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VdK fordert Rentenniveau von 50 Prozent und höheren Mindestlohn

Altersarmut in Deutschland steigt darmatisch an

Samstag, 03. Oktober 2020, 13:14 Uhr
Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu. Wie das Statistische Bundesamt zum heutigen Tag der älteren Menschen mitteilt, stieg der Anteil der über 64-Jährigen, die gemessen am Bundesmedian armutsgefährdet sind, in den vergangenen 15 Jahren um fast 5 Prozent von 11 auf 15,7 Prozent. In keiner anderen Altersgruppe war der Anstieg seit 2005 so groß...

„Die aktuellen Zahlen bestätigen leider unsere seit Jahren geäußerten Befürchtungen“, sagt der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Paul Weimann. „Die Politik darf sich diesem drängenden Problem nicht mehr länger verschließen und muss endlich den Kampf gegen die Altersarmut entschlossen aufnehmen.“
Ein weiterer Indikator für die Zunahme der Altersarmut ist der Anteil der Menschen im Rentenalter, die Grundsicherung im Alter beziehen. Mit 4 Prozent liegt Hessen hier über dem Bundesdurchschnitt an fünfter Stelle hinter den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sowie dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Thüringen schneidet hier mit 1 Prozent am besten ab.

Damit nicht noch mehr Menschen im Rentenalter von Armut betroffen sind, fordert der VdK eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13 Euro pro Stunde und eine Erhöhung des Rentenniveaus auf 50 Prozent. Zudem sieht es der Sozialverband als unabdingbar an, die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent bei der Erwerbsminderungsrente zu streichen. „Die Politik muss endlich handeln“, fordert Paul Weimann. „Sie darf sich auch nicht länger zukunftsweisenden Konzepten wie einer Erwerbstätigenversicherung verschließen, in die alle einzahlen: Politiker, Selbstständige und langfristig auch Beamte.“
Autor: red

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