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Gerettet

Mittwoch, 18. Mai 2005, 22:11 Uhr
Großfurra (nnz). Seine Geschwister waren längst aus dem Nest, aber dieser junge Kolkrabe kam nicht hinterher. Beim Nestbau verwendeter Zivilisationsmüll hatte sich in seinen Krallen verfangen. Heute fand eine ungewöhnliche Rettungsaktion statt.

Gerettet (Foto: nnz) Gerettet (Foto: nnz) Rüdiger Neitzke klettert für sein Leben gern. Einige kennen ihn vom Peterstein, dem Felsen auf dem Petersberg. Am Mittwoch Vormittag erreichte ihn ein Anruf der unteren Naturschutzbehörde mit einem ungewöhnlichen Anliegen. Ob er einen in seinem Nest gefangenen, hilflosen Kolkraben retten könne, wurde er gefragt. „Versuchen kann ich es.“ Meinte der Kletterer. Nach Feierabend brach er gemeinsam mit Herbert Buchholz vom Verein Nordhäuser Ornithologen aus.

In einem Wäldchen hinter Kleinwenden, in der Nähe von Großfurra entdeckten sie das Rabennest. Der Jungvogel saß noch darin und versuchte zu fliegen, es gelang ihm nicht. Die Altvögel fütterten und bewachten ihn noch.

Rüdiger Neitzke stieg in seinen Klettergurt und versuchte mittels dreier Bandschlingen in 26 Meter Höhe zu gelangen. Dort befindet sich das Nest. Nach über einer Stunde erreichte er es und konnte das Tier mühevoll befreien.

Der Kolkrabe war mindestens seit Pfingstmontag in einem Netz aus Kunststoff verfangen, welches die Vögel beim Nestbau mit verwendet hatten. Ornithologe Herbert Buchholz wird ihn in eine Aufzuchtstation bringen und dort versogen lassen. Er ist sich sicher, daß die Verletzungen an Flügeln und Krallen wieder verheilen werden. Das Tier hatte sich diese vermutlich selbst bei seinen Befreiungsversuchen zugezogen. Wäre es nicht dem Hobby-Ornithologen Christian Schaffner aus Großfurra aufgefallen, hätte der junge Kolkrabe verenden müssen.
Autor: wf

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