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Hopsen, Schrammeln und viel Spaß

Dienstag, 28. Juni 2005, 17:56 Uhr
Nordhausen/Rudolstadt (nnz). Eine Polka auf der brasilianischen E-Gitarre hört man nicht alle Tage. Aber alle Tage wird auch nicht das bedeutendste europäische Folk- und Weltmusikfestival veranstaltet, sondern genau einmal im Jahr. Am Wochenende ist es wieder so weit. Die Welt trifft sich in Rudolstadt.

Hopsen, Schrammeln und viel Spaß (Foto: nnz) Hopsen, Schrammeln und viel Spaß (Foto: nnz) Folk Roots & Worldmusic im Thüringischen Rudolstadt

Sollte Ihnen in den nächsten Tagen jemand ein musikalisches Kunststück wie in der Überschrift anbieten, dann ist er schon tff-verseucht und fiebert der 15. Auflage dieses größten europäischen roots folk worldmusic – Festivals vom 1.-3. Juli entgegen. Die Polka ist der angesagte Tanz des Jahres und wird nicht nur in den Tanzzelten im Heinepark für viele verschwitzte, aber glückliche Leiber sorgen. Die elektronisch verstärkte Gitarre wurde zum Instrument des Jahres 2005 ausgerufen. Diese Entscheidung sagt einiges darüber aus, wie wenig puristisch dieses Tanz & Folkfest ist; denn die E-Gitarre zählt nicht unbedingt zum Jahrtausende alten Instrumentarium der Weltbevölkerung. Mit dem Schwerpunktland des diesjährigen Festivals - Brasilien - verbinden die meisten leichtbekleidete Damen, die sich auf karnevalistischen Umzügen lasziv in der Sonne räkeln oder uns hüftschwingend zu heißen Rhythmen die Sprache verschlagen.

Angesichts des Zeitpunkts für das Rudolstädter Fest am ersten Juliwochenende könnte das tatsächlich genau so werden. Neben der überragend guten Folk- und Weltmusik aus allen bisher bekannten Ecken des Universums ist es gerade der Tanz, der in der kleinen Thüringischen Residenzstadt eine herausragende Rolle spielt. Längst kommen Gäste aus der ganzen Welt zu diesem alljährlichen Großereignis und erleben ein begeisterndes Wochenende, von dem sich lange zehren lässt. Oftmals ist es der Überraschungsmoment für den Festivalbesucher, der diese Veranstaltung so sensationell macht. Es kommen Musiker und Kapellen, von denen die meisten von uns noch nie gehört haben. Aber die vermögen es, ihre zahlreichen Zuhörer im Handumdrehen zu verzaubern.

Über 20 Bühnen bietet die Kleinstadt, die mit ihrer klassischen Dreiteilung in Heydecksburg, Altstadt und Heinepark ideale Voraussetzungen bietet, mehr als 60.000 Fans an diesem Wochenende Unterschlupf zu gewähren. Das Publikum ist von 0 bis 80 Jahre alt und zeichnet sich durch seine unglaubliche Friedlichkeit aus.

Schon am Donnerstag, 30. Juni eröffnet ein absolutes Highlight das 2005er Fest. Die Urväter des Irish Folks, die legendären CHIEFTAINS spielen um 20 Uhr zum Sonderkonzert auf der Heydecksburg auf. MARIANNE FAITHFULL wird erwartet, die BIERMÖSL BLOSN sind zugegen, Finnlands schrägster Act seit Niederschrift der Kalevala, ELÄKELÄISET, tritt auf und das ORIGINAL DANISH POLCALYPSO ORCHESTRA bringt die Menge in Wallung. Schwedens Folkgiganten RANARIM spielen, SERGENT GARCIA Y LOS LOCOS DEL BARRIO aus Frankreich geben sich den Klinkenstecker mit der ANARCHISTISCHEn ABENDUNTERHALTUNG in die Hand und das DUO SONNESCHIRM wird die Besucher mit seiner Brachialromantik erschüttern. Sieben brasilianische Bands, darunter die BANDA FURIOSA und RENATO BORGETTI verwandeln das Saale-Ufer kurzzeitig in die Copa Cabana.
Die Aufzählung könnte noch lange weiter gehen, doch unter www.tff-rudolstadt.de finden sich alle musikalischen und organisatorischen Informationen ausführlich und kompetent.
Wer noch nie an einem tff teilnahm, dem sei das diesjährige wärmstens empfohlen. Die es schon von früher kennen, kommen ohnehin alle wieder.


Olaf Schulze
Autor: osch

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