nnz-Kurznews am Wochenende (2)
Sonntag, 05. Juni 2005, 16:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Was in Thüringen an diesem Samstag in Thüringen und Deutschland so alles los war, das hat die nnz für Sie zusammengetragen. Mit einem Klick auf MEHR sind auch Sie im Bilde.
Lieberknecht will abschaffen
Thüringens CDU-Fraktionschefin Christine Lieberknecht hält das Amt eines Aufbau Ost-Ministers nicht mehr für zeitgemäß. Die Strukturfrage halte ich für überholt, sagte sie vor einem Treffen der Ost-CDU-Fraktionsvorsitzenden in Erfurt. Die politische Ausrichtung müsse stimmen. In den Ressorts Forschung, Infrastruktur und Soziales müssten dafür die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Die Fraktionschefs wollten aus der Ost-Sicht Impulse geben für die künftige CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Nur für Selbstbewusste?
Massive gesellschaftliche Umbrüche bergen nach Expertenmeinung nur für besonders selbstbewusste Menschen die Möglichkeit auf ein besseres Leben. Deutlich geworden ist dies neueren Studien zu Folge in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung, sagte Professor Rainer K. Silbereisen von der Universität Jena in einem dpa-Gespräch. So hätten zwischen 1991 und 1995 in Ostdeutschland vor allem die Menschen Karrieresprünge gemacht, die sich auch große berufliche Veränderungen zutrauten.
Fahrzeit wird verkauft
Im Rahmen eines so genannten kleinen Fahrplanwechsels am 12. Juni verkürzt sich die Bahn-Verbindung zwischen Erfurt und München/Nürnberg um 40 Minuten. Dies werde durch einen direkten Anschluss der Regionalexpress-Linie Erfurt-Saalfeld mit der ICE-Linie München-Nürnberg-Leipzig-Berlin geschehen, berichtete die Deutsche Bahn AG. Die Fahrzeit zwischen Erfurt und München über Saalfeld werde dann ebenso 4 Stunden und 34 Minuten betragen wie über den teureren Umweg über Fulda.
Nazidreck wegkehren
Mit Wischmopps und Kehrschaufeln wollen Jenaer Studenten in den nächsten Tagen auf fünf öffentlichen Plätzen gegen ein für den 11. Juni geplantes Neonazi-Fest demonstrieren. Ironisch solle mit der Aktion Kehraus - unsere Stadt bleibt sauber auf den Ruf nach Sauberkeit und Ordnung vom rechten Rand reagiert werden, teilte die Universität Jena am Wochenende mit. Sauberkeit stehe aus Sicht der Organisatoren für eine Stadt ohne faschistisches und undemokratisches Gedankengut.
Chagall war Magnet
Mehr als 3000 Besucher, darunter 500 Kinder, haben sich in den vergangenen zwei Wochen eine Chagall-Ausstellung in Suhl angesehen. Das ist das beste Ergebnis, das wir hier in den vergangenen Jahren hatten, sagte Kulturamtschef Matthias Rolfs am Sonntag. Unter dem Titel Marc Chagall - Bilder zur Bibel waren 43 Originallithographien des Malers ausgestellt. Laut Rolfs war eine ähnlich hochkarätige Ausstellung in Suhl bisher noch nicht zu sehen. Ergänzt wurde die Schau durch Texte von Bürgern zu den Lithographien.
Morgen geht’s los
Für 17 100 Schüler an den 272 Thüringer Regelschulen beginnen am Montag die Abschlussprüfungen. 13 200 Schüler streben einen Realschul-, 3900 einen Hauptschulabschluss an, wie das Kultusministerium mitteilte. Im vergangenen Jahr verließen noch knapp 20 000 Schüler die Regelschulen mit Abschluss. Auch an den Berufsschulen laufen derzeit die Prüfungen: Dort stellen sich 16 500 Schüler den Aufgaben. Die Abiturienten hingegen sind fast durch: Die Ergebnisse für die 9000 Gymnasiasten liegen aber noch nicht vor.
Chancen gestiegen
Die Chancen für das Zustandekommen eines Linksbündnisses für die Bundestagswahl sind nach Angaben von PDS- Wahlkampfleiter Bodo Ramelow gestiegen. Er habe für das weitere Vorgehen positive Signale von der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) erhalten, sagte Ramelow am Sonntag. Für Mitte der Woche sei ein gemeinsames Treffen beim Bundeswahlleiter vereinbart, am Samstag entscheide dann der PDS-Parteivorstand. Eine Fusion zu einer Linkspartei sei aber erst nach der Wahl möglich. Die PDS hat hingegen ihre Forderung nach Abschaffung der Kultusministerkonferenz erneuert. Die Behörde müsse durch einen Bundes-Bildungsrat ersetzt werden, sagte PDS-Bundeswahlkampfleiter Bodo Ramelow am Sonntag zum Anschluss einer bildungspolitischen Konferenz in Weimar. Nur so lasse sich die Bildungskleinstaaterei überwinden, bei der jedes der 16 Bundesländer herumexperimentiere wie es wolle. Die PDS fordere zudem die Abschaffung des gegliederten Schulsystems und gemeinsames Lernen mindestens bis Klasse 8.
