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Mehr Onliner als Offliner

Mittwoch, 22. Juni 2005, 14:09 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen war vor rund fünf Jahren eine Idee geboren worden: Lokale Nachrichten über das Internet anbieten. Dass die Macher der nnz damals schon goldrichtig lagen, das bestätigt nun eine repräsentative Studie. Mit einem Klick sind Sie mitten drin...


Innerhalb eines Jahres ist die Internet-Nutzung in Deutschland weiter moderat gestiegen. Heute sind 55 Prozent der Deutschen online (2004: 53 Prozent). Das entspricht 35,7 Millionen Menschen über 14 Jahren. Die Internetgemeinde ist damit in den zurückliegenden zwölf Monaten um 1,74 Millionen Nutzerinnen und Nutzer größer geworden. In den nächsten zwölf Monaten beabsichtigen 4,1 Millionen Bundesbürger (sechs Prozent) ins Internet einzusteigen. 25 Millionen Deutsche (39 Prozent) zählen allerdings noch zu den Offlinern, den Nicht-Nutzern des Internets ohne Anschaffungsabsicht. Diese sind mehrheitlich weiblichen Geschlechts, haben formal eine geringe Bildung sowie ein niedriges Einkommen und werden immer älter. Das Durchschnittsalter der Nicht-Nutzer liegt bei 60,3 Jahren.

Das sind die zentralen Ergebnisse des (N)ONLINER Atlas 2005, den die Initiative D21 und TNS Infratest heute in Berlin vorgestellt haben. Im fünften Jahr seines Erscheinens beleuchtet der (N)ONLINER Atlas erneut die Welt der Onliner, Nutzungsplaner und Offliner und verdeutlicht Unterschiede der Internet-Nutzung in Deutschland. Im Mittelpunkt der mit erstmals 50.000 Interviews deutschlandweit größten Studie stehen die Zahlen der Internet-Nutzung nach Bundesland, Regierungsbezirk, Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand und Beschäftigung. Erstmals wird die Internet-Nutzung auch nach Postleitzahlengebieten ausgewiesen. Der diesjährige Sonderteil befasst sich mit dem Thema: "Internet 2010: Visionen online leben".

"Der (N)ONLINER Atlas 2005 bestätigt eine insgesamt erfreuliche Entwicklung. Die Zahl der Internetnutzerinnen- und -nutzer in Deutschland ist 2005 weiter gestiegen. Zuwachs gibt es auch in bisher eher "internetfernen" gesellschaftlichen Gruppen. Ihr Anteil an der Internet-Nutzung der Bevölkerung hat sich erhöht. Die digitale Integration unserer Gesellschaft, das ist die gleichwertige Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am Internet, befindet sich auf einem guten Weg", so Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

"Wir haben viel erreicht. Die Internet-Nutzung ist innerhalb von nur fünf Jahren um 18 Prozentpunkte gestiegen. Deshalb dürfen wir uns aber nicht ausruhen! Nach einer ersten Phase, in der vor allem die Ausstattung von Haushalten und Schulen mit Internetzugängen wichtig war, folgte in der zweiten Phase das Kennenlernen der Internet-Inhalte. Jetzt ist es Zeit, die dritte Phase zu zünden - die Phase eines zielgruppenorientierten Wachstums! Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Initiativen sind gemeinsam gefordert, auch den letzten Offliner-Zielgruppen den Weg ins Netz zu zeigen und so den digitalen Graben zu schließen", sagt Thomas Ganswindt, Vorstandsvorsitzender der Initiative D21 und Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

Onliner versus Offliner
Hatte sich in 2004 die Tendenz einer Auflösung des Ost-West-Gefälles in der Internet-Nutzung abgezeichnet, so hat der Westen nach den aktuellen Zahlen einen deutlich höheren Zuwachs zu verzeichnen, als der Osten der Republik. Erstmals sind die Internet-Nutzer bundesweit in der Mehrheit. Mit 64 Prozent Onlinern führt Berlin das Bundesländerranking der Internet-Nutzung an, gefolgt von Hamburg mit 61 Prozent Onlinern. Die höchsten Zuwächse gegenüber 2004 haben die Bundesländer Bremen (+ 6,1 Prozentpunkte), Hamburg (+5,3 Prozentpunkte) und Berlin (+5,9 Prozentpunkte). Mecklenburg-Vorpommern (48,7 Prozent) und das Saarland (48,4 Prozent) bleiben zusammen mit Sachsen-Anhalt (48,4 Prozent) die Schlusslichter im Bundesländerranking der Internet-Nutzung.

Während die Offliner immer älter werden und das Durchschnittsalter bei 60,3 Jahren liegt, sind die Onliner mit durchschnittlich 39 Jahren jung geblieben. Das Durchschnittsalter der Offliner ist um 1,3 Jahre gestiegen, das der Onliner nur um ein halbes Jahr. Starken Zuwachs bei der Internet-Nutzung gab es erneut bei der Generation der über 50-Jährigen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Internet-Nutzung in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen um drei Prozentpunkte auf 53 Prozent; bei den 60- bis 69-Jährigen sind 29 Prozent online (2004: 26 Prozent). In der Altersgruppe 70plus sind es zehn Prozent (2004: neun Prozent). Der Zuwachs an älteren Onlinern ist zwar relativ hoch, dennoch drängen auch viele Neueinsteiger ins Internet, die jung sind und aus internetfernen Zielgruppen wie beispielsweise Personen mit einfachem Bildungsabschluss kommen.

In absoluten Zahlen ist der Zuwachs der Internet-Nutzung bei Männern stärker als bei Frauen: knapp 1 Million Männer und fast 800.000 Frauen zählen in 2005 neu zur Internet-Community. Relativ gesehen ist der Zuwachs ausgeglichen. Wie im vergangenen Jahr liegt das Verhältnis Männer-Frauen unter den Onlinern bei 55:45 Prozent. Die Wahl des Internet-Zugangs Alter und Geschlecht haben offenbar Einfluss auf die Wahl des Internet-Zugangs: DSL ist am stärksten bei jungen Männern verbreitet; Frauen und ältere Menschen nutzen häufiger einen Internetzugang über ISDN oder Modem. "Es geht nicht mehr nur um die Frage, wer online ist, sondern auch darum, wie jemand online ist: mit Highspeed im weltweiten Netz oder mit dem Fahrrad auf der Datenautobahn", so Nina Fluck, Projektleiterin des (N)ONLINER Atlas 2005.

38 Prozent der Onliner haben einen DSL-Anschluss im eigenen Haushalt. Der Anteil anderer breitbandiger Zugänge liegt unter zwei Prozent. 28 Prozent wählen sich via ISDN-Anschluss in das Internet ein. Jeder fünfte Onliner ist analog über ein Modem mit dem Internet verbunden. Auffällig bei den DSL-Nutzern ist das Stadt-Land-Gefälle: In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern und in deren Einzugsgebieten nutzen 44 Prozent der Onliner einen DSL- oder anderen Breitbandzugang.

In ländlichen Regionen abseits größerer Städte sind es nur 28 Prozent. In den östlichen Bundesländern ist die Verbreitung von DSL deutlich schwächer als in den westlichen. Nur noch fünf Prozent der Onliner haben keinen Internetanschluss im eigenen Haushalt, sondern nutzen das Internet allein am Arbeitsplatz.
Autor: nnz

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