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WÖRLITZER PARK: REISEN IN CORONAZEITEN

Überraschungen an der Raststätte

Samstag, 25. Juli 2020, 18:03 Uhr
Wie auch immer: Eine Reise in Corona-Zeiten ist gewöhnungsbedürftig. Auch im Bus. Eine Zeremonie, die sich wiederholt: Am Einstieg steht der Fahrer mit einer Flasche Desinfektionsmittel. Ein Spritzer auf die Handfläche. Es darf eingestiegen werden...

Blick auf die Reisegruppe. Im Vordergrund rechts der Autor des Beitrages (Foto: privat) Blick auf die Reisegruppe. Im Vordergrund rechts der Autor des Beitrages (Foto: privat)
Nordhausen/Wörlitz. Nach der jeweiligen Desinfektion kann die Reise beginnen. Oder sich fortsetzen. Stets mit Nasen-Mund-Schutz. Wie am Mittwoch. Zielort: Wörlitzer Park. Angenehm ist eine Fahrt mit Maske nicht. Michael Kimpel, der Steuermann, gab sich redlich Mühe, die Gäste bei guter Laune zu halten. So machte er auch als Kellner seine Sache bravourös. Von den Gästen gewünschte Getränke händigte er am Sitzplatz aus. Auch Kaffee. Das sonst übliche Anstellen am Bus bei Zwischenstopps für ein heißes Getränk oder Würstchen (die gab es nicht) entfiel.

Überraschungen an der Autobahn-Raststätte Köckern. Dominant die Polizei. Mit drei Fahrzeugen, einschließlich Einsatzwagen mit technischer Ausrüstung, empfingen die Beamten eintreffende Fahrzeuge wie Gäste. Kontrollen. Ein uniformiertes Aufgebot, das man so selten sieht. Nach einer Überprüfung: Der Brauer-Bus technisch ohne Fehl und Tadel. Auffallend: Kein übliches Gedränge an den Toiletten der Raststätte. Die rustikalen Bänke und Tische, zum Verweilen gedacht, gesperrt. Parkende Autos überschaubar.

Wettermäßig ein angenehmer Tag. Erfrischende sommerliche Temperaturen. Sie förderten den Spaziergang durch den Park und die Gondelfahrt über den See nachhaltig. Interessiert lauschten die Gäste aus Nordhausen den Ausführungen der kundigen Frauen, die den Bummel durch die weitläufigen Anlagen mit ihren historischen Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten begleiteten. Die gibt es reichlich: Gotische Haus mit völlig anderer Vorder- und Hinterseite, Schloss, Synagoge, St. Petri Kirche, Luisenklippe, Venustempel, einen ehemaligen Kuhstall und anderes mehr. Die Bilder geben einen kleinen Einblick in Schönheit und Sehenswürdigkeiten der Anlagen.

Der Park entstand unter der Regentschaft von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau in den Jahren von 1769 bis 1773 und wurde bis 1813 erweitert. Er gilt als einer der ersten und zählt zu den größten Landschaftsparks nach englischem Vorbild. Auch zur damaligern Zeit konnte ihn jeder besichtigen. Ausnahmen waren nur das Grau Haus und die Roseninsel, die der Frau des Fürsten, der späteren Herzogin Luise Prinzessin von Brandenburg-Schwedt als Rückzugsorte dienten.

Angelegt wurde die beeindruckende Landschaft am Wörlitzer See, einen Seitenarm der Elbe. Heute gehört der Park zur Unesco-Welterbestätte Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Er erstreckt sich über eine Fläche von 112,5 Hektar. Die Reisebegleitfrauen wussten auch von allerlei Liebschaften in der damaligen Zeit zu berichten, mitunter amüsante Geschichten.

Mit bereichertem Wissen, das eine Stadtrundfahrt durch Dessau zusätzlich auffrischte, ging es zurück in heimatliche Gefilde. Der Tag bleibt in guter Erinnerung. Auch in Corona-Zeiten sollte man sich eine Reise gönnen. Es muss nicht das Ausland sein. Das Schöne liegt so nah. Die Angebote, die neuerdings Brauer-Reisen bereithält, bieten eine Möglichkeit, den heimischen vier Wänden zu entfliehen. Trotz Maskenpflicht und gewissen Einschränkungen.
Kurt Frank
Autor: psg

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