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Theater-Näherinnen spenden Schutzmasken

Die fleißigen Näherinnen des Nordhäuser Theaters

Donnerstag, 30. April 2020, 14:00 Uhr
Im Theater Nordhausen hat man, trotz der erzwungenen Spielpause, alle Hände voll zu tun. In der Nähwerkstatt des Hauses war man über das Maß hinaus fleißig und konnte jetzt den Nordhäuser Regelschulen eine ganze Palette selbstgenähter Schutzmasken übergeben...

Theater übergab Masken an Nordhäuser Regelschulen (Foto: Angelo Glashagel) Theater übergab Masken an Nordhäuser Regelschulen (Foto: Angelo Glashagel)

Kommende Woche beginnt der Unterricht für die Klassen 9 und 10 an den Regelschulen der Stadt. Freilich unter verschärften Bedingungen: außerhalb der Klassenräume müssen die Schülerinnen und Schüler Mund-Nasen-Schutz tragen.

Damit das klappt und die Schulen auch im Notfall mit eigenen Masken aushelfen können, für den Fall das die Mitbringsel der Schüler vergessen werden oder kaputt gehen, übergab das Theater heute jeweils 50 Masken aus der Nähwerkstatt des Hauses an die Regelschule Käthe-Kollwitz, die Förstemannschule, die Petersbergschule und Lessing-Schule. "Für uns ist das ganz wunderbar", bedankte sich die Schulleiterin der Petersbergschule, Sabine Schröder.

Das hier Profis am Werk waren macht die Verarbeitung deutlich, unter anderem wurden in den Stoff Drahtbügel eingezogen die mit ein bisschen Druck an die Nase angepasst werden können und dann wie eine Brille sicher sitzen.

Sitzt perfekt: Kati Flöder erprobte die neue Maske  (Foto: Angelo Glashagel) Sitzt perfekt: Kati Flöder erprobte die neue Maske (Foto: Angelo Glashagel)

Sitzt perfekt: Die Leiterin der Lessing-Schule Kati Flöder bei der Anprobe

Den Einsatz seiner Näherinnen lobte auch Theaterintendant Daniel Klajner und bat die sonst eifrig aber eher anonym hinter den Kulissen arbeitenden Damen zum Fototermin. "Unsere Näherinnen haben sogar Urlaubstage eingesetzt um die Masken fertig zu bekommen, der Einsatz ist einfach wahnsinnig", sagte Klajner.

Auch in den anderen Abteilungen des Theaters gibt es viel zu tun und man hofft, zum 1. September wieder durchstarten zu können. "Das impliziert jetzt eine gewisse Blauäugigkeit, aber wir haben keine andere Handhabe. Hinter Theaterproduktionen stehen komplexe Planungen, deswegen ist dies das Datum, auf das wir uns konzentrieren".

Die fleißigen Näherinnen des Nordhäuser Theaters (Foto: Angelo Glashagel) Die fleißigen Näherinnen des Nordhäuser Theaters (Foto: Angelo Glashagel)

Unter den gegebenen Bedingungen seien Aufführungen, auch unter freiem Himmel, nicht möglich. "Sie können kein Ballett mit Mindestabstand spielen, keinen Chor mit Mindestabstand auf die Bühne und kein Orchester mit Abstand in den Graben bekommen. Wenn ich einen Holzbläser in unseren Orchestergraben setze muss der zwölf Meter Abstand zum nächsten Musiker halten und drei Meter um ihn herum muss alles frei sein. Konkret würde das bedeuten das wir aktuell etwa zwei Musiker im Orchestergraben unterbringen könnten", erklärte Klajner.

Den Silberstreif am Horizont sieht der Schweizer dennoch und lud die Schuldirektoren zum persönlichen Rundgang hinter den Kulissen ein. Freilich erst dann, wenn alles wieder irgendwie normal läuft.
Angelo Glashagel
Autor: red

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