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Der Sicherheitsrat

Donnerstag, 19. Mai 2005, 13:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Zusammenschlüsse von Gemeinden will das Land Thüringen fördern. Diese pekuniäre Verlockung hinterläßt zumindest bei den Gemeinden im Landkreis Nordhausen kaum Spuren.


Es ist nicht etwa so, daß Kommunen hierzulande nicht auf Mehr-Geld angewiesen sind, einen „geförderten“ Zusammenschluß lehnen viele von ihnen jedoch ab. Eine Gemeinde ist zum Beispiel Kraja. Der Ort wird seit Jahren von Bleicherode „erfüllt“ und hat aktuell keinen Bürgermeister. Dafür aber einen Gemeinderat und der hat sich gegen eine Eingemeindung nach Bleicherode ausgesprochen. Die Krajaer Gemeinderäte wollen lieber wieder einen eigenen Bürgermeister statt einer satten Prämie vom Land.

Kraja ist vermutlich kein Einzelfall, auch in den anderen Gemeinde wird geredet. Wenigstens das wird gemacht. Doch das Ergebnis ist fast unisono: Man befinde sich in einer „Beratungs- und Findungsphase“, man sei „verunsichert“ und dann kommt der Ausreden-Hammer: Es solle erst eine Kreisgebietsreform durchgezogen werden, wohl wissend, dass das nicht vor 2009 passieren wird. Vermutlich will man in einigen kleinen aber wichtigen Orten erst die Aufnahme Deutschlands in den UN-Sicherheitsrat abwarten, ehe man auf einen eigenen Bürgermeister verzichtet.

Und dann schlagen sich die Mitglieder des Gemeinde- und Städtebundes auch noch symbolisch ins eigene Gesicht. Sie meinen doch allen Ernstes, das zugesagt finanzielle Zuschüsse aus Sicht des Vorstandes nicht immer sinnvoll verwendet werden. Von den Gemeinden!!!
Autor: nnz

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