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nnz-Rückspiegel: 18. Oktober 2000

Donnerstag, 18. Oktober 2001, 09:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Tag der offenen Tür zum 10. Geburtstag

Das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft feiert heute seinen 10. Geburtstag. Dazu wird in die Reichsstraße nach Nordhausen zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Da können sich Besucher zum Beispiel zum Thema „Herbst-Winter-Look“ beraten lassen.

Präsentiert wird bei dieser Gelegenheit das Bewerbungszentrum in der Bahnhofstraße. Auch im zehnten Jahr seines Bestehens wendet sich das Bildungswerk an Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen, die hier Hilfe und Unterstützung erhalten. Als Anlaufstelle wird das Bewerbungszentrum schon heute gut genutzt. Jetzt soll die Betreuung erweitert werden, neben den individuellen Gesprächen und Beratungen wird ein Bewerber-Coaching angeboten. Wer sich über die Möglichkeiten der Unterstützung durch das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft informieren will, der kann sich unter 03631/900291 melden oder die Mitarbeiter in der Bahnhofstraße 17 in Nordhausen persönlich besuchen.


Verein plant Mittelalterfest in Nordhausen für Mai 2001

In Nordhausen soll es künftig neben dem Altstadtfest und dem Rolandsfest noch eine weitere Festivität geben - das Mittelalterfest. So jedenfalls sehen die Vorstellungen der Mitglieder des Vereins für lebendiges Mittelalter aus. In dieser Woche erhielten die Organisatoren erste Zusagen seitens der Nordhäuser Stadtverwaltung und des Schulverwaltungsamtes. Geplant wird das Mittelalterfest für den 26. Und 27. Mai 2001 auf dem Gelände des Humboldt-Gymnasiums und im Areal der Domstraße.

Hintergrund des Festes ist das Jahr der Ottonen, das in Sachsen-Anhalt ausgerufen, an den ersten deutschen König erinnern soll. Und in Sachen Otto I. hat ja auch Nordhausen einiges zu bieten. So haben die Freunde des Vereins für lebendiges Mittelalter in mühevoller Arbeit einen Altar gebaut. Das 2,5 Meter mal 1,80 Meter große Werk präsentiert in der Mittel die Kopie des Tafelbildes „Madonna mit dem Akelei“. Daneben sind Tafeln mit den wichtigsten Daten von Heinrich und Mathilde angebracht. Wiederum daneben können Interessiert einen Blick auf den Grundriß der Heinrichsburg werfen und können eine dreidimensionale Ansicht der Burg bewundern, wie sie einst ausgesehen haben könnte. Und diese Ansicht soll nach den Vorstellungen der Freunde des Mittelalters auf Tafeln erscheinen. Diese Tafeln könnten dann in der Nordhäuser Altstadt dort aufgestellt werden, wo die Eingänge zur Heinrichsburg vermutet werden: An der Wassertreppe, im Bereich der Kranichstraße und der Barfüßerstraße. Die drei Tafeln könnten am 25. Mai nächsten Jahres enthüllt werden. Jetzt sucht der Verein nach Sponsoren für diese Tafeln.

Das Mittelalterfest im kommenden Jahr hält nicht nur für Fans von Otto, Heinrich oder Mathilde viele Höhepunkte bereit, auch die Jugend soll von der Idee profitieren. Die Veranstalter planen am 26. Mai eine Rockkonzert im Gehege. Und da kommt sowieso nur eine Band in Frage: IN EXTREMO.


Straßenbau in Sülzhayn soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden

Die Kurkonzeption für Sülzhayn soll auch in den kommenden Jahren konsequent fortgeführt werden. Unabdinglich für deren Erfolg ist die Verbesserung der Infrastruktur. So wird derzeit das Planfeststellungsverfahren für die Straße zum Jägerfleck durchgeführt. Zuständig ist die Kommune allerdings nur für den Bereich innerhalb des Ortes. In der Ellricher Stadtverwaltung geht man davon aus, daß im kommenden Jahr das Baurecht für den Abschnitt vom Ortsausgang bis zum Jägerfleck an der Bundesstraße 4 hergestellt werden kann. Für die Baumaßnahme der rund 3,5 Kilometer langen Straße ist das Land Thüringen zuständig. Das Straßenbauamt Leinefelde stellt für die Ortsdurchfahrt rund 2,1 Millionen Mark zur Verfügung. Die Stadt Ellrich zeichnet für die Nebenanlagen verantwortlich.
Zur Zeit wird in Sülzhayn auch die Ellricher Straße in zwei Bauabschnitten saniert. Hier rechnet Bauamtsleiter Ronald Kuß mit einer Fertigstellung noch in diesem Jahr, günstiges Wetter vorausgesetzt. Im kommenden Jahr wird dann noch die Benneckensteiner Straße in Angriff genommen und schon in diesem Jahr, voraussichtlich im Oktober, soll die Abnahme für die neu gestaltete Kurpromenade erfolgen.


