nnz-online
RENTNER HEINZ BECK SETZT SICH ZIELE:

Mit 75 noch zu Gold und 90 als Lebensziel

Sonntag, 06. September 2020, 08:00 Uhr
Die Deutschen sind dicke da: 67 Prozent der Männer und etwa 53 Prozent der Frauen seien übergewichtig. Wir sitzen auch zuviel, befindet eine neueste Studie – auf dem Sofa, im Bürostuhl, im Auto. Über 57 Prozent der Männer und immerhin 50,2 Prozent der Frauen zählten zu den Dauersitzern...

Zweimal in der Woche schafft sich Rentner Heinz Beck im Fitness-Studio. Mal auf dem Laufband, mal am Crosstrainer oder anderen Geräten. (Foto: privat) Zweimal in der Woche schafft sich Rentner Heinz Beck im Fitness-Studio. Mal auf dem Laufband, mal am Crosstrainer oder anderen Geräten. (Foto: privat)

Nordhausen. Niedriger Kalorienverbrauch, Stoffwechsel und Herz-Kreislaufsystem auf Sparflamme. Das setzt Fett an. Das bekommt der Gesundheit nicht. „Schwimmringe“ um Bauch und Hüfte sind sichtbare Zeichen. Heinz Beck beugt vor. Konsequent. Gesund und munter will der 75-Jährige bleiben.

Die 80 möchte er locker schaffen. Fünf weitere Jahre dann gern noch drauf legen. Als er kürzlich auf einer Geburtstagsfeier eines Freundes einen rüstigen 90-jährigen Gast erlebte, sind jetzt neun Jahrzehnte sein Lebens-Endziel. Die Voraussetzungen sind gegeben.

Er und seine Heidi lachen herzhaft gern. Trübsal mögen sie nicht. Wer es gern gesellig mag und viel lache im Leben, der werde auch alt, ist das Ehepaar überzeugt. Wer diese Maxime noch zusätzlich mit sportlichen Aktivitäten paare, habe gute Karten.

Heinz Beck hat Asse im Ärmel: Zweimal in der Woche Fitness-Studio. Seit 15 Jahren. Danach zur Entspannung in die Sauna. Corona unterbrach sie. Jetzt schafft er sich im Studio der Kyffhäuser Straße. Senior Beck will es sich nun auch amtlich bestätigen lassen. Eine Medaille muss her!

Der Rentner nutzt das Angebot des Kreissportbundes, will das Deutsche Sportabzeichen erkämpfen. Unter den 22 Anmeldungen, bedauert Beck, befand sich nur noch ein Anwärter in seinem Alter am Start. Ansonsten nur junge Leute. Etliche von ihnen waren gekommen, um sich beruflich für die sportlichen Anforderungen ihres Berufswunsches – Polizei, Zoll, Feuerwehr - zu rüsten.

Die größten Hürden hat Heinz Beck schon genommen: Bravourös der Wurf mit dem Schleuderball. Weitsprung? Laufen? Alles okay! Schwimmen folgt noch. Allesamt erfordern sie eines: Kondition! Er habe sich, sagt der Rentner, nicht besonders vorbereitet, mache alles aus dem Stand. Er akzeptiere, was am Ende stehe. Seine Heide aber weiß um seinen Ehrgeiz. Im Hinterkopf ihres Mannes leuchtet das Gold!

Was er vor 55 Jahren zuwege brachte, sagt der sich, müsste in seiner Altersklasse auch zu stemmen sein. Wenn dann noch Enkel Felix meine, sein Opa sei ein toller Hecht und die zwei Söhne ehrfurchtsvoll zum Vater aufblicken, gehe ihrem Mann erst richtig das Herz auf, ist Ehefrau Heidi überzeugt.

Konstant hält Heinz Beck seit Jahrzehnten sein Gewicht: 66 Kilogramm bei 1,68 Körpergröße. Idealgewicht. Der Mann ist ein Hungerleider! Zu diesem Urteilt könnte der Leser geneigt sein. Rentner Beck will weder vom Fleische fallen noch zulegen. Sich regelmäßig bewegen und ausgewogen ernähren – das ist sein Rezept für Gesundheit und Wohlergehen.

Wer wie er durch Sport Kalorien verliere, müsse den Verlust ausgleichen. Auch mit deftigen Mahlzeiten: Schnitzel, Eisbein, Sauerbraten kennt er an Sonn- und Feiertagen nicht nur vom Hörensagen.
Kurt Frank
Autor: psg

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de