nnz-Rückspiegel: 12. Oktober 2000
Freitag, 12. Oktober 2001, 09:18 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
GmbH in vorgestellter Form wird auch in Neustadt mehrheitlich abgelehnt
Der nnz-Beitrag zur Entwicklung des Toursimus in der Südharz-Region ist auf ein breites Interesse gestoßen. So erhielt nnz die Information, daß das vorgelegte Konzept einer künftigen GmbH nicht nur von der Mehrheit des Ilfelder Gemeinderates, sondern auch von einem Großteil des Neustädter Gemeinderates abgelehnt wird.
Die Neustädter Gemeinderäte sind nicht gegen die Weiterentwicklung des Tourismus, auch nicht gegen den Weg, der eventuell in eine GmbH münden wird, wir sind gegen die im Konzept aufgezeigten finanziellen Belastungen, so ein Gemeinderat aus Neustadt zur nnz.
So sollen nach nnz-Informationen Neustadt und Ilfeld jeweils 120.000 Mark im Jahr in die Gesellschaft einbringen. Das allerdings sei wegen der finanziellen Situation beider Kommunen derzeit nicht machbar. Im Konzept sei vorgesehen, daß in Neustadt und Ilfeld eine Fremdenverkehrsabgabe beschlossen werden muß. Zusätzlich müsse der Ilfelder Gemeinderat die Erhebung einer Kurtaxe beschließen. Allein aus der Fremdenverkehrsabgabe für Neustadt sollen 70.000 Mark in die GmbH fließen. Das allerdings wollen die Neustädter Gemeinderäte den Gewerbetreibenden des Ortes nicht zumuten.
Sollte der Weg zu einer Tourismus-GmbH weiter beschritten werden, dann sollten sich auch die Hotels und Pensionen daran beteiligen. Sie seien schließlich die wesentlichen Profiteure der weiteren Tourismusentwicklung, so der Gemeinderat gegenüber nnz.
Streit um angeblichen Fehlbetrag geht weiter SPD moniert Zurückhaltung von Zahlen
Wer ist eigentlich Vorsitzender des Finanzausschusses? Diese provokative Frage stellt der Geschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion, Maik Schröter, und bezieht sich damit auf eine Äußerung von Dagmar Becker (SPD).
Wieder einmal melde sich Frau Becker mit Mutmaßungen und infoffiziellen Meldungen zu Wort. Dieser Politikstil ist nicht mehr hinnehmbar! Als Mitglied des Kreistages und der CDU-Fraktion bin ich echt sauer”, so Schröter wörtlich.
Hier müsse man richtig stellen: Der Vorsitzende des Finanzausschusses und designierte erste Beigeordnete, Matthias Jendricke, sitze in der ersten Reihe, wenn es darum ginge, den Haushalt des Kreises auf den Weg zu bringen.
Ehrenamtlicher Beigeordneter ist Winfried Theuerkauf, auch SPD. Nun wäre es wichtig zu wissen, ob hier von Seiten der SPD noch ernsthaftes Interesse an Sachpolitik im Kreistag existiere?
Interessant wäre aus Sicht der CDU-Fraktion zu wissen, welche Maßnahmen der Finanzausschußvorsitzende zur Vorbereitung des Haushaltes veranlaßt hat und wie die letzten Beratungen abgelaufen sind, fragt Schröter.
nnz hat bei Matthias Jendricke (SPD) natürlich nachgefragt. Jendricke stellt klar, daß er als Ausschußvorsitzender noch immer nicht über die Jahresabschlußzahlen der Kreisverwaltung von 1999 Kenntnis habe. Nach SPD-Informationen soll in jenem Jahr ein Fehlbetrag von rund fünf Millionen Mark zu Buche stehen. Dieser Fehlbetrag müsse nach der Haushaltsordnung im Jahr 2001 getilgt werden. Das aber ist aus meiner Sicht nicht machbar, zumal der Finanzausschuß immer noch nicht über Eckzahlen des künftigen Haushaltes verfüge, kontert Jendricke.
In Richtung Schröter meint der SPD-Mann, daß man den Spieß nicht umdrehen könne, denn letztlich müsse die Verwaltung bei der Bereitstellung von Zahlen in Vorleistung gehen. Und diese Zahlen seien den Kreistagsmitgliedern und selbst ihm als Vorsitzenden des Finanzausschusses noch nicht vorgelegt worden.
