2. Mitteldeutscher Tag der E-Mobilität
Vom Fahrrad bis zum Rennwagen
Samstag, 03. Oktober 2020, 14:30 Uhr
40 Aussteller, Fahrräder, Kleinwagen, Busse, Rennwagen, Ladetechnik - auf dem Autodrom gab es zum 2. Mitteldeutschen Tag der E-Mobilität wieder viel zu sehen und auszuprobieren…
Schnell, wendig und von Hand zusammengebaut - zu den Hinguckern des 2. Tages der Elektromobilität auf dem Autodrom gehörten heute definitiv die Elektro-Rennwagen. Zwei Teams präsentierten nicht nur ihre Boliden dem Publikum, sondern auch ihre Design-Philosophie. Bei Blue Flash aus Göttingen setzt man vor allem auf Funktionalität. Unsere Prototypen sind einfach, aber zuverlässig., erzählt Jan Hendrik Klaas. Seit 2014 schrauben Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Künste an den E-Rennwagen. Seitdem sei man weit gekommen, erzählt Klaas. Beim Modell aus dem Jahr 2017 war man noch vorsichtig, kam mit 60 Volt Antriebsspannung aus. Der Motor wirkt unaufgeräumt und zeigt deutlich, wo man pragmatisch improvisiert hat. Die Catch-Can etwa, die überschüssige Kühlflüssigkeit auffangen muss, ist einfach eine Dose, die man mit Kabelbindern befestigt hat.
Das aktuelle Modell hat mit 450 Volt deutlich mehr Wumms, alles ist organisierter, folgt aber im Kern immer noch dem ursprünglichen Ansatz - keine Spielereien. Denn die Fahrzeuge müssen sich in der Formula Student auch auf der Strecke beweisen. Der kleine Bruder der Formula-E bringt es in Deutschland auf 50 bis 60 Teams, erzählt der Göttinger Student, bei großen Wettkämpfen wie in Hockenheim geht es mit rund 150 Teams international zu.
Dabei funktioniert der Rennzirkus etwas anders, als in der traditionellen Formel 1. In statischen Disziplinen müssen die Studenten ihre Kreationen einer Fachjury präsentieren, die Design und Technik unter die Lupe nehmen. Die dynamischen Herausforderungen führen dann auf die Strecke, hier werden Beschleunigung, Kurvenverhalten und Geschwindigkeit auf die Probe gestellt. Wenn es das Fahrzeug denn bis dahin schafft. Von 45 Fahrzeugen kommen vielleicht zwanzig durch die technische Abnahme. Bis in die letzte Disziplin, die Endurance kommen dann vielleicht noch zehn. Da liegt die Stärke unserer Fahrzeuge - wir haben keine Aerodynamik oder 4-Rad Antrieb, aber sie kommen zuverlässig auf die Strecke, erzählt Klaas.
Die Kollegen aus Ilmenau nebenan fahren ein anderes Konzept. Der Bolide des Teams Starcraft sieht mit Spoilern und Chassis schon eher nach Rennwagen aus. Während die Göttinger das eine oder andere Bauteil auch von außen beziehen, sind die Ilmenauer Stolz noch mehr selbst zusammengebastelt zu haben, unter anderem den kompletten Antriebsstrang. Zudem hat man den Nachbarn ein Stück Erfahrung voraus, das Team gibt es schon seit 2006, damals baute man aber noch Verbrenner. An der E-Mobilität versucht man sich seit 2011.
Viel Rivalität gebe es aber nicht, auch nicht in den Wettkämpfen, erzählt Klaas. Bis die Wagen auf der Strecke sind, sind wir alle ein Verein. Man hilft sich gegenseitig wo es geht. Im Vordergrund steht weniger das Rennen um Platz Eins, sondern eher der technische Weg dahin. Zugelassen sind nur Studenten, wer den Grad des Doktoranden erreicht hat, kann schon nicht mehr mitmachen. Sowohl in Ilmenau wie auch in Göttingen schätzt man die praktische Erfahrung, die man sammelt. So mancher Student habe in den Projekten mehr gelernt, als im eigentlichen Studium und der Prototypenbau eigne sich bestens, junge Ingenieure an Zukunftstechnologien heranzuführen, berichten die Teams.
Mit den Rennwagen konnte das Publikum freilich nicht selbst fahren, dafür aber mit zahlreichen anderen Modellen. Neben Kleinwagen wurden auch Busse und Elektro-Camper vorgestellt und natürlich eine breite Palette an Elektrofahrrädern in allen erdenklichen Ausführungen. Mit der Resonanz zeigten sich die Organisatoren der Firma Intrasol äußerst zufrieden. Gestartet war die Kooperationsveranstaltung der Landesenergieagenturen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, der Firma Intrasol, der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland und dem BBZ bereits gestern mit einer Reihe Workshops. Heute werden die Elektrofahrzeuge noch bis 16 Uhr präsentiert.
