Rettung in letzter Sekunde? (1)
Donnerstag, 26. Mai 2005, 11:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Gestern noch sah es wie 5 nach 12 für die evangelische Grundschule in Nordhausen aus. Jetzt könnten sich die Zeiger der imaginären Uhr auf 5 vor 12 zurückdrehen. Die nnz mit den neuesten Entwicklungen in einem Knäuel von Zuständigkeiten und Abwiegelungen.
Von der evangelischen Grundschule als kirchenpolitisches Opfer berichtete gestern exklusiv die nnz. Daran hat sich im Grunde genommen auch nicht viel geändert. Neu hingegen ist die Tatsache, daß der Kreiskirchenrat gestern in Bleicherode mehrheitlich beschlossen hatte, der evangelischen Grundschule im Falle des Weiterbestehens für drei Jahre jeweils 15.000 Euro aus Mitteln des Kirchenkreises zur Verfügung zu stellen.
Damit wäre angesichts des Entgegenkommens der Stadt Nordhausens in punkto Schulgebäude sowie der Klosterkammer Hannover, die ebenfalls bereit sei, sich weiterhin finanziell zu engagieren ein ausgeglichener Haushalt möglich. Laut Aussage der Oberbürgermeisterin sei die Stadt Nordhausen bereit, der Evangelischen Grundschule ein geeignetes Schulgebäude zur Verfügung zu stellen. Das könnte eventuelle das Haus in der Domstrasse sein. Doch genau für dieses Objekt liegt jetzt eine neue Nutzungsabsicht des Jugendsozialwerkes vor. Die Christen sind trotzdem optimistisch: "Angesichts dieser deutlich verbesserten Situation bekräftigen wir unsere Forderung an das Kollegium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland den Schließungsbeschluss umgehend zurück zu nehmen", so Superintendent Michael Bornschein im Gespräch mit der nnz.
Aber der Kirchenmann weiß auch, dass damit die Schule nicht gerettet ist. Noch druckfrisch ist nämlich der Schließungsbeschluß durch eben dieses Kollegium vom Dienstag dieser Woche. Der ist so frisch, dass er nicht mal dem Pressesprecher in Magdeburg vorliegt. Und genau so vertrackt ist die Situation im Allgemeinen. Eigentlich befindet sich die Grundschule auf dem Hoheitsgebiet der Kirchenprovinz Sachsen mit Sitz in Magdeburg, Träger ist jedoch die Landeskirche Thüringen. Beide kirchlichen Gremien vereinen sich derzeit zur Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. Und genau in dieses Fusionsräderwerk hineingeraten ist die Schule in Nordhausen.
Die mangelnde Affinität der Nordhäuser Einrichtung bei den Kircheoberen scheint seit ihres Bestehens hausgemacht. Viel größer ist in Eisenach zum Beispiel die Aufmerksamkeit hinsichtlich Einrichtungen in Mühlhausen zum Beispiel, die liegen ja auch im eigenen Gebiet. Jetzt soll auch in Südthüringen eine evangelische Grundschule gegründet werden.
Zwar gab es hier in Nordhausen einen Förderverein, doch der hatte nie die finanzielle Kraft, auch nicht die kirchenpolitische Lobby, um an den ganz großen Hebeln zu drehen. Und dann muß bei kritischer Betrachtung auch die Rolle des hiesigen Kirchenkreises und der einst Agierenden hinterfragt werden. Gab es da immer die notwendige Unterstützung? Lag es nur daran, daß ein Kirchenkreis nach geltendem Recht der Kirchenprovinz Sachsen kein Träger einer Schule sein darf? Petra Gunst, die Präsidentin der Kreissynode Südharz, ist für die nnz jedenfalls seit zwei Tagen nicht zu sprechen.
Jetzt sollen alle Hoffnungen auf dem Kollegium liegen, das mal in Eisenach, mal in Magdeburg tagt. Das hatte gestern verlautet, es liege jetzt alles in den Händen des Kirchenkreises. Der hat nun aber mit den 15.000 Euro vermutlich all das ausgereizt, was machbar war. Der Ball wurde quasi zurückgeworfen – nur wohin, das ist vermutlich die entscheidende Frage: Nach Magdeburg oder nach Eisenach? Der zuständige Dezernent Wagner ist derzeit nicht erreichbar, er ist beim Kirchentag in Hannover. Dort plaudert er vermutlich mit anderen Kollegen, wie vorzüglich die Fusion zwischen beiden Kirchen auch in punkto Bildung klappt...
