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Neustadt

Pflegeeinsatz auf der Streuobstwiese

Freitag, 07. Februar 2020, 12:29 Uhr
Das Hotspot-Projekt „Gipskarst Südharz – Artenvielfalt erhalten und erleben“ in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbandes Südharz/Kyffhäuser plant mit Unterstützung des Naturparks Südharz einen freiwilligen Landschaftspflegeeinsatz zur Pflege und Aufwertung einer naturschutzfachlich besonders wertvollen Streuobstwiese am Rosenteich bei Neustadt...

Am Freitag, den 28. Februar, sind interessierte Helferinnen und Helfer zwischen 13:00 und 16:00 Uhr herzlich eingeladen, auf dieser Fläche, die zum Beispiel Grünspechten, Neuntötern und Zauneidechsen geeigneten Lebensraum bietet, einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz in der Gipskarstlandschaft des Südharzes zu leisten.

Unter fachkundiger Anleitung sollen Sträucher manuell entfernt und das Schnittgut zusammengetragen werden. Bei der gemeinsamen Arbeit können sich die Teilnehmenden über das Thema Landschaftspflege und Naturschutz austauschen.

Streuobstwiesen sind als thüringenweit gesetzlich geschützte Biotope von unschätzbarem Wert für die Artenvielfalt sowohl im Pflanzen- als auch im Tierreich. In der alten Kulturlandschaft des Südharzer Zechsteingürtels, des größten und bedeutendsten Gipskarstgebietes Mitteleuropas, stellen sie ein wichtiges landschaftsprägendes Element dar.
Abhängig von der menschlichen Nutzung und Pflege liefern sie einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz, sei es als Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna oder als Hort alter Obstsorten.

Auf der Streuobstwiese bei Neustadt wird zum Arbeitseinsatz geladen (Foto: Dr. Kathleen Prinz) Auf der Streuobstwiese bei Neustadt wird zum Arbeitseinsatz geladen (Foto: Dr. Kathleen Prinz)

In der mosaikartigen Landschaft des Südharzer Gipskarstes mit vielen kleinräumigen Nischen weisen Streuobstwiesen trockene und feuchte Standorte, lichte Stellen und Schatten, krautige Fluren und Grasflächen sowie offene oder durch Schnittgut verdeckte Flächen auf und bieten damit Lebensräume für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Insekten und Vögel, Spinnen und Amphibien finden je nach Art und Standort auf Streuobstwiesen Sommer- und Winterquartiere, Gräser und blühende Kräuter dienen auch als Grundlage für eine extensive Beweidung.
Der Bestand an Streuobstwiesen ist heute stark gefährdet, besonders durch Nutzungsaufgabe und darauffolgende zunehmende Verbuschung. Pflege und Erhaltung bestehender Streuobstwiese sind von großer Bedeutung für den Naturschutz. In der Gipskarstregion des Südharzes gibt es dazu bereits Bestrebungen zur Betreuung einiger Flächen durch Vereine, Verbände sowie Privatinitiativen.

Nähere Informationen zu Anfahrt, Ablauf und Organisation erteilt das Hotspot-Team von Montag bis Freitag zwischen 7:00 und 16:00 Uhr unter 03631 / 4966978 oder hotspot-suedharz@lpv-shkyf.de, einsehbar sind diese sowie eine Anfahrtsskizze auch unter www.hotspot-gipskarst.de.

Werkzeuge und Schutzhandschuhe werden gestellt, eigene Arbeitsschutzkleidung wird empfohlen. Die Veranstalter laden im Anschluss an die Arbeit zu einem kleinen Imbiss ein, der Inhaber der Wiese bietet allen Helferinnen und Helfern gern an, im Sommer Obst für den Privatverbrauch auf der bearbeiteten Streuobstwiese zu ernten.

Träger des Hotspot-Projektes ist der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser unter dem Vorstandsvorsitzenden Egon Primas. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN), die Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT) und dem Landkreis Nordhausen.
Autor: red

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