Angelo Glashagel
Autor: redSchnell, wendig und von Hand zusammengebaut - zu den Hinguckern des 2. Tages der Elektromobilität auf dem Autodrom gehörten heute definitiv die Elektro-Rennwagen. Zwei Teams präsentierten nicht nur ihre Boliden dem Publikum, sondern auch ihre Design-Philosophie. Bei Blue Flash aus Göttingen setzt man vor allem auf Funktionalität. Unsere Prototypen sind einfach, aber zuverlässig., erzählt Jan Hendrik Klaas. Seit 2014 schrauben Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Künste an den E-Rennwagen. Seitdem sei man weit gekommen, erzählt Klaas. Beim Modell aus dem Jahr 2017 war man noch vorsichtig, kam mit 60 Volt Antriebsspannung aus. Der Motor wirkt unaufgeräumt und zeigt deutlich, wo man pragmatisch improvisiert hat. Die Catch-Can etwa, die überschüssige Kühlflüssigkeit auffangen muss, ist einfach eine Dose, die man mit Kabelbindern befestigt hat.
Das aktuelle Modell hat mit 450 Volt deutlich mehr Wumms, alles ist organisierter, folgt aber im Kern immer noch dem ursprünglichen Ansatz - keine Spielereien. Denn die Fahrzeuge müssen sich in der Formula Student auch auf der Strecke beweisen. Der kleine Bruder der Formula-E bringt es in Deutschland auf 50 bis 60 Teams, erzählt der Göttinger Student, bei großen Wettkämpfen wie in Hockenheim geht es mit rund 150 Teams international zu.
Dabei funktioniert der Rennzirkus etwas anders, als in der traditionellen Formel 1. In statischen Disziplinen müssen die Studenten ihre Kreationen einer Fachjury präsentieren, die Design und Technik unter die Lupe nehmen. Die dynamischen Herausforderungen führen dann auf die Strecke, hier werden Beschleunigung, Kurvenverhalten und Geschwindigkeit auf die Probe gestellt. Wenn es das Fahrzeug denn bis dahin schafft. Von 45 Fahrzeugen kommen vielleicht zwanzig durch die technische Abnahme. Bis in die letzte Disziplin, die Endurance kommen dann vielleicht noch zehn. Da liegt die Stärke unserer Fahrzeuge - wir haben keine Aerodynamik oder 4-Rad Antrieb, aber sie kommen zuverlässig auf die Strecke, erzählt Klaas.
Die Kollegen aus Ilmenau nebenan fahren ein anderes Konzept. Der Bolide des Teams Starcraft sieht mit Spoilern und Chassis schon eher nach Rennwagen aus. Während die Göttinger das eine oder andere Bauteil auch von außen beziehen, sind die Ilmenauer Stolz noch mehr selbst zusammengebastelt zu haben, unter anderem den kompletten Antriebsstrang. Zudem hat man den Nachbarn ein Stück Erfahrung voraus, das Team gibt es schon seit 2006, damals baute man aber noch Verbrenner. An der E-Mobilität versucht man sich seit 2011.
Viel Rivalität gebe es aber nicht, auch nicht in den Wettkämpfen, erzählt Klaas. Bis die Wagen auf der Strecke sind, sind wir alle ein Verein. Man hilft sich gegenseitig wo es geht. Im Vordergrund steht weniger das Rennen um Platz Eins, sondern eher der technische Weg dahin. Zugelassen sind nur Studenten, wer den Grad des Doktoranden erreicht hat, kann schon nicht mehr mitmachen. Sowohl in Ilmenau wie auch in Göttingen schätzt man die praktische Erfahrung, die man sammelt. So mancher Student habe in den Projekten mehr gelernt, als im eigentlichen Studium und der Prototypenbau eigne sich bestens, junge Ingenieure an Zukunftstechnologien heranzuführen, berichten die Teams.
Mit den Rennwagen konnte das Publikum freilich nicht selbst fahren, dafür aber mit zahlreichen anderen Modellen. Neben Kleinwagen wurden auch Busse und Elektro-Camper vorgestellt und natürlich eine breite Palette an Elektrofahrrädern in allen erdenklichen Ausführungen. Mit der Resonanz zeigten sich die Organisatoren der Firma Intrasol äußerst zufrieden. Gestartet war die Kooperationsveranstaltung der Landesenergieagenturen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, der Firma Intrasol, der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland und dem BBZ bereits gestern mit einer Reihe Workshops. Heute werden die Elektrofahrzeuge noch bis 16 Uhr präsentiert.
Angelo Glashagel





