Jugendliche fälschten Banknoten 10-Mark-Blüten in Umlauf gebracht
Im Raum Nordhausen ist eine Falschgeldwerkstatt ausgehoben worden. So die Mitteilung aus dem Thüringer Landeskriminalamt. Die nnz liefert dazu die Geschichte.
Es war Ende September dieses Jahres. Da bemerkte die Verkäuferin eines Marktes in Niedersachswerfen, daß ihr zwei falsche 10-Mark-Scheine untergeschoben wurden. Sie brachte die Blüten zur Bank und alles kam ins Rollen, das LKA schaltete sich in die Ermittlungen ein. Zum Glück der Ermittler konnte sich die Frau noch an die beiden Jugendlichen erinnern, die mit dem Falschgeld bezahlt hatten. Die Spur führte die LKA-Beamten auf zwei Jungen im Alter von 14 und 15 Jahren aus Niedersachswerfen und Nordhausen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden weitere Blüten und die Spur zu einem Dritten im Bunde der Falschgeldbande gefunden. Während dieser Wohnungsdurchsuchung wurden die Ermittler dann richtig fündig: Falsche Banknoten und ein PC, auf dem diese hergestellt wurden.
Alle drei Jugendlichen haben gestanden, die benutzte Technik wurde sichergestellt. Bei den Durchsuchungen wurden weiterhin geringe Mengen an Betäubungsmitteln sowie Konsumgüter sichergestellt. Hierzu laufen die Ermittlungen noch.
Nordhausen will sich im Tourismus neu orientieren Gästezahlen steigen an
Die Stadt Nordhausen will sich auf touristischem Gebiet neu orientieren. Mit dieser Feststellung ging Dr. Gerd Fischer gestern aus der Sitzung des Vorstandes des Tourismusverbandes Region Nordhausen e.V. heraus. Wie die nnz berichtete hatte die Stadt ihre Mitgliedschaft im Verband gekündigt. Von den fast 34.000 Mark, mit denen der Verband gegenwärtig pro Jahr arbeitet, steuerte Nordhausen bislang rund 23.000 Mark bei.
Die Konzentrierung von Nordhäuser Seite erfolgt in Zukunft mehr auf die nationale Präsentation der Rolandstadt. Dabei habe sich das Schalten von Anzeigen in Reiseführern, in Auto-Atlanten und anderen Publikationen sehr vorteilhaft ausgewirkt. Auch die Herausgabe von Faltblättern und Broschüren soll weitergeführt, forciert und vor allem effektiver gestaltet werden. Dr. Gerd Fischer vom städtischen Kulturamt belegt das mit einer Statistik. So hat Nordhausen von 1998 zu 1999 als einzige Kommune einen Anstieg der Gästezahlen (9 Prozent) und der Übernachtungen (6 Prozent) zu verzeichnen. In den anderen Orten wie Neustadt, Ilfeld oder Bleicherode gingen dagegen diese Kennzahlen zurück.
Anders sieht es bei der durchschnittlichen Auslastung der Betten aus. Das liegt Nordhausen am Ende mit 22,4 Prozent. Spitzenreiter ist Neustadt mit 51 Prozent. Auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer muß die Rolandstadt nachlegen. 2,2 Tage in Nordhausen stehen 4,5 Tage in Neustadt gegenüber. Für die Gemeinden Hainrode und Sülzhayn lagen für 1999 noch keine Angaben vor.
Helme-Brücke mußte in Günzerode wegen Bauschäden gesperrt werden
Die Brücke über die Helme in Günzerode mußte gesperrt werden. Der schlechte Bauzustand der Brücke veranlaßte die Gemeinde Werther, ein Gutachten über die Tragfähigkeit und den allgemeinen Zustand des Bauwerkes anfertigen zu lassen. In dem Prüfbericht ist unter anderem zu lesen: Nach erfolgter Brückenhauptüberprüfung wird das Bauwerk mit der Bauzustandsnote 4,0 eingestuft, d.h. daß am Bauwerk Schäden und Mängel vorzufinden waren, die...einen weitreichend negativen Einfluß auf die Stand- und Verkehrssicherheit haben.
Bislang wurde immer wieder versucht, die entstandenen Schäden zu reparieren. Das war dann nicht mehr möglich.
Ein empfohlener Neubau der Brücke wird rund 170.000 Mark kosten. Die Gemeinde Werther prüft derzeit, ob Fördermittel beim Land Thüringen beantragt werden können.
