nnz-online
Der „Sicherheits-Campus“ für den Katastrophenschutz ist eingeweiht

Landrat entdeckt neuen Sitzungssaal in der Zorgestraße

Dienstag, 23. Juni 2020, 22:00 Uhr
Zur Einweihung des neues Landeslagers für den Katastrophenschutz Nordthüringen gab es in der Zorgestraße ein Stelldichein aus Politik und Gesellschaft. Allerdings wegen der anhaltenden Corona-Eindämmungsmaßnahmen in kleinerem Rahmen und mit gebührendem Abstand untereinander…

Landrat Jendricke, Servicegesellschaft-Chef Reuter, die Staatssekretärin Schenk und Referatsleiter Kusel im angeregten Gespräch (Foto: oas) Landrat Jendricke, Servicegesellschaft-Chef Reuter, die Staatssekretärin Schenk und Referatsleiter Kusel im angeregten Gespräch (Foto: oas)


Der Landrat mit seinen beiden Beigeordneten, aber auch die Nordhäuserin und Landtagspräsidentin Birgit Keller, eine Staatssekretärin aus Erfurt und verschiedene Fraktionsvorsitzende des Landkreises sowie Stadträte Nordhausens waren der Einladung gefolgt. Als weitere Gäste begrüßte Landrat Matthias Jendricke Rüdiger Kösel, seines Zeichens Referatsleiter für Brand- und Katastrophenschutz im Landesverwaltungsamt Weimar sowie den Chef der bauausführenden Firma WARESA und Vertreter des verantwortlichen Planungsbüros der Ingenieurgemeinschaft Gebrüder Tölle.

Über die vertraglichen Festlegungen zu diesem Projekt hatten wir erst im April berichtet und heute konnte die Halle nach achtmonatiger Bauzeit schon ihrer Bestimmung übergeben werden. Weshalb auch viele Dankesworte gewechselt wurden zwischen dem finanzierenden Land Thüringen, vertreten durch die Staatssekretärin Katharina Schenk, die wiederum den verhinderten Innenminister und Parteigenossen des Landrates Georg Maier vertrat, und dem Landkreis Nordhausen als untere Katastrophenschutzbehörde und dem Landesverwaltungsamt und der Servicegesellschaft des Landkreises.

Unterm Strich besticht das in Fachkreisen schon „Sicherheits-Campus“ genannte Katastrophenschutzlager für Nordthüringen gleich neben der noch zu errichtenden neuen Feuerwache Nordhausens mit schlichtem, zweckmäßigen Design und einer hervorragenden Klimaanlage. Der Landrat war so von der Größe der Halle und der darin zirkulierenden Frischluft angetan, dass er seinen Kreistagskollegen antrug, die nächsten Sitzungen doch hier abzuhalten, wo man genügend Platz hätte, um weit auseinander zu sitzen und angenehme Temperaturen. Und wenn es wieder einmal länger dauern sollte, könnte man sich gleich an Ort und Stelle ein Feldbett aufschlagen, scherzte Jendricke. Anwesende Vertreter von der LINKEn, der SPD, CDU und AfD können nun über seinen Vorschlag nachdenken.

"Unendliche Weiten" in de noch leeren Lagerhalle (Foto: oas) "Unendliche Weiten" in de noch leeren Lagerhalle (Foto: oas)


Die Bezeichnung als „Sicherheits-Campus“ passt auch deshalb, weil die hier verwahrten Dinge mit einem ausgeklügelten System so ähnlich bewacht werden sollen wie die US-Goldreserven in Fort Knox. Die Baukosten der Halle aus Beton und Leichtmetall beliefen sich auf 995.700 €. Das Lager ist rund 630 Quadratmeter groß, modern ausgestattet mit 5,5 Meter hohen Regalen. Im größten Teil der rund 530 Einzelpaletten lagert die Ausstattung des Landes, aber auch der Landkreis Nordhausen wird hier Material für den Katastrophenfall vorhalten und die Stadt Nordhausen bekommt ebenfalls Gelegenheit, nützliche Dinge unterzubringen. Umfangreiches Material sowie technische Ausrüstung für Katastropheneinsätze wie Hochwasser oder andere größere Schadenslagen finden hier ihre Heimat, darunter mehr als 400.000 Sandsäcke mit Füllmaschinen, über 500 Feldbetten mit Kissen und Decken, mehrere Zelte, Pumpen und Stromerzeuger, Schutzkleidung und eine Feldküche. Außerdem wird ein Reservestellplatz für ein Feuerwehrfahrzeug im Katastrophenfall eingerichtet und Gabelstapler sowie Hubwagen zur Bedienung der Hochregale gehören zur logistischen Ausstattung der Einrichtung.

Die Service Gesellschaft als Bauherr wird das Gebäude in den nächsten 28 Jahren unterhalten, die Bewirtschaftung übernimmt die Landkreisverwaltung. Durch den Neubau verbessern sich die Aufbewahrungs- und Arbeitsbedingungen im Landeslager signifikant und es gehört nun zu einem der vier großen Katastrophenschutzlager des Landes Thüringen. Jetzt, nach der offiziellen Einweihung, werden die vorhandenen Materialien vom alten in das neue Lager transportiert und um diverse Neuanschaffungen ergänzt.

Vor der Halle warten schon die ersten Nutzer (Foto: oas) Vor der Halle warten schon die ersten Nutzer (Foto: oas)


Am Rande der Feierlichkeiten überreichte SPD-Staatssekretärin Katharina Schenk einen Lottomittel-Förderbescheid über 2 200 Euro an die Freiwillige Feuerwehr Appenrode, die sich um die Ausbildung neuer Floriansjünger in der Jugendfeuerwehr verdient gemacht hatte.
Olaf Schulze
Autor: osch

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de