Die Biomethan-Anlage der EVN weckt Interessen
Nordhäuser Innovations-Leuchtturm
Mittwoch, 26. August 2020, 12:53 Uhr
Technologien, Rahmenbedingungen, Innovationen sind die Kriterien, die Industrieanlagen wie die Nordhäuser Biomethan-Anlage für den ministeriellen Besuch im Rahmen einer Sommertour zum Thema Erneuerbare Wärmeenergie in Thüringen 2020 interessant machten...
EVN-Prokurist Joachim Külbel erklärt der Staatssekretärin Valentina Kerst die moderne Technik (Foto: oas)
Und über Innovationen mit ordentlichen Rahmenbedingungen bei Nutzung modernster Technologien konnte Joachim Külbel, Prokurist vom örtlichen Energieversorger EVN und Technischer Leiter der Anlage, den Gästen aus Erfurt und Weimar eine ganze Menge beim heutigen Besichtigungstermin erzählen.
Gekommen war die Staatssekretärin Valentina Kerst aus dem Thüringer Ministerium für Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsförderung, Tourismus und Digitale Gesellschaft. Begleitet wurde sie von Jana Liebe, die dem Verein Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) als Geschäftsführerin vorsteht. Weitere Interessenten kamen von der TEAG (Ingo Müller vom Thüringer Wärmeservice) und aus dem Eichsfeld Fabian Hoppe, ebenfalls von ThEEN.
Seit Mai 2015 arbeitet die Einrichtung am Rande Nordhausens auf einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar im Dauerbetrieb und bereitet die in vier Silos angelieferten Materialien zu Erdgasqualität auf, was dann drei Blockheizkraftwerken in Nordhausen für die Energieversorgung zugute kommt. 20 000 Tonnen Mais und 4,5 Tonnen Zuckerrüben werden neben der Getreideschlempe aus den Produktionsrückständen bei Nordbrand verarbeitet. Gülle und andere Fäkalien sind keine Bestandteile der Arbeit in der modernen Anlage, deren Ausstoß 35 -36 Millionen Kilowattstunden jährlich beträgt.
Die Verfahrenswege lauten hier: Biogaserzeugung, Biogasaufbereitung und Biogaseinspeisung. Das alles mit kurzen Lieferwägen und Produkten aus der unmittelbaren Region im Umkreis von 700 Metern bis 13 Kilometern. Auch die Reste aus der Biomethanherstellung werden noch einmal verwendet, sie gehen als Dünger zurück auf die Felder.
Auf 560 Hektar Fläche wird im Umland Mais für die EVN angebaut, erzählte Joachim Külbel seinen wissbegierigen Zuhörern. Nach Besichtigung der Leitzentrale, des Pumpenraumes und diverser Schalt- und Einleitungsstationen in der Außenanlage bedankten sich die Gäste für Külbels Ausführungen und eilten weiter in die Robert-Blum-Straße, wo Thomas Mund der Geschäftsführer der Südharzwerke Nordhauen und der Entsorgungsgesellschaft das Biomasse-Heizwerk vorstellte. Abschließend fand eine Podiumsdiskussion in den Konferenzräumen der Stadtwerke statt, auf der weitere Projekte zur erneuerbaren Wärmeenergie in anderen Teilen Thüringens zur Sprache kamen.
Auch die Südharzwerke Nordhausen möchten nicht-kompostierbare Grünabfälle, die in der Umgebung anfallen, energetisch nutzbar machen. Dazu haben 2019 die Bauarbeiten eines Biomasse-Heizwerks begonnen. Thomas Mund, Geschäftsführer der Südharzwerke Nordhausen, erklärt: Als kommunales Unternehmen sind wir in der Verantwortung, die Wärmeversorgung zu dekarbonisieren und setzen in dem Projekt auf CO2-neutrales Brennmaterial aus Bioabfällen und regionale Kreisläufe.
Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst schätzt diese Entwicklung: Das hier vorgestellte Zusammenspiel regionaler Unternehmen und Einrichtungen bei der Beschaffung, aber auch beim Bau neuer innovativer Erzeugungsanlagen ist ein Erfolgsmodell und zeigt, wie regionale Wertschöpfung funktionieren kann. Für eine kontinuierliche Dekarbonisierung des gesamten Energiesystems werden wir weitere Innovationen benötigen. Als Impulsgeber dafür unterstützt das Wirtschaftsministerium deshalb das ThEEN-Innovationscluster.
Die Nordhäuser Biomethan-Anlage der EVN dürfte als ein Thüringer Pilotprojekt für diese Art der Energiegewinnung auch in Zukunft im Blickpunkt der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stehen. Mit der örtlichen Hochschule gibt es viele fruchtbare Verbindungen zu den Fachgebieten der erneuerbaren Energien und es laufen ständig Projekte mit den zukünftigen Experten, die dann vielleicht auch in Nordhausen weiter forschen werden.
