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DEHOGA zertifiziert das Zwanzigerjahre-Hotel in der Bahnhofstraße

Nordhäuser Hotel hat jetzt vier Sterne

Donnerstag, 30. April 2020, 13:46 Uhr
Obwohl das Hotel „Fürstenhof“ momentan kaum Gäste beherbergt, hatte sich für heute Vormittag bei Axel Heck hoher Besuch aus Erfurt angesagt. Und der kam nicht mit leeren Händen …

Hotel (Foto: oas) Hotel (Foto: oas)
DEHOGA-Chef Ellinger mit der Urkunde, Hotelbesitzer Heck mit dem sichtbaren Resultat der Zertifizierung

Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer der Thüringer DEHOGA, überbrachte dem wieder eröffneten Hotel eine willkommene Einstufung für die nächsten drei Jahre. Nachdem sich Axel Heck mit seinem Team seit August vorigen Jahres in die Materie des Hotelbusiness vorbildlich eingearbeitet hatte, war es an der Zeit, eine Einstufung des Beherbergungsbetriebes vorzunehmen. „Wir sehen unser Hotel in der Klassifizierung genau bei diesen vier Sternen, weshalb wir sie mit unserem Antrag angestrebt hatten und nun sehr froh sind, das Zertifikat zu erhalten“, freute sich Axel Heck.

Neben der in einem exakten Punktesystem erfassten Ausstattung des Hotels, dem gebotenen Service und Komfort bewertet die DEHOGA auch das unternehmerische Risiko, das hier eingegangen wurde. Dirk Ellinger zeigte sich froh darüber, dass branchenfremde Investoren wie Axel Heck ins Gastronomiegewerbe investieren und wünscht sich angesichts der nicht nur durch den Corona-Lockdown angespannten Lage noch mehr solcher Initiativen. Von den 4950 Betreibern im Beherbergungs- und Gastronomiegeschäft im Freistaat sieht er über fünfzig Prozent momentan bedroht und warnt vor unabsehbaren und unwiderruflichen Folgen, sollte der Betrieb nicht spätestens im August oder September wieder hochgefahren werden. Aber Ellinger verströmt auch Optimismus, wenn er sagt: „Es wird eine Zeit nach Corona geben und wird werden uns wieder von diesem Schock erholen.“

Angebote wie der „Fürstenhof“ seien eminent wichtig für einen erfolgreichen Tourismus in Thüringen, der sich im Zuge von pandemiebedingten Reisebeschränkungen verstärken werde. Der DEHOGA-Chef sieht auch eine Chance in der Krise, weil er glaubt, dass der Inlandstourismus gestärkt wird, die Thüringer vielleicht vermehrt in Thüringen bleiben werden und gezielt Auszubildende aus dem Ausland erreicht werden können, die in Thüringen ihre Ausbildung absolvieren werden.

Axel Heck hofft ebenfalls, dass die Gastronomie und Hotellerie schnell wieder ihre Arbeit aufnehmen kann. Er weiß, dass er mit seinen vier Sternen am Haus jetzt auch höheren Maßstäben bei der Bewertung ausgesetzt ist. „Die Zeit seit August war für uns eine Anlaufphase, jetzt haben wir uns als Team gefunden und sind richtig aufgestellt. Das war ein Prozess, wie ihn auch eine Sportmannschaft durchläuft, ehe sie erfolgreich spielt.“ Verärgert ist Heck darüber, dass er bis zum heutigen Tag noch keinen Cent der versprochenen Soforthilfe des Landes Thüringen bekommen hat. „Da habe ich noch Glück, dass ich noch in anderen Geschäftsfeldern unterwegs bin. Wäre ich allein auf das Hotel angewiesen, müsste ich es aufgeben“, bringt er die unbefriedigende Situation auf den Punkt.
Olaf Schulze
Autor: osch

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