Es war einmal
Montag, 23. Mai 2005, 08:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Eigentlich sollte Journalismus aus dem Zusammentragen von Fakten bestehen. An dieser Stelle will die nnz mal anders vorgehen. Es wird eine fiktiv-investive Geschichte erzählt.
Es war einmal: Anfang der 90er Jahre. Da kamen sie in Heerscharen aus dem Westen – die Investoren. Einige haben auch in Nordhausen Spuren hinterlassen. Zum Beispiel im Areal an der Bäckerstrasse. Dass es auch anders ging, das zeigte die Südharz-Galerie. Sie ist aus dem Einkaufsleben dieser Stadt und der Region nicht mehr wegzudenken.
Doch die Rolandstadt hat einige Probleme, wie übrigens fast alle anderen Kommunen in Thüringen auch: Den Landkreis Nordhausen verlassen jährlich 1.000 Menschen, die Kaufkraft schwächt sich immer weiter ab. Alles Fakten, die seit Jahren bekannt sind und mit denen sich nicht nur Politiker, sondern auch wirtschaftlich denkende Menschen beschäftigen. Das sind Investoren. Auch die Gebrüder Rossing gehören dazu. Soweit die Realität, jetzt die Fiktion.
In Nordhausen soll mitten in der neuen Mitte was richtig Schickes entstehen. Ein Einkaufszentrum – ähnlich wie am anderen Pol, am Bahnhof - sollte das Tor zur Altstadt werden. Die alte Polizei sollte verschwinden und Einkaufsgelegenheiten aus Glas, Marmor und Beton an diese Stelle rücken. Zwei Investoren gab es, den Zuschlag erhielten die Bekannten. Und spätestens nach der Entscheidung des Stadtrates für die Bad Hersfelder begann auch das große Überlegen. Das war einmal vor vielen Jahren – fast so wie im Märchen.
Im Stadtrat und in der Verwaltung war man inoffiziell immer ein wenig misstrauisch, offiziell hieß es: Man verhandele weiter mit den Investoren. Erst sollte sich ein Kaufhaus in der Arkaden niederlassen, jetzt will nicht einmal Tegut in die neue Mitte. Die fiktive Geschichte, die hier aufgeschrieben wird, erhielt Ende der vergangenen Woche ein weiteres Kapitel hinzu: Der Investor sei abgesprungen, wurde in den Straßen der Altstadt erzählt. Doch im Nordhäuser Rathaus bleibt man beim Bekannten: Es wird weiter verhandelt. Vielleicht aber sind auch das nur Ausreden, vielleicht wird in der von der nnz hier erfundenen Geschichte auch schon längst anders geplant? Der Abriß wird kommen, man könnte ja Städtebau-Fördermittel beantragen, dann wird das hässliche Polizeigebäude verschwinden, das Areal wird schöner. Was mit den leeren Wohngebäuden von SWG und WBG geschieht, dass muss vermutlich der Stadtrat entscheiden.
Und die Investorengruppe aus Bad Hersfeld könnte das Spiel zu Ende gebracht haben. Denn, mal ehrlich, was hier in Nordhausen Realität werden sollte, das kann man doch eigentlich nur in ein Märchen packen. Zwei Einkaufszentren, die nicht im Wettbewerb stehen dürfen, die beide gleiche Strukturen im Innern haben sollen, die beide vermietet werden sollen, die den gleichen Personen gehören? Märchenhaft für Investoren, wenn das Märchen ein Happy End haben würde. Aber moderne Märchen haben das noch höchst selten. Und so konnte bislang wenigstens ein Mitbewerber für die Fläche in der Mitte märchenhaft abgewehrt werden.
