nnz-online
EIN LICHTSCHEIN AM ENDE EINES LANGEN TUNNELS

Katrin Brauer kann wieder lächeln

Sonntag, 14. Juni 2020, 10:00 Uhr
Die Reiselust schien ungebrochen. Buchungen über Buchungen gingen in den ersten Monaten des Jahres bei Brauer-Reisen ein. Das Jahr versprach wieder eine Erfolgsgeschichte...

Es geht wieder los bei Brauer Reisen (Foto: privat) Es geht wieder los bei Brauer Reisen (Foto: privat)
Nordhausen. Dann kam Corona. Null Buchungen. Stornierung auf Stornierung. Reisebusse von heute auf morgen im Ruhestand. Auf Hochglanz poliert standen sie in Reih und Glied auf dem Betriebshof. Die Fahrer in Kurzarbeit oder sie bummelten die angehäuften Überstunden ab.

Für Katrin Brauer und ihrem Mann folgten schwere Stunden. Würde das Unternehmen, das Vater und Schwiegervater nach der Wende im Südharz mühevoll aufbaute und zu einer gefragten Adresse entwickelte, überhaupt die Zeit der Pandemie überleben? Diese Frage stellten sich Katrin und Jens als die heutigen Geschäftsführer voller Ungewissheit. Woche für Woche. Der Verzweiflung nahe. Jetzt sehen sie aber wieder einen Lichtschein am Ende eines langen Tunnels. Katrin Brauer kann wieder lächeln. „Wir machten uns gegenseitig Mut. Mal war es mein Mann, der mich aufrichtete, mal war ich es, die Mut machte“, erzählt sie im Gespräch mit der nnz.

Auf die neueste Verordnung der Thüringer Landesregierung haben die Busreiseunternehmen voller Sehnsucht gewartet. Jetzt darf wieder gefahren, Reisebusse können allmählich wieder aktiviert werden. Eine besonders erfreuliche Nachricht: Alle Busplätze dürfen, besagt die neue Verordnung, besetzt sein. Mit nur halber Kapazität wäre das auch nicht kostendeckend. Weniger schön: Mundschutz für alle Fahrgäste. Das wird jene, die am 17. Juni nach Martinfeld in das Eichsfeld zum Spargelessen fahren, kaum stören.

Thomas Erbsmehl war der erste Busfahrer im Reiseunternehmen Brauer. Das war im April vor 30 Jahren. Es wurde der Beruf seines Lebens. Im Bild mit Geschäftsführerin Katrin Brauer. (Foto: Kurt Frank) Thomas Erbsmehl war der erste Busfahrer im Reiseunternehmen Brauer. Das war im April vor 30 Jahren. Es wurde der Beruf seines Lebens. Im Bild mit Geschäftsführerin Katrin Brauer. (Foto: Kurt Frank)
Auf die erste große Fahrt in dieser angespannten Zeit freut sich auch Thomas Erbsmehl. Im Bild mit Katrin Brauer vor dem Gebäude des Betriebshofes an der Freiherr-vom-Stein-Straße. 23 Jahre war er alt, als er es sich hinter dem Steuer eines Reisebusses erstmals bequem machte. Das war im April 1990. Es wurde der Beruf seines Lebens. Erbsmehl war vordem Fahrlehrer beim Kraftverkehr und der erste Reisebusfahrer bei Brauer. Vorerst muss er sich noch gedulden, denn längere Fahrten in das Ausland bleiben zunächst im Angebot noch außen vor. Fahrradtouristen indes können sich auf ihre Tour demnächst ins Emsland freuen.

Nach und nach belebt sich die Geschäftsstelle von Brauer-Reisen, finden sich die Mitarbeiter nach der Kurzarbeit wieder ein. Die Steuermänner moderner Reisebusse sehen erwartungsvoll ihrer Arbeit entgegen. Die Zeit daheim bei Frau und Kind sei sehr schön, doch mit der Zeit komme die Sehnsucht nach dem Sitz hinterm Lenkrad. Das Büro in der Freiherr-vom-Stein-Straße öffnet die Pforten ab kommenden Montag wieder für den Publikumsverkehr
Kurt Frank
Autor: psg

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de