919. Im
Vergleich zum Vorjahr gab es 840 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 18,7 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 20,4 % belaufen. Im Juli meldeten sich 1.442 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 35 Personen oder 2 % weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.431 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 188 oder 15 % mehr als vor Jahresfrist. In der Hauptagentur Nordhausen waren im Juli 772 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Rückgang von 133. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 368 Stellen mehr.


Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 276 auf 8.154 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 790
Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 14,0 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 15,3 % belaufen. Im Juli meldeten sich 1.226 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 254 Personen oder 17,2 % weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 951 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 295 oder 23,7 % weniger als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Leinefelde waren im Juli 152 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Rückgang von 11. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 147 Stellen weniger.


Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit hat sich im Juli um 118 auf 11.315 verringert. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 351 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 24,8 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 23,9 % belaufen. Im Juli meldeten sich 1.458 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 236 Personen oder 13,9 % weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.575 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 101 oder 6,9 % mehr als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Sondershausen waren im Juli 315 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Rückgang von 3. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 80 Stellen mehr.
Autor: nnz

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