Wie schon eingangs gesagt: Das ist eine rein fiktive Geschichte, die mit den realen Welten in und um Nordhausen rein gar nichts zu tun hat. Es hat sich der Investor nicht zurückgezogen, es wird weitere Gespräche geben. Und so könnte der Titel dieses Märchens – angelehnt an einen großen Antikriegsroman – denn auch nach mehr als zwei Jahren lauten: In Nordhausen nichts Neues!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEs war einmal: Anfang der 90er Jahre. Da kamen sie in Heerscharen aus dem Westen – die Investoren. Einige haben auch in Nordhausen Spuren hinterlassen. Zum Beispiel im Areal an der Bäckerstrasse. Dass es auch anders ging, das zeigte die Südharz-Galerie. Sie ist aus dem Einkaufsleben dieser Stadt und der Region nicht mehr wegzudenken.
Doch die Rolandstadt hat einige Probleme, wie übrigens fast alle anderen Kommunen in Thüringen auch: Den Landkreis Nordhausen verlassen jährlich 1.000 Menschen, die Kaufkraft schwächt sich immer weiter ab. Alles Fakten, die seit Jahren bekannt sind und mit denen sich nicht nur Politiker, sondern auch wirtschaftlich denkende Menschen beschäftigen. Das sind Investoren. Auch die Gebrüder Rossing gehören dazu. Soweit die Realität, jetzt die Fiktion.
In Nordhausen soll mitten in der neuen Mitte was richtig Schickes entstehen. Ein Einkaufszentrum – ähnlich wie am anderen Pol, am Bahnhof - sollte das Tor zur Altstadt werden. Die alte Polizei sollte verschwinden und Einkaufsgelegenheiten aus Glas, Marmor und Beton an diese Stelle rücken. Zwei Investoren gab es, den Zuschlag erhielten die Bekannten. Und spätestens nach der Entscheidung des Stadtrates für die Bad Hersfelder begann auch das große Überlegen. Das war einmal vor vielen Jahren – fast so wie im Märchen.
Im Stadtrat und in der Verwaltung war man inoffiziell immer ein wenig misstrauisch, offiziell hieß es: Man verhandele weiter mit den Investoren. Erst sollte sich ein Kaufhaus in der Arkaden niederlassen, jetzt will nicht einmal Tegut in die neue Mitte. Die fiktive Geschichte, die hier aufgeschrieben wird, erhielt Ende der vergangenen Woche ein weiteres Kapitel hinzu: Der Investor sei abgesprungen, wurde in den Straßen der Altstadt erzählt. Doch im Nordhäuser Rathaus bleibt man beim Bekannten: Es wird weiter verhandelt. Vielleicht aber sind auch das nur Ausreden, vielleicht wird in der von der nnz hier erfundenen Geschichte auch schon längst anders geplant? Der Abriß wird kommen, man könnte ja Städtebau-Fördermittel beantragen, dann wird das hässliche Polizeigebäude verschwinden, das Areal wird schöner. Was mit den leeren Wohngebäuden von SWG und WBG geschieht, dass muss vermutlich der Stadtrat entscheiden.
Und die Investorengruppe aus Bad Hersfeld könnte das Spiel zu Ende gebracht haben. Denn, mal ehrlich, was hier in Nordhausen Realität werden sollte, das kann man doch eigentlich nur in ein Märchen packen. Zwei Einkaufszentren, die nicht im Wettbewerb stehen dürfen, die beide gleiche Strukturen im Innern haben sollen, die beide vermietet werden sollen, die den gleichen Personen gehören? Märchenhaft für Investoren, wenn das Märchen ein Happy End haben würde. Aber moderne Märchen haben das noch höchst selten. Und so konnte bislang wenigstens ein Mitbewerber für die Fläche in der Mitte märchenhaft abgewehrt werden.
Wie schon eingangs gesagt: Das ist eine rein fiktive Geschichte, die mit den realen Welten in und um Nordhausen rein gar nichts zu tun hat. Es hat sich der Investor nicht zurückgezogen, es wird weitere Gespräche geben. Und so könnte der Titel dieses Märchens – angelehnt an einen großen Antikriegsroman – denn auch nach mehr als zwei Jahren lauten: In Nordhausen nichts Neues!
Peter-Stefan Greiner
