nnz-Rückspiegel: 09. Oktober 2000
Dienstag, 09. Oktober 2001, 10:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
LIFT e.V. feiert Geburtstag - Acht Jahre Arbeit mit Menschen für Menschen
Am 9. Oktober 1992 wurde der Verein, zunächst unter dem Dach der Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen, gegründet. Der LIFT - Verein für Basishilfe und Reintegration e.V., hatte von Anfang an das Ziel, Langzeitarbeitslose, Frauen, Jugendliche und sozial Benachteiligte in sinnvollen Projekten zu beschäftigen und sozial zu begleiten. Natürlich gab es in den zurückliegenden acht Jahren nicht nur Grund zum Jubeln. Es gab Höhen, Tiefen und immer wieder Rückschläge. Heute sind die Macher stolz darauf sagen zu können, dass sich der LIFT e.V. zum größten Beschäftigungsträger im Landkreis Nordhausen entwickelt hat. Aus einem kleinen Verein ist eine bedeutende Arbeitsförderungs-, Beschäftigungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft geworden, die man nicht mehr übersehen kann.
Als der Verein am 01.September 1993 mit seiner Projekttätigkeit begann, waren gerade 26 Frauen und Männer in zwei Projekten tätig. Heute arbeiten 548 Beschäftigte in 172 Projekten im gesamten Freistaat Thüringen. Diese Zahlen sind Ausdruck und Beleg für die erfolgreiche Arbeit, die alle MitarbeiterInnen in den vergangenen Jahren leisteten.
In den vielen unterschiedlichen Projekten bieten wir aber nicht nur Beschäftigung an, sondern begleiten, beraten und unterstützen alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.
Die Produkte aus dem Ökologischen Gartenbau, der seit 1993 immer weiter ausgebaut wurde, sind sehr gefragt. Der Lift-Gartenbau war als erster Betrieb im Landkreis Nordhausen berechtigt, seine Produkte mit der Bezeichnung aus "Kontrolliertem ökologischem Anbau" zu versehen und zu vertreiben. Bereits seit Januar 1994 bietet der Verein für alle Bedürftigen warme Mahlzeiten an. In der modern eingerichteten Küche werden täglich über 500 Portionen gekocht und durch den mobilen Essenservice ausgeliefert. Die Vereins-Küche ist seit 1997 der erste Anbieter, der die Versorgung der bedürftigen Bürger auch an Sonn- und Feiertagen absicherte.
Das Gebrauchtwarenhaus in Nordhausen ist die jüngste Einrichtung. Seit einem halben Jahr werden dort Möbel, Einrichtungsgegenstände und Kleidung für Sozialschwache und Bürger mit geringem Einkommen angeboten. Aus Anlass des achtjährigen Bestehens, veranstaltet der Lift e.V. dort einen "Tag der offenen Tür". Am 14. Oktober sind alle Interessenten herzlich eingeladen. Die Schwerpunkte der Tätigkeit werden auch in Zukunft im sozialen Bereich liegen. Denn gerade die Kranken und Sozialschwachen brauchen Hilfe.
Planungsziele wurden von allen Goldenen-Aue-Gemeinden abgesegnet
Dietrich Beyse (CDU), seines Zeichens Bau- und Wirtschaftsdezernent der Nordhäuser Stadtverwaltung, hat heute die bisherigen Schritte des Planungsverbandes Goldene Aue-Windehausen verteidigt. Mit der Bauleitplanung, die derzeit in den zuständigen Verwaltungen (Heringen und Nordhausen) ausliegt, sei das demokratischste Verfahren gewählt worden. Interessierte Bürger hätten jederzeit die Möglichkeit, Einblick in den Unterlagen zu nehmen. Bei der derzeit ausliegenden Planung könnten Stellungnahmen abgegeben werden, die schließlich einer Abwägung unterzogen würden. Das Ziel des Verbandes, Baurecht zu schaffen, werde auch in den kommenden Monaten anvisiert. Hier geht es nicht um Planungen für ein Gewerbegebiet, sondern für ein Industriegebiet. Hier sollen sich Unternehmen ansiedeln, die nicht in ein Gewerbegebiet, zum Beispiel mitten in der Stadt oder in einer Gemeinde, passen. Alle an der Planung beteiligten Kommunen, auch Urbach, hätten sich zum Planungsziel bekannt, stellte Beyse heraus (siehe auch nnz weiter unten).
