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nnz-Rückspiegel: 17. Oktober 2000

Mittwoch, 17. Oktober 2001, 09:34 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Im Südharz soll Gewässerverband gegründet werden ­ heute Stadtratssitzung

Die Mitglieder des Ellricher Stadtrates treffen sich am Abend zu einer Sondersitzung. Auf der Tagesordnung steht die Bildung eines Gewässerverbandes. Dieser soll gemeinsam mit den Gemeinden Neustadt, Ilfeld und Niedersachswerfen gegründet werden. Die Sondersitzung macht sich notwendig, da in der zurückliegenden Sitzung des Stadtrates die Abstimmung zu einer Gründung mit einer Patt-Situation endete. Nach nnz-Informationen sei der unzureichende Kenntnisstand der Stadträte Grund für die ablehnende Haltung gewesen. Nach Aussagen aus der Stadtverwaltung wäre ein Verband die effektive Variante, um an dringend benötigte Fördermittel „heranzukommen“.

Die Eigenleistungen für die Stadt Ellrich würden sich auf etwa 85.000 Mark pro Jahr belaufen. Zu den Aufgaben des Verbandes sollen die Unterhaltung und Pflege der Gewässer II. Ordnung gehören. Dabei handelt es sich zum Beispiel um den Rosenbach, die Sülze, die Beere und die Wieda. In Ellrich hingegen macht die Sanierung des Altstadtkerns weitere Fortschritte. Wie Bauamtsleiter Ronald Kuß der nnz sagte, stehen für das Areal Mühlenhof/Brauhof 900.000 Mark zur Verfügung. Ebenfalls in diesem Jahr sollen die Planungen für die Sanierung des Umfeldes der Johanniskriche und Marktplatzes vorangetrieben werden. Die eigentliche Bautätigkeit soll im kommenden Jahr erfolgen, da dann auch die entsprechenden Gelder seitens des Landes Thüringen bereit gestellt würden. Das Umfeld der Kirche soll durch Kalkstein dominiert werden, auch Wasser werden die Planer ins Spiel bringen. Mit letzterem soll an die Mühlentradition in Ellrich angeknüpft werden. Das Finanzvolumen für diese Sanierungsmaßnahme beläuft sich auf 1,2 bis 1,4 Millionen Mark.


Kreissparkasse mit Gewinnaktion zum nächsten Heimspiel von Wacker Nordhausen

Die Kreissparkasse Nordhausen bringt sich immer mehr in den Sponsorenpool von Wacker Nordhausen ein. Mit dem jetzigen Präsidium sei eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart worden. Bereits zum jüngsten Heimspiel hatte das Kreditinstitut 3.000 Mark in den Spendentopf zur Rettung des Traditionsvereins eingebracht. Zum nächsten Heimspiel am Sonntag (22.10.00) gegen den HFC will die Kreissparkasse mit einem eigenen Stand auf dem Gelände des Albert-Kuntz-Sportparkes präsent sein. Angeboten wird neben Informationen auch ein Gewinnspiel. Auf die glücklichen Gewinner warten zum Beispiel Dauerkarten und Eintrittskarten für Heimspiele in freier Auswahl. Gleichzeitig werden kleine „Trompeten“ verteilt, um die Stimmungskulisse etwas „aufzupeppen“. Die alles entscheidende Frage im Gewinnspiel dreht sich natürlich um die Kreissparkasse, aber auch um Wacker. Mehr will nnz jetzt noch nicht verraten, denn nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch am Rande soll es spannend sein. Die Gewinner werden in der Halbzeitpause ermittelt.


