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Bleicheröderin Celina Gries berichtet aus Australien

Grüße aus Down Under

Sonntag, 08. März 2020, 08:30 Uhr
Für ein Jahr arbeitet und lebt Celina Gries in Australien und will hier in der nnz über ihre Erlebnisse im Internationalen Freiwilligendienst am anderen Ende der Welt berichten. Heute beschreibt sie wie alles begann und ihren Alltag in der "Glennis School"...

Celina Gries (Foto: Celina Gries) Celina Gries (Foto: Celina Gries)
Celina Gries am australishcen Strand

Mehr als 10.000 Strände, eine Fläche fast so groß wie Europa, extreme Temperaturen bis zu 50°C, Heimat der weltweit giftigsten Tiere, Weihnachten bei 30°C im Hochsommer… all das ist Australien - der Rote Kontinent. Für die nnz berichtet die Bleicheröderin Celine Gries aus down under, wo sie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

16.000km von Deutschland entfernt lebe ich hier für ein Jahr. Mein Name ist Celina Gries und ich absolviere gerade einen Internationalen Freiwilligendienst in der Gartenstadt Toowoomba, eineinhalb Autostunden von Brisbane und zwei Stunden von der Ostküste entfernt.

Nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, fremde Kulturen, Lebensweisen, Traditionen, Essgewohnheiten und andere Sichtweisen kennenzulernen, all das war schon seit vielen Jahren mein Traum. Nach Recherchen bin ich schnell auf den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) gestoßen, welcher über Spenden finanziert wird.
Über die Organisation VIA lebe ich seit Juli 2019 mit drei weiteren Freiwilligen für 11 Monate in Australien. Unterkunft/ Verpflegung werden uns in der Schule gestellt und wir erhalten ein kleines monatliches Taschengeld. Meine Einsatzstelle ist die „Glennie School“ - eine christliche Mädchenschule, die von etwa 800 Schülerinnen im Alter von 5 bis 18 Jahren besucht wird. Die Schulgelände umfasst Kindergarten, Grundschule, High School, zwei Internatshäuser, Schwimm- und Sporthalle und sogar eine eigene Kapelle.

Ich wohne in einem kleinen sehr einfachen Zimmer im Boardinghaus (Internat). Es dauerte eine Weile bis ich mich eingelebt habe und mich im Arbeitsalltag zurechtfand. Herausfordernd waren außerdem die extremen klimatischen Bedingungen: Selbst im Winter können es 30°C werden; teilweise ist es sehr trocken oder es regnet eine ganze Woche lang ununterbrochen, sodass es zu Überflutungen kommt. Die Buschfeuer sind katastrophal und können großflächig nicht unter Kontrolle gebracht werden, wobei tausende Tiere ihr Leben verlieren.

Glennie Girls (Foto: Celina Gries) Glennie Girls (Foto: Celina Gries)
Glennis girls in ihren traditionellen Schuluniformen

Australien bedeutet auch ausgeprägte Landschaftsgegensätze, Spinnen, tote Kängurus am Straßenrand sowie riesige Kakerlaken (!). Australier sind gelassene Menschen und nehmen das Leben nicht so ernst.

Der Morgen beginnt immer mit Vegemite-Toast (eine Art Hefeextrakt). Insgesamt werden sehr fettige Speisen und vorwiegend Weißmehlprodukte verzehrt. Brot sucht man vergeblich. Montag und jeden zweiten Samstag und Sonntag habe ich frei. Dienstags bis freitags bin ich am Morgen entweder im Internat oder in der Vorschulbetreuung. Ab 8.45 Uhr helfe ich in der Grundschule beim Lesen, Schreiben und Rechnen, häufig auch im Kindergarten oder beim Sport- und Kunstunterricht. Zweimal in der Woche arbeite ich von 15:30 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 8-16 Uhr im Internat, kontrolliere die Zimmer auf Ordnung und Sauberkeit, führe Anwesenheitslisten oder überprüfe die Hausaufgaben. Ich begleite die Mädchen zum Essen, Shoppen, zum Sport oder sonstigen Aktivitäten. Freitags weicht mein Arbeitstag etwas ab: Erst einmal bin ich im “Tuckshop”– ein Kiosk, in dem ich Sandwiches, Salate oder Wraps zubereite. Am Nachmittag habe ich einen ganz besonderen Job, denn ich bin für die „Australian Army Cadets“ zuständig. Diese Jugendorganisation beschäftigt sich mit der Ausbildung und dem Verhalten im militärischen Umfeld. Dort lernen die Schülerinnen etwas über theoretische Inhalte der Ersten Hilfe, die australische Armee und deren Geschichte. Am Wochenende unternehmen wir mit den Kindern Parkspaziergänge, Kinobesuche, gehen shoppen, kochen, backen, besuchen Rugby-Spiele oder Freizeitparks. Die Arbeit ist sehr vielseitig und macht Spaß.

Australien (Foto: Celina Gries) Australien (Foto: Celina Gries)
Atemberaubende Landschaften bietet der Rote Kontinent

Das Highlight meines bisherigen Aufenthalts war die zweimonatige Reise in den australischen Sommerferien im Dezember/ Januar um den Kontinent, 13.000km entlang der Küste sowie durch das Outback. Ich habe unzählige Facetten dieses besonderen Kontinents kennengelernt und durfte den unvergesslichen Jahreswechsel mit dem beeindruckenden Feuerwerk und meinen Freunden in Sydney verbringen. Dazu könnt ihr in meinem kommenden Beitrag noch mehr erfahren.
Celina Gries

By the way:
Am Samstag, dem 28. März wird um 19.30 Uhr in der Nordhäuser Blasiikirche ein Benefizkonzert zugunsten des Victoria Bushfire Appeal von internationalen Künstlern durchgeführt. Karten gibt es für 20 Euro im Buchhaus Rose
Autor: red

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