Sollte es zwischen Bielen und Urbach nicht möglich sein, ein derartiges Industriegebiet anzubieten, dann könnten sich Unternehmen in der Nähe von Heiligenstadt ansiedeln. Nach Informationen der Stadtverwaltung gebe es in und um Heiligenstadt keinen Widerstand gegen solche Pläne. Bislang habe der Standort Goldene Aue jedoch die Priorität in Nordthüringen.
Sollten sich Unternehmen in der Goldenen Aue ansiedeln, dann könne die gesamte Region davon profitieren. Produzierende Unternehmen arbeiten heutzutage nach derart hohen Umweltstandards, daß es zu keiner Belästigung oder gar Schädigung von Menschen kommen werden. Eines sei jedoch klar, in einem besiedelten Industriegebiet könne man keine grünen Wiesen, sondern eben Gebäude und eventuell auch Schornsteine erwarten.
Klaus Wahlbuhl (SPD): Kleines aber feines Rolandsfest im nächsten Jahr
Im kommenden Jahr soll in Nordhausen ein kleines und feines Rolandsfest gefeiert werden. Das kündigte heute Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) gegenüber nnz an. Eine derartige Mammutveranstaltung wie in diesem Jahr könne man aus finanziellen Aspekten nicht erwarten.
Das Rolandsfest werde in der Stadt bleiben, abgesehen von einigen spezifischen Veranstaltungen im Gehege. Schwerpunkt des nächsten Festes werde der Bereich um den Bahnhofsvorplatz sein. Hier soll dann die Verbindung zur ersten Begleitmaßnahme für die Landesgartenschau hergestellt werden. Mit dem Rolandsfest, so sehen es die Planungen vor, soll der dann umgestaltete Bahnhofsvorplatz seiner Bestimmung übergeben werden.
Derzeit verhandelt die Stadtverwaltung Nordhausen mit drei Veranstaltern. Noch in dieser Woche soll der den Zuschlag erhalten, der sowohl inhaltlich als auch finanziell das beste Angebot abgegeben hat.
Etwas pompöser auch aus finanzieller Sicht - soll das Rolandsfest im Jahr 2002 ausgestattet werden. Dann feiert Nordhausen den 1075. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 927.
Landrat Joachim Claus weist SPD-Vorwürfe entschieden zurück
Für Landrat Joachim Claus (CDU) sind die Äußerungen der SPD-Kreistagsfraktion in der nnz schon ein bischen derb. Deren Vorsitzende Dagmar Becker hatte dem Landrat bei der Besetzung der Stelle der beiden hauptamtlichen Beigeordneten quasi eine Verschleppungstaktik vorgeworfen. Gleichzeitig hatte Becker behauptet, daß der Landrat einen Einblick in Akten verhindern will und brachte den Untersuchungsausschuß zum Verkauf des alten Gaswerksgeländes ins Spiel.
Joachim Claus machte gegenüber nnz deutlich, die SPD-Fraktion es war, die die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte. Während der jetzt laufenden Ermittlungen werde er sich nicht äußern. Wie die Mühlhäuser Behörde ihm mehrfach mitgeteilt hatte, seien Ergebnisse nicht vor Jahresende zu erwarten. Das wissen die Fraktionen im Kreistag und vor allem der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, übrigens ein Mitglied der SPD-Fraktion so Claus weiter.
Hinsichtlich der Beigeordnetenwahl warte Claus immer noch auf eine Antwort vom Landesverwaltungsamt Weimar. Wenn dieses vorliege, dann werde er in Abstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag sofort eine Kreisausschußsitzung einberufen.
Claus habe überhaupt keine Angst vor der Zusammenarbeit mit einem Beigeordneten, der nicht der CDU angehört. Im Gegenteil, ein parteiübergreifendes Arbeiten sei für ihn immer noch sehr reizvoll. Hier lobte er vor allem die konstruktive Arbeit mit dem ehrenamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung, Winfried Theuerkauf (SPD).
Preuße stand vor Nordhäuser Amtsgericht Geldstrafe wegen Beleidigung
Für BILD-Reporter Hans-Peter Wolff war der heutige Montag ein ganz besonderer Tag. Er fotografierte vor dem Nordhäuser Amtsgericht eine fast komplette Regierungsmannschaft. Zwar nicht die aktuelle Bundesregierung, dafür aber die fast vollständige Riege der Preußischen Reichsregierung.
