Preis für Museumsbau
Mittwoch, 01. Juni 2005, 07:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Es ist in dieser Zeit nicht gerade alltäglich, dass ein Museum neu gebaut wird. Auch nicht in Nordhausen. Doch dieses Museum hat jetzt auch noch einen Preis abgeräumt. Am Samstag war es soweit.
Preis für Museumsbau (Foto: nnz)
Im Rahmen der Verleihung des erstmals ausgelobten Architektourpreises 2005 [sic: Architektourpreises] wurde das Museum Mittelbau-Dora am Wochenende in Erfurt mit einer Anerkennung prämiert. Die Architektenkammer Thüringen würdigte die Arbeit der Architekten Kleineberg und Pohl aus Braunschweig als ein beispielhaftes Architekturprojekt des Landes.
Der Neubau des Museums ist Bestandteil einer zusammen mit Professor Hinnerk Wehberg (WES & Partner, Hamburg) entwickelten Gesamtkonzeption zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Ziel des Freiraumkonzeptes ist die Sicherung und Kennzeichnung der überwachsenen historischen Spuren im Gelände und damit die Entidyllisierung des (landschaftlich reizvoll gelegenen) ehemaligen Konzentrationslagers.
Der Baukörper liegt auf einem leicht ansteigenden Hang und ist vom Gelände durch ein schmales Lichtband abgelöst. Er stellt sich als leichte technische Hülle, als Container dar und ist Behälter für Erinnerungen und Informationen. Er dient der Bewahrung von Relikten und Quellen, öffnet sich aber auch dem Besucher als Versammlungs- und Lernort. Die einfache Form und zurückhaltende Gestaltung nimmt Rücksicht auf die besondere Situation und Bedeutung des Ortes.
Der Material- und Farbkanon beschränkt sich – ebenso wie die Detailgestaltung – auf wenige klar definierte Elemente: Großformatige Fassadentafeln aus Furnierschichtholz oder Faserzement, hellgrau durchgefärbt, Stahlprofile anthrazit für die Verglasungen der Fassaden, Sichtbeton für tragende Wandscheiben und Stützen; naturfarbener Zementestrich für die Böden, eingespannte Ganzglasgeländer an Treppen und Galerien sowie helles Holzfurnier für die geschwungene Bücherwand der Bibliothek, die Infotheke und die Trennwände der Seminarräume.
Die großzügigen Fassadenöffnungen erlauben – wie gerahmte Bilder – Ausblicke in die Landschaft und zur Stadt Nordhausen oder fokussieren im Kontrast dazu den Blick auf das Lagergelände, den ehemaligen Bahnhof und die Stolleneingänge der ehemaligen Produktionsanlagen. Durch die wechselseitigen Blickbezüge wird die Funktion des Gebäudes als Klammer zwischen Häftlingslager und Industriebereich unterstrichen sowie auf die – nicht nur räumlich enge – Verbindung zwischen der Stadt Nordhausen und dem Lager hingewiesen. Kern des Museumsgebäudes ist der ca. 430 Quadratmeter große Ausstellungsbereich im Erdgeschoss. Weiter befinden sich im Erdgeschoss das Foyer sowie ein Kino- und Veranstaltungssaal für 100 Personen, der bei Bedarf über flexible Trennwände mit dem Foyer zusammengeschaltet werden kann. Das Obergeschoß teilt sich in einen öffentlichen Bereich mit Museumscafé und Seminarräumen und einen internen Bereich mit Mitarbeiterbüros und Besprechungsräumen auf. An der Schnittstelle der beiden Bereiche befinden sich Bibliothek und Archiv mit den Besucherarbeitsplätzen.
Autor: nnz
Preis für Museumsbau (Foto: nnz)
Im Rahmen der Verleihung des erstmals ausgelobten Architektourpreises 2005 [sic: Architektourpreises] wurde das Museum Mittelbau-Dora am Wochenende in Erfurt mit einer Anerkennung prämiert. Die Architektenkammer Thüringen würdigte die Arbeit der Architekten Kleineberg und Pohl aus Braunschweig als ein beispielhaftes Architekturprojekt des Landes.Der Neubau des Museums ist Bestandteil einer zusammen mit Professor Hinnerk Wehberg (WES & Partner, Hamburg) entwickelten Gesamtkonzeption zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Ziel des Freiraumkonzeptes ist die Sicherung und Kennzeichnung der überwachsenen historischen Spuren im Gelände und damit die Entidyllisierung des (landschaftlich reizvoll gelegenen) ehemaligen Konzentrationslagers.
Der Baukörper liegt auf einem leicht ansteigenden Hang und ist vom Gelände durch ein schmales Lichtband abgelöst. Er stellt sich als leichte technische Hülle, als Container dar und ist Behälter für Erinnerungen und Informationen. Er dient der Bewahrung von Relikten und Quellen, öffnet sich aber auch dem Besucher als Versammlungs- und Lernort. Die einfache Form und zurückhaltende Gestaltung nimmt Rücksicht auf die besondere Situation und Bedeutung des Ortes.
Der Material- und Farbkanon beschränkt sich – ebenso wie die Detailgestaltung – auf wenige klar definierte Elemente: Großformatige Fassadentafeln aus Furnierschichtholz oder Faserzement, hellgrau durchgefärbt, Stahlprofile anthrazit für die Verglasungen der Fassaden, Sichtbeton für tragende Wandscheiben und Stützen; naturfarbener Zementestrich für die Böden, eingespannte Ganzglasgeländer an Treppen und Galerien sowie helles Holzfurnier für die geschwungene Bücherwand der Bibliothek, die Infotheke und die Trennwände der Seminarräume.
Die großzügigen Fassadenöffnungen erlauben – wie gerahmte Bilder – Ausblicke in die Landschaft und zur Stadt Nordhausen oder fokussieren im Kontrast dazu den Blick auf das Lagergelände, den ehemaligen Bahnhof und die Stolleneingänge der ehemaligen Produktionsanlagen. Durch die wechselseitigen Blickbezüge wird die Funktion des Gebäudes als Klammer zwischen Häftlingslager und Industriebereich unterstrichen sowie auf die – nicht nur räumlich enge – Verbindung zwischen der Stadt Nordhausen und dem Lager hingewiesen. Kern des Museumsgebäudes ist der ca. 430 Quadratmeter große Ausstellungsbereich im Erdgeschoss. Weiter befinden sich im Erdgeschoss das Foyer sowie ein Kino- und Veranstaltungssaal für 100 Personen, der bei Bedarf über flexible Trennwände mit dem Foyer zusammengeschaltet werden kann. Das Obergeschoß teilt sich in einen öffentlichen Bereich mit Museumscafé und Seminarräumen und einen internen Bereich mit Mitarbeiterbüros und Besprechungsräumen auf. An der Schnittstelle der beiden Bereiche befinden sich Bibliothek und Archiv mit den Besucherarbeitsplätzen.