PDS drängt auf baldige Ausschreibung für 2. Hauptamtlichen Beigeordneten

Landrat Joachim Claus hat die Mitglieder des Kreisausschusses gestern unter anderem über den Sachstand der Beigeordnetenwahl informiert. Wie nnz bereits berichtete, drängt das Landesverwaltungsamt in einem Schreiben vom 11.10., die am 5. September gefaßten Beschlüsse zur Wahl der beiden hauptamtlichen Beigeordneten durch den Kreistag aufheben zu lassen. Dazu wird es auf Grund der Mehrheiten im Kreistag (SPD und PDS) nicht kommen, bestätigte PDS-Fraktionschef Klaus Hummitzsch. Beide Fraktionen werden erklären, daß die Wahl gültig sei. Dann allerdings sei es für Hummitzsch spannend, mit welcher Begründung das Landesverwaltungsamt Weimar diese Beschlüsse aufheben will? Hummitzsch stellt weiter die Frage, warum das LVA das nicht bereits getan habe? „Da werden die beauftragten Juristen sich schon jetzt freuen.“ Fakt ist, daß bislang in Thüringen durch die Rechtsaufsichtsbehörde (LVA) Beschlüsse eines Kreistages nur wegen Formfehler aufgehoben wurden. Doch Formalien seien bei der Wahl nicht verletzt worden.

Die PDS werde auch weiterhin nicht von ihrem Kurs abweichen. Die Fraktion werde die Wahl nicht für ungültig erklären. Für Hummitzsch steht weiterhin fest, daß die Ausschreibung für den zweiten Beigeordneten bald erfolgen könne. Hier habe Klaus Gorges mit seinem Rückzug den Weg de facto frei gemacht. Für Matthias Jendricke wird der Einzug ins Landratsamt vermutlich etwas länger dauern. Sollte das LVA die Wahl für ungültig erklären, dann werde der Kreistag seitens PDS und SPD beauftragt, dagegen Klage einzureichen. In ihrem Antrag zum nächsten Kreistag fordern die Sozialdemokraten weiterhin, endricke sofort einzusetzen.

Für die Ausschreibung des zweiten Beigeordneten meldet die PDS wiederum „Bedarf“ an. Klaus Hummitzsch favorisiert (wie vor der ersten Wahlrunde) Loni Grünwald. Hier geht es schlicht und ergreifend um die Möglichkeit, einen PDS-Beigeordneten zu wählen „und diese Chance werden wir uns nicht entgehen lassen“.


Kindergartenkosten müssen in Werther durchschnittlich um 80 Mark erhöht werden

Mit der Vorbereitung des Haushaltes 2001 hat der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Werther, Klaus Hummitzsch, so seine Sorgen. Die Gemeinde soll nach ersten Schätzungen 250.000 Mark weniger an Zuschüssen aus Erfurt erhalten. Eine viertel Million Mark sind bei einem Verwaltungshaushalt von rund 4,5 Millionen Mark schon ein dicker Brocken.

Besonders heftig wird es die Eltern erwischen, deren Kinder in den beiden Kindergärten der Gemeinde betreut werden. Wenn das Niveau der Betreuung für die gegenwärtig 196 Kinder beibehalten werden soll, dann müssen die Eltern rief in die Taschen greifen. Unter Beibehaltung des Niveaus versteht Hummitzsch unter anderem die Möglichkeit, Kinder ab einen Jahr betreuen zu lassen, das Personal in den Kindertagesstätten nicht zu reduzieren sowie das Essen für die Kleinsten selbst zu kochen. Sollte das Erfurter Vorhaben der Kostenreduzierung durchgesetzt werden, dann müssen die Eltern in der Gemeinde Werther für ein Kind durchschnittlich 80 Mark mehr im Monat zahlen müssen. Zur Zeit sind es im Schnitt 180 Mark. Hinzu kommt dann noch das Essengeld. Die Steigerung um fast 50 Prozent ist für viele Familien fast nicht mehr durchzustehen. Denen muß eine Aussage von Thüringens Sozialminister Frank-Michael Pietzsch wie Hohn in den Ohren klingen. Der sagte am 9. Oktober in Erfurt: „Die Elternbeiträge werden nicht drastisch steigen. Die Beiträge liegen ganz erheblich unter den Beiträgen in den alten Bundesländern, wo ein Kindergartenplatz doppelt so viel kostet, wie in Thüringen.“
Autor: nnz

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