Hintergrund dieses wohl einmaligen Fototermins war eine Verhandlung am Amtsgericht Nordhausen gegen den Staatssekretär und Sonderbevollmächtigten der preußischen Regierung, Carsten B. Der hohe Beamte aus Berlin mußte sich vor dem Gericht wegen plumpen Siegelbruchs und simpler Beleidigung verantworten. Er und seine Kumpane treiben seit einiger Zeit ihr regierungstechnisches Unwesen im Landkreis, da sie die Region um Rothesütte als preußischen Besitz betrachten. Da wurden Baugenehmigungen erteilt und - der Aberwitz daran nach diesen Genehmigungen wurde auch um und ausgebaut.
Das allerdings konnte das Landratsamt nicht hinnehmen und versiegelte die Gebäude. Bei einer Nachkontrolle wurde einer der Mitarbeiter des Landratsamtes von Carsten B. als Stasi-Spitzel beschimpft. Hierauf stellte dieser Strafantrag, über den heute verhandelt wurde. Gleichzeitig wurde auch wegen Siegelbruch verhandelt. In diesem Punkt mußte der Angeklagte freigesprochen werden, da ihm die unmittelbare Mitwirkung nicht nachgewiesen werden konnte. Für den Stasi-Spitzel sprach das Amtsgericht ein Geldstrafe von 1.200 Mark aus.
Das Urteil wurde vom Angeklagten nicht anerkannt, weil für ihn einzig das Landgericht Großberlin zuständig sei. Das Verfahren vor dem Amtsgericht wurde von einem Polizeiaufgebot sekundiert, im Verhandlungsraum nahm eine Schulklasse Platz, aber auch die Preußische Regierung war zugegen. Ein Bild, das eigentlich an Komik kaum zu überbieten ist, das aber doch unter einem mittlerweile ernst zu nehmenden Hintergrund betrachtet werden muß. So wurde der Landrat des Landkreises Nordhausen in jüngster Zeit mehrfach aufgefordert, sich in einem Internierungslager zu melden. Auch ein Todesurteil soll es gegen Joachim Claus schon gegeben haben. Seit dieser Zeit werden merkwürdige Besucher des Landratsamtes unter die Lupe genommen und wird eingehende Post genau kontrolliert.
BILD-Reporter Hans-Peter Wolff hat sein Staatsfoto längst der digitalen Kamera entlockt. Und wer sich die Preußische Regierung in ihrer vollständigen Borniertheit ansehen will, der kann das morgen auf der Thüringen-Seite von BILD tun.
Autor: nnzLIFT e.V. feiert Geburtstag - Acht Jahre Arbeit mit Menschen für Menschen
Am 9. Oktober 1992 wurde der Verein, zunächst unter dem Dach der Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen, gegründet. Der LIFT - Verein für Basishilfe und Reintegration e.V., hatte von Anfang an das Ziel, Langzeitarbeitslose, Frauen, Jugendliche und sozial Benachteiligte in sinnvollen Projekten zu beschäftigen und sozial zu begleiten. Natürlich gab es in den zurückliegenden acht Jahren nicht nur Grund zum Jubeln. Es gab Höhen, Tiefen und immer wieder Rückschläge. Heute sind die Macher stolz darauf sagen zu können, dass sich der LIFT e.V. zum größten Beschäftigungsträger im Landkreis Nordhausen entwickelt hat. Aus einem kleinen Verein ist eine bedeutende Arbeitsförderungs-, Beschäftigungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft geworden, die man nicht mehr übersehen kann.
Als der Verein am 01.September 1993 mit seiner Projekttätigkeit begann, waren gerade 26 Frauen und Männer in zwei Projekten tätig. Heute arbeiten 548 Beschäftigte in 172 Projekten im gesamten Freistaat Thüringen. Diese Zahlen sind Ausdruck und Beleg für die erfolgreiche Arbeit, die alle MitarbeiterInnen in den vergangenen Jahren leisteten.
In den vielen unterschiedlichen Projekten bieten wir aber nicht nur Beschäftigung an, sondern begleiten, beraten und unterstützen alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.
Die Produkte aus dem Ökologischen Gartenbau, der seit 1993 immer weiter ausgebaut wurde, sind sehr gefragt. Der Lift-Gartenbau war als erster Betrieb im Landkreis Nordhausen berechtigt, seine Produkte mit der Bezeichnung aus "Kontrolliertem ökologischem Anbau" zu versehen und zu vertreiben. Bereits seit Januar 1994 bietet der Verein für alle Bedürftigen warme Mahlzeiten an. In der modern eingerichteten Küche werden täglich über 500 Portionen gekocht und durch den mobilen Essenservice ausgeliefert. Die Vereins-Küche ist seit 1997 der erste Anbieter, der die Versorgung der bedürftigen Bürger auch an Sonn- und Feiertagen absicherte.