Autor: nnzGmbH in vorgestellter Form wird auch in Neustadt mehrheitlich abgelehnt
Der nnz-Beitrag zur Entwicklung des Toursimus in der Südharz-Region ist auf ein breites Interesse gestoßen. So erhielt nnz die Information, daß das vorgelegte Konzept einer künftigen GmbH nicht nur von der Mehrheit des Ilfelder Gemeinderates, sondern auch von einem Großteil des Neustädter Gemeinderates abgelehnt wird.
Die Neustädter Gemeinderäte sind nicht gegen die Weiterentwicklung des Tourismus, auch nicht gegen den Weg, der eventuell in eine GmbH münden wird, wir sind gegen die im Konzept aufgezeigten finanziellen Belastungen, so ein Gemeinderat aus Neustadt zur nnz.
So sollen nach nnz-Informationen Neustadt und Ilfeld jeweils 120.000 Mark im Jahr in die Gesellschaft einbringen. Das allerdings sei wegen der finanziellen Situation beider Kommunen derzeit nicht machbar. Im Konzept sei vorgesehen, daß in Neustadt und Ilfeld eine Fremdenverkehrsabgabe beschlossen werden muß. Zusätzlich müsse der Ilfelder Gemeinderat die Erhebung einer Kurtaxe beschließen. Allein aus der Fremdenverkehrsabgabe für Neustadt sollen 70.000 Mark in die GmbH fließen. Das allerdings wollen die Neustädter Gemeinderäte den Gewerbetreibenden des Ortes nicht zumuten.
Sollte der Weg zu einer Tourismus-GmbH weiter beschritten werden, dann sollten sich auch die Hotels und Pensionen daran beteiligen. Sie seien schließlich die wesentlichen Profiteure der weiteren Tourismusentwicklung, so der Gemeinderat gegenüber nnz.
Streit um angeblichen Fehlbetrag geht weiter SPD moniert Zurückhaltung von Zahlen
Wer ist eigentlich Vorsitzender des Finanzausschusses? Diese provokative Frage stellt der Geschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion, Maik Schröter, und bezieht sich damit auf eine Äußerung von Dagmar Becker (SPD).
Wieder einmal melde sich Frau Becker mit Mutmaßungen und infoffiziellen Meldungen zu Wort. Dieser Politikstil ist nicht mehr hinnehmbar! Als Mitglied des Kreistages und der CDU-Fraktion bin ich echt sauer”, so Schröter wörtlich.
Hier müsse man richtig stellen: Der Vorsitzende des Finanzausschusses und designierte erste Beigeordnete, Matthias Jendricke, sitze in der ersten Reihe, wenn es darum ginge, den Haushalt des Kreises auf den Weg zu bringen.
Ehrenamtlicher Beigeordneter ist Winfried Theuerkauf, auch SPD. Nun wäre es wichtig zu wissen, ob hier von Seiten der SPD noch ernsthaftes Interesse an Sachpolitik im Kreistag existiere?
Interessant wäre aus Sicht der CDU-Fraktion zu wissen, welche Maßnahmen der Finanzausschußvorsitzende zur Vorbereitung des Haushaltes veranlaßt hat und wie die letzten Beratungen abgelaufen sind, fragt Schröter.
nnz hat bei Matthias Jendricke (SPD) natürlich nachgefragt. Jendricke stellt klar, daß er als Ausschußvorsitzender noch immer nicht über die Jahresabschlußzahlen der Kreisverwaltung von 1999 Kenntnis habe. Nach SPD-Informationen soll in jenem Jahr ein Fehlbetrag von rund fünf Millionen Mark zu Buche stehen. Dieser Fehlbetrag müsse nach der Haushaltsordnung im Jahr 2001 getilgt werden. Das aber ist aus meiner Sicht nicht machbar, zumal der Finanzausschuß immer noch nicht über Eckzahlen des künftigen Haushaltes verfüge, kontert Jendricke.
In Richtung Schröter meint der SPD-Mann, daß man den Spieß nicht umdrehen könne, denn letztlich müsse die Verwaltung bei der Bereitstellung von Zahlen in Vorleistung gehen. Und diese Zahlen seien den Kreistagsmitgliedern und selbst ihm als Vorsitzenden des Finanzausschusses noch nicht vorgelegt worden.
