Kommt aus Nordthüringen:
Der Neue
Dienstag, 13. Oktober 2020, 13:03 Uhr
Er fährt am liebsten mit Fahrrad und Zug, ist Polizist mit und aus Leidenschaft, hat zwei Fußball-Lieblingsvereine, ist vierfacher Vater und seit diesem Monat für rund 140 Polizistinnen und Polizisten im Landkreis Nordhausen verantwortlich. Mit Thomas Gubert haben wir uns heute unterhalten…
Thomas Gubert (Foto: nnz)
Thomas Gubert folgt auf Ronny Groos, der Thüringen in Richtung Sachsen-Anhalt verlassen hat. Wie 53 sieht der Polizeioberrat nicht aus (wenn ich das als Mann mal anmerken darf :-)), doch er verfügt über eine dicke Portion Polizeierfahrung. Die will er nun in den Landkreis Nordhausen einbringen.
Geboren und aufgewachsen ist Gubert in Bad Langensalza, beheimatet jedoch ist er im Eichsfeld. Dort, in Heiligenstadt, versieht auch seine Frau ihren Dienst bei der Thüringer Polizei. Nach sieben Jahren im Unstrut-Hainich-Kreis ist die Position in Nordhausen, als Leiter des Inspektionsdienstes, eine neue Herausforderung, der er sich stellen will. Denn: Nordhausen ist mit Abstand die größte Stadt im Norden des Freistaates und der Landkreis grenzt an zwei andere Bundesländer.
Und das sind – aus Sicht eines Verantwortung tragenden Polizisten – die Nordhäuser Besonderheiten, wie zum Beispiel die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, der Fußball an der Parkallee und die Situationen, wenn ab und an mal in Nordhausen ein gefundener Blindgänger unschädlich gemacht werden soll. Und da ist die A 38, die aus polizeilicher Perspektive spezielle Lagebeurteilungen benötigt. Nicht, dass Nordhausen und der gesamte Landkreis eine unsichere Gegend sei, aber Kriminelle sind durch die Verkehrsader nicht nur schnell am Ort ihres Begehrens, sie sind auch schnell wieder weg.
Viele andere Aufgaben, Herausforderungen und Probleme sind in Nordhausen gleichgelagert wie in Mühlhausen, Heiligenstadt oder Sondershausen. Es gibt – bedingt durch die Pandemie – eine Zunahme der häuslichen Gewalt, es gibt Brennpunkte wie die Uferstraße oder den Petersberg und es gibt die personelle Situation der Polizei insgesamt, die im Landkreis Nordhausen nicht besser ist als in anderen Regionen des Freistaates. Ich will mir in den kommenden Wochen und Monaten erst einmal einen umfassenden Überblick verschaffen, um dann in der Lage zu sein, konkrete Strategien festzulegen, sagt Thomas Gubert. Das schließt auch die Areale mit ein, in denen sich die Kolleginnen und Kollegen etwas vorsichtiger verhalten sollten. Die will er jedoch erst im Frühjahr benennen.
Er will – wie bislang - stets ein offenes Ohr haben für die Menschen, die ihm dienstlich unterstellt sind und für die er Verantwortung trägt. Und: für ihn gibt es in Nordthüringen kein strukturelles rechtsradikales oder antisemitisches Problem bei den Kolleginnen und Kollegen. Aber: Die Polizei ist nun mal ein Querschnitt unserer Gesellschaft, sie ist keine abgeschottete Elite. Da haben wir auch politische Anschauungen und Ansichten, die vom demokratisch legitimierten rechten Rand bis zum linken Rand reichen. Und klar: Es gibt sie vermutlich auch – die schwarzen Schafe. Die müssen wir erkennen und gegebenenfalls aussortieren.
Sportlich ist der Mann zudem. So oft es geht und der Dienst es zulässt, verlässt Gubert sein Heim im Eichsfeld mit dem Fahrrad, fährt nach Heiligenstadt zum Bahnhof, dann nach Nordhausen und vom hiesigen Bahnhof an die Darre. Eine seiner sportlichen Vorlieben gilt dem Fußball, doch an seinen Lieblingsvereinen – zumindest mit einem – sollte der 53jährige noch ein wenig arbeiten und die private Liste vielleicht um einen zusätzlichen Verein verlängern: Es sind Bayern München und – na ja – Rot Weiß Erfurt.
