Studie zum Trainingsverhalten in der Ausgangssperre
Nordhäuser Sportler in der Krise
Montag, 04. Mai 2020, 14:39 Uhr
Der Nordhäuser Christoph Keil absolvierte ein Bachelor- Studium auf Lehramt für die Fächer Sport und Erdkunde. Seit Jahren ist Christoph in seiner Heimatstadt als Sportfotograf unterwegs und dem Sport im Landkreis sehr verbunden. Jetzt erstellte er eine Studie zum sportlichen Verhalten in der Krisenzeit…
Verändertes Trainingsverhalten in der Krise
In seiner wissenschaftlichen ausgewerteten Befragung, an der insgesamt 635 Personen teilnahmen, konnte der frisch gebackene Bachelor Keil nachweisen, dass sich das Trainingsverhalten in den letzten Wochen des Lockdowns verändert hat. Die erwachsenen Sportler treiben während der Corona-Pandemie weniger und kürzer Sport. Im Durchschnitt haben sie sich vor der Pandemie an 3,55 Tagen in der Woche sportlich betätigt, jetzt liegt der Wert bei 3,50 Tagen. Bei der Anzahl der Trainingstage fällt auf, dass die Zahl der aktuell Nicht-Sporttreibenden von 1 auf 8 Prozent angestiegen ist. Ein weiterer Anstieg findet sich im Bereich derer, die jeden Tag sportlich aktiv waren. Dieser Wert hat einen Zuwachs um 6 Prozent zu verzeichnen.
In der Kategorie der Sportaktivität von 3 Tagen pro Woche ist der stärkste Zuwachs (+11 Prozent) festzustellen. Bei der Länge der Trainingsdauer fällt auf, dass eine Verschiebung in Richtung kürzere Sporteinheiten zu erkennen ist. Die Mehrheit (43 Prozent) absolvierten vor Corona einen routinemäßigen Umfang von 61-90min pro Sporteinheit. Dieser Wert ist aktuell auf 23 Prozent gesunken. Immerhin 8 Prozent der Befragten treiben aktuell gar keinen Sport. Als Hauptgrund geben ein Drittel die Schließung der Sportstätten an. Die freie Zeit nutzen 22 Prozent zur Regeneration, 20 Prozent haben derzeit gesundheitliche Einschränkungen. Nur 18 Prozent haben Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und treiben deshalb aktuell keinen Sport.
Die allgemeine Einstellung aller Teilnehmer der Studie zeigt deutlich, dass sie den Aussagen Ich habe Angst, mich mit dem Coronavirus zu infizieren sowie Ich trainiere eher zu Hause, um mich nicht anzustecken nicht zustimmen. Vielmehr bejahen die meisten, dass die Möglichkeit an der frischen Luft Sport zu treiben einen wichtigen Faktor für sie darstellt.
Die Top fünf Bewegungsaktivitäten, die aktuell von den Sportlern im Landkreis Nordhausen ausgeübt werden, bestätigen diese Einstellungen. Am beliebtesten sind Wandern (61 Prozent) und Spaziergänge mit 45 Prozent, gefolgt von Laufen (42 Prozent). Zu Hause betreibt derzeit jeder Zweite Sport (52 Prozent). Weitere 17 Prozent geben an, sportartspezifische Übungen auszführen. Schlusslichter im Ranking sind mit 3 Prozent Nordic Walking und Schwimmen.
Deutliche Zustimmungen erfahren die Thesen Die Möglichkeiten zum Sport treiben an der frischen Luft finde ich wichtig und Ausreichend Sport ist für mich wichtig. Kaum Zustimmung findet hingegen die These Ich habe Angst, mich mit dem Coronavirus zu infizieren. In den neutralen Zuschreibungen werden die Mundschutzpflicht sowie die Einstellung zum Thema Sport und Großveranstaltungen genannt. Ebenfalls finden sich hier die Themen Politik, Sportangebot, Gesundheitsbewusstsein und Chancen auf Verbesserung in diesem Bereich wieder.
