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Nordthüringer Lebenshilfe jetzt mit „Solaren Werkstätten“

Sonnige Zeiten brechen an

Mittwoch, 22. Juli 2020, 12:00 Uhr
Vier zu Recht stolze Männer präsentierten heute einen Aufbruch in neue, „grüne“ Zeiten. Nach einjähriger Vorbereitung wurde die moderne Photovoltaik-Anlage der Lebenshilfe in Betrieb genommen…

Sebastian Kupfer (Geschäftsführer Intrasol GmbH), Jürgen Weidt (Aufsichtsrat Energiegenossenschaft Helmetal), Christian Völkel (Prokurist und Verwaltungsleiter Nordthüringer Lebenshilfe) und Claus Müller (Vorstand EG Helmetal) bei der offiziellen Inbetriebnahme  (v.l.n.r.) (Foto: oas) Sebastian Kupfer (Geschäftsführer Intrasol GmbH), Jürgen Weidt (Aufsichtsrat Energiegenossenschaft Helmetal), Christian Völkel (Prokurist und Verwaltungsleiter Nordthüringer Lebenshilfe) und Claus Müller (Vorstand EG Helmetal) bei der offiziellen Inbetriebnahme (v.l.n.r.) (Foto: oas)

220.000 kWh pro Jahr soll die Anlage mithilfe von 749 Solarmodulen auf den Dächern der Nordthüringer Werkstätten in Niedersalza leisten können. Diese 240 kW-Anlage wird 132 000 kg CO2 pro Jahr einsparen und drei Viertel des erzeugten Stroms werden direkt in den Werkstätten verbraucht.

Diese eindrucksvollen Zahlen erläuterte Sebastian Kupfer, Geschäftsführer der Intrasol GmbH, und verwies auf das Potential und die regionale Verbundenheit der Geschäftspartner für dieses Unternehmen. Die Vorstände der Energiegenossenschaft Helmetal als Investor bedankten sich für die gute Zusammenarbeit mit Intrasol und der Nordthüringer Lebenshilfe. Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Weidt erzählte, ihm sei es vor der Kooperation gar nicht bewusst gewesen, welche große Mengen an Energie in den Werkstätten der Lebenshilfe verbraucht würden. Um so mehr freue er sich, dass nun das erzeugte Produkt in der Region verbleibt und hier verbraucht wird. Weidt unterstrich den regionalen Charakter des Projektes, an dem auch die der Werkstatt gegenüberliegende EVN Netz, die bauausführende Firma Koch aus Bad Langensalza und die VR Bank Nordthüringen beteiligt sind. Alles seien regionale Macher, war der zufriedene Tenor aller Anwesenden. Und dass die VR Bank sogar Mitglied in der Genossenschaft wurde, zeige deutlich das hohe Vertrauen des Bankhauses in die Solaranlage.

Die Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Lebenshilfe: Da wäre noch mehr möglich (Foto: NTL) Die Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Lebenshilfe: Da wäre noch mehr möglich (Foto: NTL)


Momentan verfügt die Energiegenossenschaft über 71 Mitglieder, die alle zehn Anteile á 500 Euro an Kapital halten. Neue Mitglieder in dem umweltfreundlichen und regional verwurzelten Verbund sind dem Vorstand Claus Müller und seinem Vorstandskollegen jederzeit herzlich willkommen, betonte er ausdrücklich.

Christian Völkel, der Prokurist der Nordthüringer Lebenshilfe gab den Dank der Genossenschaftsvorstände für die gute Zusammenarbeit postwendend zurück. Es sei für alle Beteiligten eine Gewinnsitutaion eingetreten, weshalb auch die Lebenshilfe gern Mitglied der Genossenschaft geworden sei. So gehörten der Lebenshilfe nun Anteile an dem Unternehmen, das den Strom produziert und gleich in den firmeneigenen Kreislauf einspeist. „Wir möchten gerne weiter diesen Weg der Erneuerbaren Energien gehen und schauen, was da noch möglich ist“, sagte Völkel.

Hier liegt momentan aber das größte Problem. Strom produzieren könne man in noch größeren Mengen mit erneuerbaren Energien in Nordhausen recht zuverlässig, sagte der Experte Sebastian Kupfer, aber es mangelt an Speicher- und vor allem Leitungskapazitäten. In den letzten Wochen musste angesichts des windigen und sonnigen Wetters schon sechs mal die Anlage abgeschaltet werden, denn die Windenergie hat den Vorrang bei der Netzeinspeisung und die Photovoltaik muss warten, bis alle Windressourcen genutzt sind.

Hier sieht Kupfer in den nächsten Jahren auch die Stadt Nordhausen in der Pflicht, die für ein tragfähiges Energienetz sorgen müsse, damit noch mehr „grüne“ Energie den Weg zum Verbraucher findet. „Allein mit den Dächern der städtischen Immobilien könnte der Strombedarf der Stadt gedeckt werden“, schätzt Sebastian Kupfer ein. Projekte wie das heute in den Werkstätten der Lebenshilfe freigegebene zeigen den Weg auf für eine zukünftig autarke und regionale Energieversorgung. Die Forschung und die Wirtschaft werden ihren Beitrag leisten, jetzt muss auch die Politik nachziehen und die praktischen Bedingungen schaffen.
Olaf Schulze
Autor: osch

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