Trotzdem ein herzliches Willkommen in Nordhausen sowie im gesamten Landkreis, Polizeioberrat Thomas Gubert und vielleicht wird es mit Wacker Nordhausen ja auch mal was…
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Thomas Gubert (Foto: nnz)
Thomas Gubert folgt auf Ronny Groos, der Thüringen in Richtung Sachsen-Anhalt verlassen hat. Wie 53 sieht der Polizeioberrat nicht aus (wenn ich das als Mann mal anmerken darf :-)), doch er verfügt über eine dicke Portion Polizeierfahrung. Die will er nun in den Landkreis Nordhausen einbringen.
Geboren und aufgewachsen ist Gubert in Bad Langensalza, beheimatet jedoch ist er im Eichsfeld. Dort, in Heiligenstadt, versieht auch seine Frau ihren Dienst bei der Thüringer Polizei. Nach sieben Jahren im Unstrut-Hainich-Kreis ist die Position in Nordhausen, als Leiter des Inspektionsdienstes, eine neue Herausforderung, der er sich stellen will. Denn: Nordhausen ist mit Abstand die größte Stadt im Norden des Freistaates und der Landkreis grenzt an zwei andere Bundesländer.
Und das sind – aus Sicht eines Verantwortung tragenden Polizisten – die Nordhäuser Besonderheiten, wie zum Beispiel die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, der Fußball an der Parkallee und die Situationen, wenn ab und an mal in Nordhausen ein gefundener Blindgänger unschädlich gemacht werden soll. Und da ist die A 38, die aus polizeilicher Perspektive spezielle Lagebeurteilungen benötigt. Nicht, dass Nordhausen und der gesamte Landkreis eine unsichere Gegend sei, aber Kriminelle sind durch die Verkehrsader nicht nur schnell am Ort ihres Begehrens, sie sind auch schnell wieder weg.
Viele andere Aufgaben, Herausforderungen und Probleme sind in Nordhausen gleichgelagert wie in Mühlhausen, Heiligenstadt oder Sondershausen. Es gibt – bedingt durch die Pandemie – eine Zunahme der häuslichen Gewalt, es gibt Brennpunkte wie die Uferstraße oder den Petersberg und es gibt die personelle Situation der Polizei insgesamt, die im Landkreis Nordhausen nicht besser ist als in anderen Regionen des Freistaates. Ich will mir in den kommenden Wochen und Monaten erst einmal einen umfassenden Überblick verschaffen, um dann in der Lage zu sein, konkrete Strategien festzulegen, sagt Thomas Gubert. Das schließt auch die Areale mit ein, in denen sich die Kolleginnen und Kollegen etwas vorsichtiger verhalten sollten. Die will er jedoch erst im Frühjahr benennen.
Er will – wie bislang - stets ein offenes Ohr haben für die Menschen, die ihm dienstlich unterstellt sind und für die er Verantwortung trägt. Und: für ihn gibt es in Nordthüringen kein strukturelles rechtsradikales oder antisemitisches Problem bei den Kolleginnen und Kollegen. Aber: Die Polizei ist nun mal ein Querschnitt unserer Gesellschaft, sie ist keine abgeschottete Elite. Da haben wir auch politische Anschauungen und Ansichten, die vom demokratisch legitimierten rechten Rand bis zum linken Rand reichen. Und klar: Es gibt sie vermutlich auch – die schwarzen Schafe. Die müssen wir erkennen und gegebenenfalls aussortieren.
Sportlich ist der Mann zudem. So oft es geht und der Dienst es zulässt, verlässt Gubert sein Heim im Eichsfeld mit dem Fahrrad, fährt nach Heiligenstadt zum Bahnhof, dann nach Nordhausen und vom hiesigen Bahnhof an die Darre. Eine seiner sportlichen Vorlieben gilt dem Fußball, doch an seinen Lieblingsvereinen – zumindest mit einem – sollte der 53jährige noch ein wenig arbeiten und die private Liste vielleicht um einen zusätzlichen Verein verlängern: Es sind Bayern München und – na ja – Rot Weiß Erfurt.
Trotzdem ein herzliches Willkommen in Nordhausen sowie im gesamten Landkreis, Polizeioberrat Thomas Gubert und vielleicht wird es mit Wacker Nordhausen ja auch mal was…
Peter-Stefan Greiner