Atommüll wollte wieder
Der zweite von drei Atommüll-Transporten aus dem Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden ins westfälische Ahaus wird morgen auf der A 4 durch Thüringen rollen. Im Laufe des Montags” werde der Transport den Freistaat passieren, teilte die Polizei Gera mit. Vor einer Woche waren bereits sechs Castoren aus Rossendorf ohne Zwischenfälle nach Ahaus gebracht worden. Grüne und PDS haben Proteste angekündigt.
Kind tot gefunden
Ein 15 Monate altes Kind ist in Dresden tot in der Wohnung seines Vaters entdeckt worden. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann das Mädchen umgebracht hat. Der 33-Jährige wurde in Dresden festgenommen. Der von der Mutter getrennte Mann hatte das Kind zu sich geholt. Als der Vater das Mädchen nicht zur vereinbarten Zeit zurückbrachte, ging die Mutter zur Polizei. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurde gestern die Leiche des Kindes gefunden.
Kriminelle Mediziner
Gegen 40 Ärzte und Apotheker in Rheinland- Pfalz, dem Saarland und in Hessen wird laut dem Focus” wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs ermittelt. Sie sollen in ganz Deutschland systematisch mit Krankenkassenkarten betrogen haben, berichtet das Magazin. Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken bestätigte Ermittlungen gegen rund 1000 Menschen. Darunter seien auch Besitzer von Versichertenkarten. Laut Magazin haben Ärzte unter anderem nicht erbrachte Leistungen bei den Krankenkassen abgerechnet.
Konzept wird von Links kritisiert
Die SPD-Linke kritisiert das Wahlkampfkonzept der Partei für die angekündigte vorgezogene Bundestagswahl. Andrea Nahles warf Kanzler Gerhard Schröder und Parteichef Franz Müntefering eine falsche Strategie vor. Ein Plebiszit über die Agenda 2010 allein reiche nicht, sagte Nahles dem Spiegel”. Ähnlich äußerte sich Juso- Chef Björn Böhning. Niedersachsens Fraktionschef Sigmar Gabriel wies Berichte zurück, nach denen es heute ein Treffen junger SPD-Politiker zu Plänen über die Nach-Schröder-Ära” geben solle.
Autor: nnzLieberknecht will abschaffen
Thüringens CDU-Fraktionschefin Christine Lieberknecht hält das Amt eines Aufbau Ost-Ministers nicht mehr für zeitgemäß. Die Strukturfrage halte ich für überholt, sagte sie vor einem Treffen der Ost-CDU-Fraktionsvorsitzenden in Erfurt. Die politische Ausrichtung müsse stimmen. In den Ressorts Forschung, Infrastruktur und Soziales müssten dafür die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Die Fraktionschefs wollten aus der Ost-Sicht Impulse geben für die künftige CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Nur für Selbstbewusste?
Massive gesellschaftliche Umbrüche bergen nach Expertenmeinung nur für besonders selbstbewusste Menschen die Möglichkeit auf ein besseres Leben. Deutlich geworden ist dies neueren Studien zu Folge in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung, sagte Professor Rainer K. Silbereisen von der Universität Jena in einem dpa-Gespräch. So hätten zwischen 1991 und 1995 in Ostdeutschland vor allem die Menschen Karrieresprünge gemacht, die sich auch große berufliche Veränderungen zutrauten.
Fahrzeit wird verkauft
Im Rahmen eines so genannten kleinen Fahrplanwechsels am 12. Juni verkürzt sich die Bahn-Verbindung zwischen Erfurt und München/Nürnberg um 40 Minuten. Dies werde durch einen direkten Anschluss der Regionalexpress-Linie Erfurt-Saalfeld mit der ICE-Linie München-Nürnberg-Leipzig-Berlin geschehen, berichtete die Deutsche Bahn AG. Die Fahrzeit zwischen Erfurt und München über Saalfeld werde dann ebenso 4 Stunden und 34 Minuten betragen wie über den teureren Umweg über Fulda.
Nazidreck wegkehren
Mit Wischmopps und Kehrschaufeln wollen Jenaer Studenten in den nächsten Tagen auf fünf öffentlichen Plätzen gegen ein für den 11. Juni geplantes Neonazi-Fest demonstrieren. Ironisch solle mit der Aktion Kehraus - unsere Stadt bleibt sauber auf den Ruf nach Sauberkeit und Ordnung vom rechten Rand reagiert werden, teilte die Universität Jena am Wochenende mit. Sauberkeit stehe aus Sicht der Organisatoren für eine Stadt ohne faschistisches und undemokratisches Gedankengut.