Feuerwehrgerätehäuser soll in Großwechsungen und Kleinwechsungen gebaut werden

Die größten Baumaßnahmen in der Gemeinde Werther werden im kommenden Jahr der Bau der Feuerwehrgerätehäuser in Kleinwechsungen und Großwechsungen darstellen. Für das Gerätehaus in Großwechsungen ist die Ausschreibung bereits erfolgt, in der nächsten Woche soll die Vergabe der Aufträge erfolgen, so Bürgermeister Klaus Hummitzsch zur nnz. Der Bau wird sich wahrscheinlich über zwei Jahre hinziehen und rund 900.000 Mark kosten. Für das Gerätehaus in Kleinwechsungen sind 300.000 Mark veranschlagt, hier soll die Ausschreibung im Thüringer Staatsanzeiger in der nächsten Woche erfolgen. Beide Maßnahmen sind Bestandteil der Dorferneuerung, hier sollen die entsprechenden Fördermittel fließen. Bislang, so Hummitzsch, liege jedoch noch kein Fördermittelbescheid vor, jedoch die Genehmigung mit dem Bau zu beginnen.

Damit geht die Ausrüstung der Feuerwehren in der Einheitsgemeinde Werther weiter voran. Das Gerätehaus in Mauderode ist neu, die Stützpunktfeuerwehr in Großwechsungen erhielt ein neue Fahrzeug im Wert von 280.000 Mark. Der nächste Ort, der in den Genuß der Dorferneuerung kommen soll, wird Werther selbst sein.


Ellricher Stadtrat beschloß Bildung eines Gewässerverbandes

Die Mehrheit der Ellricher Stadträte hat am Abend der Bildung eines Gewässerverbandes zugestimmt. Von den anwesenden 14 Mitgliedern des Stadtrates stimmten für den neuen Verband, zwei enthielten sich ihrer Stimme, zwei votierten dagegen. Zu ihnen gehört auch Jens Schlichting (SPD). Der Vorsitzende des Finanzausschusses sieht in erster Linie höhere Belastungen auf die Bürger der Einheitsgemeinde zukommen. Nach Überlegungen der Stadtverwaltung sollen zwar 850.000 Mark an Fördermitteln für den Gewässerverband an den Südharz fließen, doch die Stadt Ellrich müßte immerhin 85.000 Mark an Eigenmitteln aufbringen.

Die sollen, so Schlichting zur nnz, durch eine Erhöhung der Grundsteuer A und B in die Kasse gespült werden. Der Vorsitzende des Finanzausschusses verweist darauf, daß alle Parteien im kommunalen Wahlkampf keine höheren Belastungen für die Bürger versprochen hatten. Nun soll das alles Schall und Rauch sein, so seine Frage.

Für problematisch hält Schlichting auch die Lohnkostenzuschüsse. Diese seien für zwei Jahre sichergestellt, doch was danach passiert, daran würde noch nicht gedacht. Sollte es zu weiteren Belastungen im Ellricher Haushalt kommen, so müßten weitere freiwilligen Leistungen in den Bereichen Soziales und Kultur gestrichen werden.


Das Medien-Kapitel „NDH-TV und SRF“ ist offiziell zu Grabe getragen worden

Das Kapitel „Südharzer Regionalfernsehen“ (SRF) ist endgültig beendet. Die Thüringer Landesmedienanstalt hat dem Fernsehsender die Lizenz entzogen. Begründet wurde dies mit der Einstellung des Programms. Damit wurde der Schlußstrich unter ein Kapitel gezogen, daß einige Jahre die Gemüter in und um Nordhausen mehr oder weniger erhitzte.

Geprägt wurde das lokale Fernsehen in der Rolandstadt vorwiegend durch amateurhaftes Vorgehen seitens der „Macher“ aber auch der Geldgeber. Ob das nun die Person eines Wolfgang Stahl, die Firma Media-Elekronik oder zum Schluß die SRF-GmbH war, das „Pflänzchen“ wurde weder gehegt noch gepflegt. Ein Ergebnis wurde jedoch erreicht: Lokales Fernsehen hat in Nordhausen einen derart schlechten Ruf, daß es fast unmöglich erscheint, einen Neuanfang zu wagen.

Die TLM wird ihrerseits einem Neuanfang nicht im Wege stehen. Die Lizenz soll nach nnz-Informationen neu ausgeschrieben werden. Und: es soll bereits wieder Bewerber geben. Die kommen aus Richtung der letzten Investoren, die im April mit einem bombastischen Aufwand das SRF zu dem elektronischen Medium der Rolandstadt, ja ganz Nordthüringens machen wollten.