In der Zusammensetzung der Trainingskonstellation trainieren 60 Prozent der Sportler aktuell alleine, mit nur einem(r) Trainingspartner(in) trainieren 26 Prozent und 6 Prozent üben sportliche Aktivitäten in einer Gruppe mit mehreren Personen aus.
Auf die Frage, was sie am meisten vermissen, antworten 84 Prozent der Befragten, dass ihnen aktuell soziale Kontakte (Familie, Freunde) fehlen. Des weiteren vermissen sie zu 54 Prozent ihr Team und die Trainingskameraden. Urlaub sowie einen geregelten und routinemäßigen Alltag wünschen sich 47 Prozent wieder zurück. Nur 3 Prozent der Befragten vermissen aktuell gar nichts.
Der Fußball nimmt auch im Südharz einen elementaren Platz mit über 3471 Fußballern und 292 Fußballerinnen ein. Insgesamt beurteilen die Studienteilnehmer die Frage, wann der Spielbetrieb mit Zuschauern im Profifußball wieder aufgenommen werden soll so, dass 53 Prozent dies nicht einschätzen können. Für eine sofortige Wiederaufnahme plädierten 7 Prozent. Dass es ab September weitergeht glauben 18 Prozent und für eine Wiederaufnahme erst im neuen Jahr sind immerhin noch 22 Prozent. Die knappe Mehrheit ist gegen eine Wiederaufnahme mit Geisterspielen. Stimmengleichheit herrscht in den Kategorien Wiederaufnahme und Meinungslosigkeit (31,65 Prozent). Auffällig ist zudem auch, dass fast ein Drittel der Sportler keine Meinung zu diesem Thema hatten.
Unter dem Aufruf WirBleibenZuHause wurde die Frage gestellt, was machen die Nordhäuser Sporttreibenden in der Zwangspause zu Hause, um sich die Zeit (neben der Arbeit und der Familie) zu vertreiben. Sport als Zeitvertreib geben 71 Prozent an der frischen Luft und 58 Prozent zu Hause an. Andere Tätigkeiten, der zu Hause nachgegangen werden, sind Gartenarbeit (53 Prozent), gefolgt von Social Media (39 Prozent), Lesen (37 Prozent) sowie Kochen und Backen mit jeweils 35 Prozent.
Die komplette Studie können Sie sich hier als.pdf herunterladen.
Autor: redVerändertes Trainingsverhalten in der Krise
In seiner wissenschaftlichen ausgewerteten Befragung, an der insgesamt 635 Personen teilnahmen, konnte der frisch gebackene Bachelor Keil nachweisen, dass sich das Trainingsverhalten in den letzten Wochen des Lockdowns verändert hat. Die erwachsenen Sportler treiben während der Corona-Pandemie weniger und kürzer Sport. Im Durchschnitt haben sie sich vor der Pandemie an 3,55 Tagen in der Woche sportlich betätigt, jetzt liegt der Wert bei 3,50 Tagen. Bei der Anzahl der Trainingstage fällt auf, dass die Zahl der aktuell Nicht-Sporttreibenden von 1 auf 8 Prozent angestiegen ist. Ein weiterer Anstieg findet sich im Bereich derer, die jeden Tag sportlich aktiv waren. Dieser Wert hat einen Zuwachs um 6 Prozent zu verzeichnen.
In der Kategorie der Sportaktivität von 3 Tagen pro Woche ist der stärkste Zuwachs (+11 Prozent) festzustellen. Bei der Länge der Trainingsdauer fällt auf, dass eine Verschiebung in Richtung kürzere Sporteinheiten zu erkennen ist. Die Mehrheit (43 Prozent) absolvierten vor Corona einen routinemäßigen Umfang von 61-90min pro Sporteinheit. Dieser Wert ist aktuell auf 23 Prozent gesunken. Immerhin 8 Prozent der Befragten treiben aktuell gar keinen Sport. Als Hauptgrund geben ein Drittel die Schließung der Sportstätten an. Die freie Zeit nutzen 22 Prozent zur Regeneration, 20 Prozent haben derzeit gesundheitliche Einschränkungen. Nur 18 Prozent haben Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und treiben deshalb aktuell keinen Sport.
