Auf den zweiten Blick
Montag, 04. Juli 2005, 18:34 Uhr
Nordhausen (nnz). Auf den ersten Blick erschließt es sich nicht so genau, was Terrorismus und Klimawandel mit den Mitarbeitern im Nordhäuser Landratsamt zu tun haben. Aber vielleicht auf den zweiten...
Die komplizierter gewordene Weltlage und der Klimawandel erfordern auch von den Landkreisen und Kommunen bei der Gefahrenvorbeugung und beim Lösen von Konfliktsituationen neue Herangehensweisen. Deshalb reisten Ende Juni 12 Personen aus dem Südharzkreis nach Bad Neuenahr/Ahrweiler, um an einem mehrtägigen Seminar zum Thema Krisenmanagement teilzunehmen. Die Verantwortung zur Bewältigung von Großschadenslagen liegt gemäß Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz bei den Landkreisen und kreisfreien Städten, begründete der für den Katastrophenschutz zuständige Fachbereichsleiter, Günter Uebner, die Schulungsmaßnahme an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz.
Unter der Leitung der 2. Beigeordneten im Landratsamt Nordhausen, Loni Grünwald (PDS), holten sich die Leiter der Fachbereiche Brand- und Katastrophenschutz, Ordnung, Gesundheit, Jugend/Soziales, Umwelt- und Naturschutz, Straßenverkehr sowie ein Mitarbeiter der Pressestelle das erforderliche Rüstzeug, um mögliche Gefahrensituationen neuesten Erkenntnissen entsprechend lösen zu können. Mit von der Partie waren zudem je ein Vertreter der Bundeswehr, der Polizei und des örtlichen Energieunternehmens (EVN).
Zur Leitung der erforderlichen Maßnahmen wurden bisher so genannte Katastrophenschutzstäbe unter Führung der Landräte vorgehalten. Diese Stäbe, die durch ausgewählte Verwaltungsmitarbeiter besetzt wurden, mussten sowohl ihre spezielle Verwaltungskompetenz einbringen als auch die ‚Sprache’ der operativ-taktischen Einsatzkräfte beherrschen. Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft solcher Stäbe war enorm aufwändig, erläuterte Uebner die alte Vorgehensweise. Doch nun ist vieles anders. Die Ereignisse vom 11. September 2001 in den USA, mögliche Gefahren durch moderne Technik und die sich häufenden Unwetterkatastrophen erfordern seitens des Staates veränderte Konzepte bei der Prävention und zum Schutz der Bürger in Krisensituationen.
Die Stäbe sind nach der neuen Führungsstruktur nicht mehr erforderlich. Es sei einfacher, die Verwaltungsaufgaben von den operativ-taktischen zu trennen. Deshalb werde es zukünftig unter der Leitung des Landrates einen Verwaltungsstab (VwS) geben, der, je nach Schadenslage, aus den Fachbereichsleitern der Landkreisverwaltung zusammengesetzt wird, machte Uebner die Veränderungen deutlich. Die Ressortchefs vertreten also nur den Aufgabenbereich, für den sie auch im normalen Tagesgeschäft verantwortlich zeichnen. Zudem erfolgt die Kopplung zur operativ-taktischen Ebene über eine Koordinierungsstelle. Diese setzt sich aus Mitarbeitern des Amtes für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz zusammen.
Breiten Raum nahm im Seminar die Öffentlichkeitsarbeit ein. Ihr kommt bei der Bewältigung von Konflikten bzw. technischen und Naturkatastrophen eine bedeutende Rolle zu. Krisenkommunikation ist Teil des Krisenmanagements. Die Bevölkerung hat ein Recht auf umfassende und wahrheitsgemäße Information. Die Medien sind als Partner zu gewinnen. Pressesprecher sind zu benennen und öffentliche Auftritte sind auf medienerfahrene Persönlichkeiten zu konzentrieren. Wichtig ist, dass seitens des Verwaltungsstabes mit einer Stimme gesprochen wird. Spekulationen sind unangebracht, nur gesicherte Erkenntnisse dürfen vermittelt werden. Mögliche falsche Lageeinschätzungen sind zu korrigieren. Unbedingt erforderlich ist die Einrichtung eines Bürgertelefons, das rund um die Uhr von kompetenten Mitarbeitern besetzt sein muss.