Das Gebrauchtwarenhaus in Nordhausen ist die jüngste Einrichtung. Seit einem halben Jahr werden dort Möbel, Einrichtungsgegenstände und Kleidung für Sozialschwache und Bürger mit geringem Einkommen angeboten. Aus Anlass des achtjährigen Bestehens, veranstaltet der Lift e.V. dort einen "Tag der offenen Tür". Am 14. Oktober sind alle Interessenten herzlich eingeladen. Die Schwerpunkte der Tätigkeit werden auch in Zukunft im sozialen Bereich liegen. Denn gerade die Kranken und Sozialschwachen brauchen Hilfe.
Planungsziele wurden von allen Goldenen-Aue-Gemeinden abgesegnet
Dietrich Beyse (CDU), seines Zeichens Bau- und Wirtschaftsdezernent der Nordhäuser Stadtverwaltung, hat heute die bisherigen Schritte des Planungsverbandes Goldene Aue-Windehausen verteidigt. Mit der Bauleitplanung, die derzeit in den zuständigen Verwaltungen (Heringen und Nordhausen) ausliegt, sei das demokratischste Verfahren gewählt worden. Interessierte Bürger hätten jederzeit die Möglichkeit, Einblick in den Unterlagen zu nehmen. Bei der derzeit ausliegenden Planung könnten Stellungnahmen abgegeben werden, die schließlich einer Abwägung unterzogen würden. Das Ziel des Verbandes, Baurecht zu schaffen, werde auch in den kommenden Monaten anvisiert. Hier geht es nicht um Planungen für ein Gewerbegebiet, sondern für ein Industriegebiet. Hier sollen sich Unternehmen ansiedeln, die nicht in ein Gewerbegebiet, zum Beispiel mitten in der Stadt oder in einer Gemeinde, passen. Alle an der Planung beteiligten Kommunen, auch Urbach, hätten sich zum Planungsziel bekannt, stellte Beyse heraus (siehe auch nnz weiter unten).
Sollte es zwischen Bielen und Urbach nicht möglich sein, ein derartiges Industriegebiet anzubieten, dann könnten sich Unternehmen in der Nähe von Heiligenstadt ansiedeln. Nach Informationen der Stadtverwaltung gebe es in und um Heiligenstadt keinen Widerstand gegen solche Pläne. Bislang habe der Standort Goldene Aue jedoch die Priorität in Nordthüringen.
Sollten sich Unternehmen in der Goldenen Aue ansiedeln, dann könne die gesamte Region davon profitieren. Produzierende Unternehmen arbeiten heutzutage nach derart hohen Umweltstandards, daß es zu keiner Belästigung oder gar Schädigung von Menschen kommen werden. Eines sei jedoch klar, in einem besiedelten Industriegebiet könne man keine grünen Wiesen, sondern eben Gebäude und eventuell auch Schornsteine erwarten.
Klaus Wahlbuhl (SPD): Kleines aber feines Rolandsfest im nächsten Jahr
Im kommenden Jahr soll in Nordhausen ein kleines und feines Rolandsfest gefeiert werden. Das kündigte heute Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) gegenüber nnz an. Eine derartige Mammutveranstaltung wie in diesem Jahr könne man aus finanziellen Aspekten nicht erwarten.
Das Rolandsfest werde in der Stadt bleiben, abgesehen von einigen spezifischen Veranstaltungen im Gehege. Schwerpunkt des nächsten Festes werde der Bereich um den Bahnhofsvorplatz sein. Hier soll dann die Verbindung zur ersten Begleitmaßnahme für die Landesgartenschau hergestellt werden. Mit dem Rolandsfest, so sehen es die Planungen vor, soll der dann umgestaltete Bahnhofsvorplatz seiner Bestimmung übergeben werden.
Derzeit verhandelt die Stadtverwaltung Nordhausen mit drei Veranstaltern. Noch in dieser Woche soll der den Zuschlag erhalten, der sowohl inhaltlich als auch finanziell das beste Angebot abgegeben hat.
Etwas pompöser auch aus finanzieller Sicht - soll das Rolandsfest im Jahr 2002 ausgestattet werden. Dann feiert Nordhausen den 1075. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 927.