Chagall war Magnet
Mehr als 3000 Besucher, darunter 500 Kinder, haben sich in den vergangenen zwei Wochen eine Chagall-Ausstellung in Suhl angesehen. Das ist das beste Ergebnis, das wir hier in den vergangenen Jahren hatten, sagte Kulturamtschef Matthias Rolfs am Sonntag. Unter dem Titel Marc Chagall - Bilder zur Bibel waren 43 Originallithographien des Malers ausgestellt. Laut Rolfs war eine ähnlich hochkarätige Ausstellung in Suhl bisher noch nicht zu sehen. Ergänzt wurde die Schau durch Texte von Bürgern zu den Lithographien.
Morgen geht’s los
Für 17 100 Schüler an den 272 Thüringer Regelschulen beginnen am Montag die Abschlussprüfungen. 13 200 Schüler streben einen Realschul-, 3900 einen Hauptschulabschluss an, wie das Kultusministerium mitteilte. Im vergangenen Jahr verließen noch knapp 20 000 Schüler die Regelschulen mit Abschluss. Auch an den Berufsschulen laufen derzeit die Prüfungen: Dort stellen sich 16 500 Schüler den Aufgaben. Die Abiturienten hingegen sind fast durch: Die Ergebnisse für die 9000 Gymnasiasten liegen aber noch nicht vor.
Chancen gestiegen
Die Chancen für das Zustandekommen eines Linksbündnisses für die Bundestagswahl sind nach Angaben von PDS- Wahlkampfleiter Bodo Ramelow gestiegen. Er habe für das weitere Vorgehen positive Signale von der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) erhalten, sagte Ramelow am Sonntag. Für Mitte der Woche sei ein gemeinsames Treffen beim Bundeswahlleiter vereinbart, am Samstag entscheide dann der PDS-Parteivorstand. Eine Fusion zu einer Linkspartei sei aber erst nach der Wahl möglich. Die PDS hat hingegen ihre Forderung nach Abschaffung der Kultusministerkonferenz erneuert. Die Behörde müsse durch einen Bundes-Bildungsrat ersetzt werden, sagte PDS-Bundeswahlkampfleiter Bodo Ramelow am Sonntag zum Anschluss einer bildungspolitischen Konferenz in Weimar. Nur so lasse sich die Bildungskleinstaaterei überwinden, bei der jedes der 16 Bundesländer herumexperimentiere wie es wolle. Die PDS fordere zudem die Abschaffung des gegliederten Schulsystems und gemeinsames Lernen mindestens bis Klasse 8.
Atommüll wollte wieder
Der zweite von drei Atommüll-Transporten aus dem Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden ins westfälische Ahaus wird morgen auf der A 4 durch Thüringen rollen. Im Laufe des Montags” werde der Transport den Freistaat passieren, teilte die Polizei Gera mit. Vor einer Woche waren bereits sechs Castoren aus Rossendorf ohne Zwischenfälle nach Ahaus gebracht worden. Grüne und PDS haben Proteste angekündigt.
Kind tot gefunden
Ein 15 Monate altes Kind ist in Dresden tot in der Wohnung seines Vaters entdeckt worden. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann das Mädchen umgebracht hat. Der 33-Jährige wurde in Dresden festgenommen. Der von der Mutter getrennte Mann hatte das Kind zu sich geholt. Als der Vater das Mädchen nicht zur vereinbarten Zeit zurückbrachte, ging die Mutter zur Polizei. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurde gestern die Leiche des Kindes gefunden.
Kriminelle Mediziner
Gegen 40 Ärzte und Apotheker in Rheinland- Pfalz, dem Saarland und in Hessen wird laut dem Focus” wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs ermittelt. Sie sollen in ganz Deutschland systematisch mit Krankenkassenkarten betrogen haben, berichtet das Magazin. Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken bestätigte Ermittlungen gegen rund 1000 Menschen. Darunter seien auch Besitzer von Versichertenkarten. Laut Magazin haben Ärzte unter anderem nicht erbrachte Leistungen bei den Krankenkassen abgerechnet.
Konzept wird von Links kritisiert
Die SPD-Linke kritisiert das Wahlkampfkonzept der Partei für die angekündigte vorgezogene Bundestagswahl. Andrea Nahles warf Kanzler Gerhard Schröder und Parteichef Franz Müntefering eine falsche Strategie vor. Ein Plebiszit über die Agenda 2010 allein reiche nicht, sagte Nahles dem Spiegel”. Ähnlich äußerte sich Juso- Chef Björn Böhning. Niedersachsens Fraktionschef Sigmar Gabriel wies Berichte zurück, nach denen es heute ein Treffen junger SPD-Politiker zu Plänen über die Nach-Schröder-Ära” geben solle.
