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Lichtblick

Urlaubsgrüße

Freitag, 24. Juli 2020, 08:00 Uhr
„Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ (Gen 28,15)


Seit einer Woche sind in Thüringen Ferien. Eltern mit schulpflichtigen Kindern wissen es und wer keine Kinder im Schulalter hat, spürt es. An vielen Orten, bei vielen Begebenheiten fühlt man eine sommerliche Ruhe. Kollegen verabschieden sich mit den Worten: „Ich wünsche dir einen schönen Sommer!“ Und am Telefon hört man die Auskünfte: „Sie ist zurzeit im Urlaub.“ oder „Das besprechen wir dann in vierzehn Tagen“. Der Sommer ist die Zeit, die uns in die Ferne zieht, an Orte, an denen wir unseren Alltag hinter uns lassen können.

In diesem Jahr bekommen wir aber auch andere Eindrücke dieser sommerlichen Zeit. Strände wurden gesperrt. Urlauber wurden aufgefordert, diese zu verlassen. Ganze Abschnitte durften nicht mehr betreten werden. Orte in Schleswig-Holstein wurden für Tagestouristen geschlossen. Denkwürdige Bilder auch von Mallorca oder den Stränden Südenglands. Überlegungen, Rückkehrer aus Urlaubsregionen testen zu lassen – Urlaub in Zeiten der Pandemie.

Und doch sehnen wir uns gerade in unserer Zeit, nach all den Wirren und Herausforderungen der vergangenen Monate danach, dem Alltag zu entkommen. Unbeschwert am Strand zu sein, unbekümmert über die satten, grünen Wiesen im Gebirge zu wandern. Wir sehnen uns nach dem Gefühl, die Probleme des Lebens für 14 Tage zuhause zurückzulassen.

Das Verlassen des Alltäglichen, das Zur-Ruhe-Kommen und das sich Herausnehmen ist uns Menschen von Anfang an mitgegeben. Zur Pause und zum Verschnaufen ist die Schöpfung vom Schöpfer aufgerufen. Die Heiligung des Sabbats, das Sabbatjahr, die Pilgerreise und eben auch die Ferien vom Alltag. Wir Menschen brauchen diese Auszeiten, um unser Leben bestreiten zu können, um zu leben und nicht nur zu funktionieren.

Und so bietet der Urlaub uns die Zeit, uns mit uns selbst, unserem Leben und unserem Glauben auseinanderzusetzen. In der Konfrontation mit dem gänzlich Anderen, dem Unalltäglichen, können wir eine neue Perspektive auf unser Leben bekommen, erkennen, was wir vermissen, was falsch läuft oder was es zu ändern gilt, aber auch, wofür wir dankbar sind. Wir können uns lebendig fühlen und diese Kraft wieder mit zurück in unser alltägliches Leben nehmen, das Besondere weitertragen, auch wenn der Urlaub schon lang vorbei ist.

Und so wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer! Kommen Sie gut wieder zurück und bleiben Sie behütet.
Marcus Ebert
Volontär Kirchgemeindeverband Greußen-Großenehrich
Autor: psg

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