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Versprochene Soforthilfe des Freistaats dauert etwas länger

Soforthilfen tröpfeln auf die Konten

Donnerstag, 23. April 2020, 09:41 Uhr
Seit Ende März können selbständige Unternehmer auf einen Soforthilfefond der Landesregierung zurückgreifen und Anträge auf Soforthilfe stellen. Mit der Flut der Anträge scheinen die Behörden stark gefordert zu sein. Die nnz hat sich umgehört

Aktuell liegen bei der Thüringer Aufbaubank mit Stand von gestern Vormittag insgesamt 40.280 Anträge auf eine Unterstützung aus dem Corona-Soforthilfeprogramm Wirtschaft vor. Davon sind inzwischen knapp 33.000 Anträge bearbeitet und rund 135,3 Millionen Euro an Unternehmen ausgezahlt worden, schreibt die Pressestelle des Wirtschaftsministeriums.

Während sich die deutsche Bundesregierung, die einzelnen Bundesländer und sogar die Europäische Union in Brüssel/Straßburg mit neuen Hilfsprogrammen gegenseitig zu überbieten scheinen, warten nicht nur viele Thüringer weiterhin auf die Ende März beantragten Soforthilfen. In den sozialen Netzwerken haben sich Gruppen gegründet, in denen sich die selbständigen Unternehmer gegenseitig befragen, wann und ob sie in ihren Bundesländern schon Hilfsgelder ausgezahlt bekamen. Der Grundtenor dabei ist ein gemischter: neben viel Freude wegen schneller Überweisungen herrscht auch viel Frust über lange Wartezeiten und die Ungewissheit, ob es überhaupt eine Unterstützung geben wird.

In Nordhausen hat die IHK-Vertretung den Antragstellern aktive Hilfestellungen geleistet und die Hilfsersuchen auf Wunsch der IHK-Mitglieder auf den Weg gebracht. Die Kolleginnen in der Wallrothstraße sind in ständigem Kontakt mit den Sachbearbeitern bei der Thüringer Aufbaubank, die letztlich darüber entscheidet, wer eine Soforthilfe erhält und wer nicht. Dass eine solche Prüfung notwendig ist, zeigen die vielen Betrugsfälle, die schon in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern aufgedeckt worden sind.

Steffi Dirumdam, vom regionalen Service-Center der IHK in Nordhausen sagt: „Für alle bearbeitenden Kollegen auch bei der Aufbaubank ist die Situation eine große Herausforderung. Wir haben alle bei uns eingegangenen Anträge formal geprüft und unseren Antragstellern dabei geholfen, sie schnell nach Erfurt zu schicken.“

Die inhaltliche Prüfung erfolgt dann dort und wie Frau Dirumdam der nnz berichtete, sollen bis Ende der Woche alle Anträge erfasst sein, so dass die Bank ab nächste Woche darüber Auskunft geben kann. Bei der Nordhäuser IHK ist man optimistisch, dass nun bald alle Bedürftigen ihr Geld bekommen. Frau Dirumdam bittet für die Erfurter Kollegen um Verständnis: „Es ist nicht beängstigend, wenn Antragsteller bis heute nichts von ihrem Antrag gehört haben. Wir gehen davon aus, dass die Hilfsgelder in den nächsten Tagen auf den Konten eingehen.“
Autor: red

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