Insider des Mediengeschäfts in und um Nordhausen sehen indes für einen Neuanfang schwarz. Das Argument ist eher im wirtschaftlichen Bereich, denn im psychologischen zu suchen. Die Region gibt es einfach nicht her, einen lokalen Fernsehsender mit ansprechendem Programm zu unterhalten. Letztlich soll ein solchen Unterfangen ja auch noch irgendwann Gewinne liefern.

Um ein künftiges lokales TV-Angebot zu etablieren, sind Profis im Programm und in der Technik gefragt, an deren Seite durchaus auch Amateure das Handwerk lernen können. Doch Profis kosten Geld, viel Geld, vor allem in dieser Branche. Und dieses Geld wollten scheinbar auch die letzten SRF-Investoren nicht bereitstellen, zumindest wollten sie es nicht in ausreichendes Personal investieren. Klar müßte sein, daß nur mit einem guten Programm die entsprechende Werbung eingekauft werden kann.


Bauern und Bürgerinitiative wollen sich an Landesverwaltungsamt wenden

Gestern Abend berieten Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet die Goldene Aue“ und der Kreisbauernverband über die weitere Vorgehensweise zum geplanten Industriegebiet zwischen Bielen und Urbach.

Zum jetzigen Stand wollen Bürgerinitiative und der Kreisbauernverband keine weiteren Stellungnahmen abgeben. Wie Bauern-Chefin Monika Teuber der nnz sagte, sei die derzeitige Lage äußerst verwirrend und undurchsichtig. Sie verwies auf den Regionalen Raumordnungsplan für Nordthüringen (RROP). Darin seien die Flächen in der Goldenen Aue vorrangig für eine landwirtschaftliche Nutzung ausgewiesen. „Plötzlich tauchte da ein weißer Fleck in der Planungskarte von 105 Hektar auf. Dagegen haben wir im Mai 1998 sofort einen Widerspruch beim Landesverwaltungsamt Weimar angemeldet“, so Monika Teuber. Bislang habe der Kreisbauernverband dazu noch keine Antwort oder Reaktion erhalten. Nun werde man sich direkt an den Präsident des LVA wenden.

Mit der Problematik „Goldene Aue“ wird sich auch der Ausschuß für Umwelt, Land- und Forstwirtschaft des Kreistages beschäftigen. Diese Sondersitzung machte sich seit den jüngsten, emotionsgeladenen Diskussionen aus Sicht des Ausschußvorsitzenden Maik Schröter erforderlich, um im Ausschuß sachlich zu informieren. Mit eingeladen wurden der Heringer Bürgermeister und Vorsitzende des Planungsverbandes, Achim Arendt. Ordentliches Mitglied im Ausschuss ist auch Monika Teuber, Geschäftsführerin
des Kreisbauernverbandes. Somit können Interessenskonflikte mit den Verantwortlichen direkt diskutiert werden.
„Offensichtlich ist den Beteiligten bei der Unterschriftensammlung der Unterschied zwischen Industrie- und Gewerbegebiet nicht ganz klar. So muß man jedenfalls aus der augenblicklichen Diskussion schließen“, so Maik Schröter gegenüber nnz. Die unterschiedlichen Interessen müßten unbedingt abgewogen werden.

„Aber Fakt ist auch: Die Region braucht Industrieansiedlungen und die damit verbundenen Arbeitsplätze! Um dieses umsetzen zu können wird bei allen Beteiligten um Kompromißbereitschaft geworben. Gerade um diese Kompromißbereitschaft werde ich mich persönlich bei den Beteiligten auch weiterhin bemühen. Schließlich geht es um meine Heimat und um meine Mitmenschen“, meint der Heringer weiter.


Sollstedt schickt dicken Fragenkatalog an DEGES

Die Gemeinde Sollstedt hat der DEGES in Berlin einen Fragenkatalog zugeschickt. Hintergrund ist die Unruhe in der Bevölkerung, nach dem bekannt wurde, die Trasse der Autobahn A 38 unmittelbar am Ort vorbei zu führen. Ein DEGES-Vertreter hatte Ende September den Standpunkt der DEGES dargelegt und die sogenannte „Friedhofsvariante“ als wesentlich wirtschaftlicher gegenüber einer „Tunnellösung“ bezeichnet.

Das jedoch wird von den Sollstedtern bezweifelt und sie fordern eine genaue Unterlegung dieser Mehrkosten anhand einer Wirtschaftlichkeitsstudie. In dem Schreiben an die DEGES wird Aufklärung darüber verlangt, wie hoch die geschätzten Kosten der Tunnelvariante sind und welche geologischen Probleme gegen diese Variante ins Feld zu führen seien.

Die DEGES wird in dem mehrseitigen Schreiben aufgefordert, die gestellten Fragen bis zum 7. Dezember zu beantworten. Dann wird sich der Bauausschuß des Gemeinderates erneut mit diesem Thema befassen.
Autor: nnz

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