Die allgemeine Einstellung aller Teilnehmer der Studie zeigt deutlich, dass sie den Aussagen Ich habe Angst, mich mit dem Coronavirus zu infizieren sowie Ich trainiere eher zu Hause, um mich nicht anzustecken nicht zustimmen. Vielmehr bejahen die meisten, dass die Möglichkeit an der frischen Luft Sport zu treiben einen wichtigen Faktor für sie darstellt.
Die Top fünf Bewegungsaktivitäten, die aktuell von den Sportlern im Landkreis Nordhausen ausgeübt werden, bestätigen diese Einstellungen. Am beliebtesten sind Wandern (61 Prozent) und Spaziergänge mit 45 Prozent, gefolgt von Laufen (42 Prozent). Zu Hause betreibt derzeit jeder Zweite Sport (52 Prozent). Weitere 17 Prozent geben an, sportartspezifische Übungen auszführen. Schlusslichter im Ranking sind mit 3 Prozent Nordic Walking und Schwimmen.
Deutliche Zustimmungen erfahren die Thesen Die Möglichkeiten zum Sport treiben an der frischen Luft finde ich wichtig und Ausreichend Sport ist für mich wichtig. Kaum Zustimmung findet hingegen die These Ich habe Angst, mich mit dem Coronavirus zu infizieren. In den neutralen Zuschreibungen werden die Mundschutzpflicht sowie die Einstellung zum Thema Sport und Großveranstaltungen genannt. Ebenfalls finden sich hier die Themen Politik, Sportangebot, Gesundheitsbewusstsein und Chancen auf Verbesserung in diesem Bereich wieder.
In der Zusammensetzung der Trainingskonstellation trainieren 60 Prozent der Sportler aktuell alleine, mit nur einem(r) Trainingspartner(in) trainieren 26 Prozent und 6 Prozent üben sportliche Aktivitäten in einer Gruppe mit mehreren Personen aus.
Auf die Frage, was sie am meisten vermissen, antworten 84 Prozent der Befragten, dass ihnen aktuell soziale Kontakte (Familie, Freunde) fehlen. Des weiteren vermissen sie zu 54 Prozent ihr Team und die Trainingskameraden. Urlaub sowie einen geregelten und routinemäßigen Alltag wünschen sich 47 Prozent wieder zurück. Nur 3 Prozent der Befragten vermissen aktuell gar nichts.
Der Fußball nimmt auch im Südharz einen elementaren Platz mit über 3471 Fußballern und 292 Fußballerinnen ein. Insgesamt beurteilen die Studienteilnehmer die Frage, wann der Spielbetrieb mit Zuschauern im Profifußball wieder aufgenommen werden soll so, dass 53 Prozent dies nicht einschätzen können. Für eine sofortige Wiederaufnahme plädierten 7 Prozent. Dass es ab September weitergeht glauben 18 Prozent und für eine Wiederaufnahme erst im neuen Jahr sind immerhin noch 22 Prozent. Die knappe Mehrheit ist gegen eine Wiederaufnahme mit Geisterspielen. Stimmengleichheit herrscht in den Kategorien Wiederaufnahme und Meinungslosigkeit (31,65 Prozent). Auffällig ist zudem auch, dass fast ein Drittel der Sportler keine Meinung zu diesem Thema hatten.
Unter dem Aufruf WirBleibenZuHause wurde die Frage gestellt, was machen die Nordhäuser Sporttreibenden in der Zwangspause zu Hause, um sich die Zeit (neben der Arbeit und der Familie) zu vertreiben. Sport als Zeitvertreib geben 71 Prozent an der frischen Luft und 58 Prozent zu Hause an. Andere Tätigkeiten, der zu Hause nachgegangen werden, sind Gartenarbeit (53 Prozent), gefolgt von Social Media (39 Prozent), Lesen (37 Prozent) sowie Kochen und Backen mit jeweils 35 Prozent.
Die komplette Studie können Sie sich hier als.pdf herunterladen.
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