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Elterninitiative für eine Wohngemeinschaft beeinträchtigter Menschen

Selbstbestimmte Entfaltung im Wohnumfeld

Dienstag, 04. August 2020, 11:14 Uhr
Eine Elterninitiative in Sondershausen wirbt jetzt für die Gründung einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft, in der junge Erwachsene mit Beeinträchtigung ein neues Zuhause finden sollen...

„Der Auszug aus dem Elternhaus ist ein bewegendes Thema für Eltern und „Kinder“. Mit dem Auszug beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der Raum für neue selbstbestimmte, soziale und kreative Entfaltung mit sich bringt“, schreiben die Initiatoren der Aktion, die Familie Lieder.

Es geht ihnen in erster Linie  darum, daß sich in einer solchen Wohngemeinschaft vielleicht junge beeinträchtigte  Menschen zusammen mit ihren Eltern finden, die sich hier ein Leben so normal wie möglich vorstellen können. 

Die UN-Behindertenrechtskonvention formuliert in Artikel 19 das Recht auf eine unabhängige Lebensführung. Es soll gewährleistet werden, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben.

Das Zusammenleben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft, so argumentiert Familie Lieder, zielt auf eine selbständige und selbstbestimmte Lebensführung der jungen Erwachsenen ab. Sie richtet sich an junge Menschen, die Unterstützung in verschiedenen Bereichen benötigen. Diese Bereiche können Unterstützungsangebote bei der Pflege, persönlichen Entwicklung und Alltagsbewältigung umfassen. Die Versorgung passt sich an die individuellen Bedarfslagen der Bewohnerinnen an.

Die Gründung einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft hat zum Ziel, dass die jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigungen langfristig ein Zuhause haben, das Sicherheit bietet, in dem sie sich wohlfühlen, zusammenwachsen und sie zuverlässig versorgt werden.

Es erfordert viel Einsatz und Durchhaltevermögen insbesondere von Angehörigen, um das Ziel einer unabhängigen Lebensführung für Menschen mit Beeinträchtigung auch wirklich zu erreichen.

In Sondershausen gibt es bereits erste Vorstellungen über den Neubau einer solchen Wohngemeinschaft, die aber noch nicht öffentlichkeitsreif ist. Bis jetzt ist dies eine reine private Initiative von betroffenen Eltern. „In unserer Region existiert so eine Wohngemeinschaft auf dieser Schiene noch gar nicht, in Städten wie z. B. Leipzig ist es eine gängige Praxis. Auch für beeinträchtigte junge Erwachsene aus 
Nordhausen wäre dies vielleicht interessant“, meint Familie Lieder.

Die Lieder haben selbst eine 24 Jahre alte Tochter, die mit dem Down-Syndrom geboren und eine lebensfrohe junge Frau ist. Wie andere Gleichaltrige regt sie den Wunsch nach sozialer und kreativer Entfaltung mit anderen jungen Erwachsenen. Ziel ihrer Eltern ist es, hierfür Wege zu ebnen. Das Ehepaar Lieder würde sich freuen, wenn sich hierzu noch Interessenten finden, die sich für ihren Sohn oder ihre Tochter mit Beeinträchtigung eine solche ambulant betreute Wohngemeinschaft vorstellen könnten und mit ihnen gemeinsam diesen Weg gehen würden.

Erreichbar ist die Familie Lieder unter folgenden Kontakten: Tel.-Nr. 03632/6675148 oder 03632/544661, Fax-Nr. 03632/544935 oder email: simone.lieder@mb-lieder.de
Autor: red

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