Autor: osch
EVN-Prokurist Joachim Külbel erklärt der Staatssekretärin Valentina Kerst die moderne Technik (Foto: oas)
Und über Innovationen mit ordentlichen Rahmenbedingungen bei Nutzung modernster Technologien konnte Joachim Külbel, Prokurist vom örtlichen Energieversorger EVN und Technischer Leiter der Anlage, den Gästen aus Erfurt und Weimar eine ganze Menge beim heutigen Besichtigungstermin erzählen.
Gekommen war die Staatssekretärin Valentina Kerst aus dem Thüringer Ministerium für Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsförderung, Tourismus und Digitale Gesellschaft. Begleitet wurde sie von Jana Liebe, die dem Verein Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) als Geschäftsführerin vorsteht. Weitere Interessenten kamen von der TEAG (Ingo Müller vom Thüringer Wärmeservice) und aus dem Eichsfeld Fabian Hoppe, ebenfalls von ThEEN.
Seit Mai 2015 arbeitet die Einrichtung am Rande Nordhausens auf einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar im Dauerbetrieb und bereitet die in vier Silos angelieferten Materialien zu Erdgasqualität auf, was dann drei Blockheizkraftwerken in Nordhausen für die Energieversorgung zugute kommt. 20 000 Tonnen Mais und 4,5 Tonnen Zuckerrüben werden neben der Getreideschlempe aus den Produktionsrückständen bei Nordbrand verarbeitet. Gülle und andere Fäkalien sind keine Bestandteile der Arbeit in der modernen Anlage, deren Ausstoß 35 -36 Millionen Kilowattstunden jährlich beträgt.
Die Verfahrenswege lauten hier: Biogaserzeugung, Biogasaufbereitung und Biogaseinspeisung. Das alles mit kurzen Lieferwägen und Produkten aus der unmittelbaren Region im Umkreis von 700 Metern bis 13 Kilometern. Auch die Reste aus der Biomethanherstellung werden noch einmal verwendet, sie gehen als Dünger zurück auf die Felder.
Auf 560 Hektar Fläche wird im Umland Mais für die EVN angebaut, erzählte Joachim Külbel seinen wissbegierigen Zuhörern. Nach Besichtigung der Leitzentrale, des Pumpenraumes und diverser Schalt- und Einleitungsstationen in der Außenanlage bedankten sich die Gäste für Külbels Ausführungen und eilten weiter in die Robert-Blum-Straße, wo Thomas Mund der Geschäftsführer der Südharzwerke Nordhauen und der Entsorgungsgesellschaft das Biomasse-Heizwerk vorstellte. Abschließend fand eine Podiumsdiskussion in den Konferenzräumen der Stadtwerke statt, auf der weitere Projekte zur erneuerbaren Wärmeenergie in anderen Teilen Thüringens zur Sprache kamen.
Auch die Südharzwerke Nordhausen möchten nicht-kompostierbare Grünabfälle, die in der Umgebung anfallen, energetisch nutzbar machen. Dazu haben 2019 die Bauarbeiten eines Biomasse-Heizwerks begonnen. Thomas Mund, Geschäftsführer der Südharzwerke Nordhausen, erklärt: Als kommunales Unternehmen sind wir in der Verantwortung, die Wärmeversorgung zu dekarbonisieren und setzen in dem Projekt auf CO2-neutrales Brennmaterial aus Bioabfällen und regionale Kreisläufe.
Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst schätzt diese Entwicklung: Das hier vorgestellte Zusammenspiel regionaler Unternehmen und Einrichtungen bei der Beschaffung, aber auch beim Bau neuer innovativer Erzeugungsanlagen ist ein Erfolgsmodell und zeigt, wie regionale Wertschöpfung funktionieren kann. Für eine kontinuierliche Dekarbonisierung des gesamten Energiesystems werden wir weitere Innovationen benötigen. Als Impulsgeber dafür unterstützt das Wirtschaftsministerium deshalb das ThEEN-Innovationscluster.
Die Nordhäuser Biomethan-Anlage der EVN dürfte als ein Thüringer Pilotprojekt für diese Art der Energiegewinnung auch in Zukunft im Blickpunkt der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stehen. Mit der örtlichen Hochschule gibt es viele fruchtbare Verbindungen zu den Fachgebieten der erneuerbaren Energien und es laufen ständig Projekte mit den zukünftigen Experten, die dann vielleicht auch in Nordhausen weiter forschen werden.