Loni Grünwald bewertete die Schulungsmaßnahme als vollen Erfolg und wünschte sich auch im Namen aller Nordhäuser Teilnehmer eine Vertiefung der Erkenntnisse durch eine Fortsetzung des Seminars. Seitens der Akademie wurde grünes Licht dafür signalisiert.
Autor: nnzDie komplizierter gewordene Weltlage und der Klimawandel erfordern auch von den Landkreisen und Kommunen bei der Gefahrenvorbeugung und beim Lösen von Konfliktsituationen neue Herangehensweisen. Deshalb reisten Ende Juni 12 Personen aus dem Südharzkreis nach Bad Neuenahr/Ahrweiler, um an einem mehrtägigen Seminar zum Thema Krisenmanagement teilzunehmen. Die Verantwortung zur Bewältigung von Großschadenslagen liegt gemäß Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz bei den Landkreisen und kreisfreien Städten, begründete der für den Katastrophenschutz zuständige Fachbereichsleiter, Günter Uebner, die Schulungsmaßnahme an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz.
Unter der Leitung der 2. Beigeordneten im Landratsamt Nordhausen, Loni Grünwald (PDS), holten sich die Leiter der Fachbereiche Brand- und Katastrophenschutz, Ordnung, Gesundheit, Jugend/Soziales, Umwelt- und Naturschutz, Straßenverkehr sowie ein Mitarbeiter der Pressestelle das erforderliche Rüstzeug, um mögliche Gefahrensituationen neuesten Erkenntnissen entsprechend lösen zu können. Mit von der Partie waren zudem je ein Vertreter der Bundeswehr, der Polizei und des örtlichen Energieunternehmens (EVN).
Zur Leitung der erforderlichen Maßnahmen wurden bisher so genannte Katastrophenschutzstäbe unter Führung der Landräte vorgehalten. Diese Stäbe, die durch ausgewählte Verwaltungsmitarbeiter besetzt wurden, mussten sowohl ihre spezielle Verwaltungskompetenz einbringen als auch die ‚Sprache’ der operativ-taktischen Einsatzkräfte beherrschen. Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft solcher Stäbe war enorm aufwändig, erläuterte Uebner die alte Vorgehensweise. Doch nun ist vieles anders. Die Ereignisse vom 11. September 2001 in den USA, mögliche Gefahren durch moderne Technik und die sich häufenden Unwetterkatastrophen erfordern seitens des Staates veränderte Konzepte bei der Prävention und zum Schutz der Bürger in Krisensituationen.
Die Stäbe sind nach der neuen Führungsstruktur nicht mehr erforderlich. Es sei einfacher, die Verwaltungsaufgaben von den operativ-taktischen zu trennen. Deshalb werde es zukünftig unter der Leitung des Landrates einen Verwaltungsstab (VwS) geben, der, je nach Schadenslage, aus den Fachbereichsleitern der Landkreisverwaltung zusammengesetzt wird, machte Uebner die Veränderungen deutlich. Die Ressortchefs vertreten also nur den Aufgabenbereich, für den sie auch im normalen Tagesgeschäft verantwortlich zeichnen. Zudem erfolgt die Kopplung zur operativ-taktischen Ebene über eine Koordinierungsstelle. Diese setzt sich aus Mitarbeitern des Amtes für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz zusammen.
Breiten Raum nahm im Seminar die Öffentlichkeitsarbeit ein. Ihr kommt bei der Bewältigung von Konflikten bzw. technischen und Naturkatastrophen eine bedeutende Rolle zu. Krisenkommunikation ist Teil des Krisenmanagements. Die Bevölkerung hat ein Recht auf umfassende und wahrheitsgemäße Information. Die Medien sind als Partner zu gewinnen. Pressesprecher sind zu benennen und öffentliche Auftritte sind auf medienerfahrene Persönlichkeiten zu konzentrieren. Wichtig ist, dass seitens des Verwaltungsstabes mit einer Stimme gesprochen wird. Spekulationen sind unangebracht, nur gesicherte Erkenntnisse dürfen vermittelt werden. Mögliche falsche Lageeinschätzungen sind zu korrigieren. Unbedingt erforderlich ist die Einrichtung eines Bürgertelefons, das rund um die Uhr von kompetenten Mitarbeitern besetzt sein muss.
Loni Grünwald bewertete die Schulungsmaßnahme als vollen Erfolg und wünschte sich auch im Namen aller Nordhäuser Teilnehmer eine Vertiefung der Erkenntnisse durch eine Fortsetzung des Seminars. Seitens der Akademie wurde grünes Licht dafür signalisiert.