Landrat Joachim Claus weist SPD-Vorwürfe entschieden zurück
Für Landrat Joachim Claus (CDU) sind die Äußerungen der SPD-Kreistagsfraktion in der nnz schon ein bischen derb. Deren Vorsitzende Dagmar Becker hatte dem Landrat bei der Besetzung der Stelle der beiden hauptamtlichen Beigeordneten quasi eine Verschleppungstaktik vorgeworfen. Gleichzeitig hatte Becker behauptet, daß der Landrat einen Einblick in Akten verhindern will und brachte den Untersuchungsausschuß zum Verkauf des alten Gaswerksgeländes ins Spiel.
Joachim Claus machte gegenüber nnz deutlich, die SPD-Fraktion es war, die die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte. Während der jetzt laufenden Ermittlungen werde er sich nicht äußern. Wie die Mühlhäuser Behörde ihm mehrfach mitgeteilt hatte, seien Ergebnisse nicht vor Jahresende zu erwarten. Das wissen die Fraktionen im Kreistag und vor allem der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, übrigens ein Mitglied der SPD-Fraktion so Claus weiter.
Hinsichtlich der Beigeordnetenwahl warte Claus immer noch auf eine Antwort vom Landesverwaltungsamt Weimar. Wenn dieses vorliege, dann werde er in Abstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag sofort eine Kreisausschußsitzung einberufen.
Claus habe überhaupt keine Angst vor der Zusammenarbeit mit einem Beigeordneten, der nicht der CDU angehört. Im Gegenteil, ein parteiübergreifendes Arbeiten sei für ihn immer noch sehr reizvoll. Hier lobte er vor allem die konstruktive Arbeit mit dem ehrenamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung, Winfried Theuerkauf (SPD).
Preuße stand vor Nordhäuser Amtsgericht Geldstrafe wegen Beleidigung
Für BILD-Reporter Hans-Peter Wolff war der heutige Montag ein ganz besonderer Tag. Er fotografierte vor dem Nordhäuser Amtsgericht eine fast komplette Regierungsmannschaft. Zwar nicht die aktuelle Bundesregierung, dafür aber die fast vollständige Riege der Preußischen Reichsregierung.
Hintergrund dieses wohl einmaligen Fototermins war eine Verhandlung am Amtsgericht Nordhausen gegen den Staatssekretär und Sonderbevollmächtigten der preußischen Regierung, Carsten B. Der hohe Beamte aus Berlin mußte sich vor dem Gericht wegen plumpen Siegelbruchs und simpler Beleidigung verantworten. Er und seine Kumpane treiben seit einiger Zeit ihr regierungstechnisches Unwesen im Landkreis, da sie die Region um Rothesütte als preußischen Besitz betrachten. Da wurden Baugenehmigungen erteilt und - der Aberwitz daran nach diesen Genehmigungen wurde auch um und ausgebaut.
Das allerdings konnte das Landratsamt nicht hinnehmen und versiegelte die Gebäude. Bei einer Nachkontrolle wurde einer der Mitarbeiter des Landratsamtes von Carsten B. als Stasi-Spitzel beschimpft. Hierauf stellte dieser Strafantrag, über den heute verhandelt wurde. Gleichzeitig wurde auch wegen Siegelbruch verhandelt. In diesem Punkt mußte der Angeklagte freigesprochen werden, da ihm die unmittelbare Mitwirkung nicht nachgewiesen werden konnte. Für den Stasi-Spitzel sprach das Amtsgericht ein Geldstrafe von 1.200 Mark aus.
Das Urteil wurde vom Angeklagten nicht anerkannt, weil für ihn einzig das Landgericht Großberlin zuständig sei. Das Verfahren vor dem Amtsgericht wurde von einem Polizeiaufgebot sekundiert, im Verhandlungsraum nahm eine Schulklasse Platz, aber auch die Preußische Regierung war zugegen. Ein Bild, das eigentlich an Komik kaum zu überbieten ist, das aber doch unter einem mittlerweile ernst zu nehmenden Hintergrund betrachtet werden muß. So wurde der Landrat des Landkreises Nordhausen in jüngster Zeit mehrfach aufgefordert, sich in einem Internierungslager zu melden. Auch ein Todesurteil soll es gegen Joachim Claus schon gegeben haben. Seit dieser Zeit werden merkwürdige Besucher des Landratsamtes unter die Lupe genommen und wird eingehende Post genau kontrolliert.
BILD-Reporter Hans-Peter Wolff hat sein Staatsfoto längst der digitalen Kamera entlockt. Und wer sich die Preußische Regierung in ihrer vollständigen Borniertheit ansehen will, der kann das morgen auf der Thüringen-Seite von BILD tun.