Jugendliche fälschten Banknoten 10-Mark-Blüten in Umlauf gebracht
Im Raum Nordhausen ist eine Falschgeldwerkstatt ausgehoben worden. So die Mitteilung aus dem Thüringer Landeskriminalamt. Die nnz liefert dazu die Geschichte.
Es war Ende September dieses Jahres. Da bemerkte die Verkäuferin eines Marktes in Niedersachswerfen, daß ihr zwei falsche 10-Mark-Scheine untergeschoben wurden. Sie brachte die Blüten zur Bank und alles kam ins Rollen, das LKA schaltete sich in die Ermittlungen ein. Zum Glück der Ermittler konnte sich die Frau noch an die beiden Jugendlichen erinnern, die mit dem Falschgeld bezahlt hatten. Die Spur führte die LKA-Beamten auf zwei Jungen im Alter von 14 und 15 Jahren aus Niedersachswerfen und Nordhausen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden weitere Blüten und die Spur zu einem Dritten im Bunde der Falschgeldbande gefunden. Während dieser Wohnungsdurchsuchung wurden die Ermittler dann richtig fündig: Falsche Banknoten und ein PC, auf dem diese hergestellt wurden.
Alle drei Jugendlichen haben gestanden, die benutzte Technik wurde sichergestellt. Bei den Durchsuchungen wurden weiterhin geringe Mengen an Betäubungsmitteln sowie Konsumgüter sichergestellt. Hierzu laufen die Ermittlungen noch.
Nordhausen will sich im Tourismus neu orientieren Gästezahlen steigen an
Die Stadt Nordhausen will sich auf touristischem Gebiet neu orientieren. Mit dieser Feststellung ging Dr. Gerd Fischer gestern aus der Sitzung des Vorstandes des Tourismusverbandes Region Nordhausen e.V. heraus. Wie die nnz berichtete hatte die Stadt ihre Mitgliedschaft im Verband gekündigt. Von den fast 34.000 Mark, mit denen der Verband gegenwärtig pro Jahr arbeitet, steuerte Nordhausen bislang rund 23.000 Mark bei.
Die Konzentrierung von Nordhäuser Seite erfolgt in Zukunft mehr auf die nationale Präsentation der Rolandstadt. Dabei habe sich das Schalten von Anzeigen in Reiseführern, in Auto-Atlanten und anderen Publikationen sehr vorteilhaft ausgewirkt. Auch die Herausgabe von Faltblättern und Broschüren soll weitergeführt, forciert und vor allem effektiver gestaltet werden. Dr. Gerd Fischer vom städtischen Kulturamt belegt das mit einer Statistik. So hat Nordhausen von 1998 zu 1999 als einzige Kommune einen Anstieg der Gästezahlen (9 Prozent) und der Übernachtungen (6 Prozent) zu verzeichnen. In den anderen Orten wie Neustadt, Ilfeld oder Bleicherode gingen dagegen diese Kennzahlen zurück.
Anders sieht es bei der durchschnittlichen Auslastung der Betten aus. Das liegt Nordhausen am Ende mit 22,4 Prozent. Spitzenreiter ist Neustadt mit 51 Prozent. Auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer muß die Rolandstadt nachlegen. 2,2 Tage in Nordhausen stehen 4,5 Tage in Neustadt gegenüber. Für die Gemeinden Hainrode und Sülzhayn lagen für 1999 noch keine Angaben vor.
Helme-Brücke mußte in Günzerode wegen Bauschäden gesperrt werden
Die Brücke über die Helme in Günzerode mußte gesperrt werden. Der schlechte Bauzustand der Brücke veranlaßte die Gemeinde Werther, ein Gutachten über die Tragfähigkeit und den allgemeinen Zustand des Bauwerkes anfertigen zu lassen. In dem Prüfbericht ist unter anderem zu lesen: Nach erfolgter Brückenhauptüberprüfung wird das Bauwerk mit der Bauzustandsnote 4,0 eingestuft, d.h. daß am Bauwerk Schäden und Mängel vorzufinden waren, die...einen weitreichend negativen Einfluß auf die Stand- und Verkehrssicherheit haben.
Bislang wurde immer wieder versucht, die entstandenen Schäden zu reparieren. Das war dann nicht mehr möglich.
Ein empfohlener Neubau der Brücke wird rund 170.000 Mark kosten. Die Gemeinde Werther prüft derzeit, ob Fördermittel beim Land Thüringen beantragt werden können.