Autor: nnzVon der evangelischen Grundschule als kirchenpolitisches Opfer berichtete gestern exklusiv die nnz. Daran hat sich im Grunde genommen auch nicht viel geändert. Neu hingegen ist die Tatsache, daß der Kreiskirchenrat gestern in Bleicherode mehrheitlich beschlossen hatte, der evangelischen Grundschule im Falle des Weiterbestehens für drei Jahre jeweils 15.000 Euro aus Mitteln des Kirchenkreises zur Verfügung zu stellen.
Damit wäre angesichts des Entgegenkommens der Stadt Nordhausens in punkto Schulgebäude sowie der Klosterkammer Hannover, die ebenfalls bereit sei, sich weiterhin finanziell zu engagieren ein ausgeglichener Haushalt möglich. Laut Aussage der Oberbürgermeisterin sei die Stadt Nordhausen bereit, der Evangelischen Grundschule ein geeignetes Schulgebäude zur Verfügung zu stellen. Das könnte eventuelle das Haus in der Domstrasse sein. Doch genau für dieses Objekt liegt jetzt eine neue Nutzungsabsicht des Jugendsozialwerkes vor. Die Christen sind trotzdem optimistisch: "Angesichts dieser deutlich verbesserten Situation bekräftigen wir unsere Forderung an das Kollegium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland den Schließungsbeschluss umgehend zurück zu nehmen", so Superintendent Michael Bornschein im Gespräch mit der nnz.
Aber der Kirchenmann weiß auch, dass damit die Schule nicht gerettet ist. Noch druckfrisch ist nämlich der Schließungsbeschluß durch eben dieses Kollegium vom Dienstag dieser Woche. Der ist so frisch, dass er nicht mal dem Pressesprecher in Magdeburg vorliegt. Und genau so vertrackt ist die Situation im Allgemeinen. Eigentlich befindet sich die Grundschule auf dem Hoheitsgebiet der Kirchenprovinz Sachsen mit Sitz in Magdeburg, Träger ist jedoch die Landeskirche Thüringen. Beide kirchlichen Gremien vereinen sich derzeit zur Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. Und genau in dieses Fusionsräderwerk hineingeraten ist die Schule in Nordhausen.
Die mangelnde Affinität der Nordhäuser Einrichtung bei den Kircheoberen scheint seit ihres Bestehens hausgemacht. Viel größer ist in Eisenach zum Beispiel die Aufmerksamkeit hinsichtlich Einrichtungen in Mühlhausen zum Beispiel, die liegen ja auch im eigenen Gebiet. Jetzt soll auch in Südthüringen eine evangelische Grundschule gegründet werden.
Zwar gab es hier in Nordhausen einen Förderverein, doch der hatte nie die finanzielle Kraft, auch nicht die kirchenpolitische Lobby, um an den ganz großen Hebeln zu drehen. Und dann muß bei kritischer Betrachtung auch die Rolle des hiesigen Kirchenkreises und der einst Agierenden hinterfragt werden. Gab es da immer die notwendige Unterstützung? Lag es nur daran, daß ein Kirchenkreis nach geltendem Recht der Kirchenprovinz Sachsen kein Träger einer Schule sein darf? Petra Gunst, die Präsidentin der Kreissynode Südharz, ist für die nnz jedenfalls seit zwei Tagen nicht zu sprechen.
Jetzt sollen alle Hoffnungen auf dem Kollegium liegen, das mal in Eisenach, mal in Magdeburg tagt. Das hatte gestern verlautet, es liege jetzt alles in den Händen des Kirchenkreises. Der hat nun aber mit den 15.000 Euro vermutlich all das ausgereizt, was machbar war. Der Ball wurde quasi zurückgeworfen – nur wohin, das ist vermutlich die entscheidende Frage: Nach Magdeburg oder nach Eisenach? Der zuständige Dezernent Wagner ist derzeit nicht erreichbar, er ist beim Kirchentag in Hannover. Dort plaudert er vermutlich mit anderen Kollegen, wie vorzüglich die Fusion zwischen beiden Kirchen auch in punkto Bildung klappt...
