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nnz-Forum: Nachhilfe

Freitag, 13. Mai 2005, 06:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Das Thema „Nobas“ wird derzeit in der nnz diskutiert. In einem Beitrag aus einer Unternehmensberatung wurden die Gewerkschaft massiv angegriffen. Die „schlagen“ jetzt zurück.


Die Ausführungen und Auffassungen der Unternehmensberater aus dem Hause Beuthel & Scholz zum Thema NOBAS Nordhausen können so nicht unkommentiert stehen gelassen werden. Sie lassen nur zwei Schlüsse zu: 1. Die Verfasser sind grundsätzlich gewerkschaftsfeindlich eingestellt oder 2. Sie haben Defizite in deutscher Gesellschaftskunde.

Zu 1.
Eine solche Auffassung ist nicht neu. Die Vergangenheit und Gegenwart haben allerdings gezeigt, dass Gewerkschaften ein unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft sind und diese sehr wohl in der Lage sind mit Augenmaß Verhandlungen zu führen mit für beide Seiten zufrieden stellenden und akzeptablen Ergebnissen. Sie sind fest in der Gesellschaft verankert und auch die demokratischen Parteien haben nicht ohne Grund eigene Arbeitnehmerorganisationen in den Parteistrukturen geschaffen, so wie die CDU mit der CDA und die SPD mit der AfA.

Zu 2.
Es ist ein in Deutschland im Grundgesetz verankertes Recht der Menschen sich in Gewerkschaften zu organisieren und, wenn sie es möchten auch deren Hilfe, Rat und Beistand in Anspruch zu nehmen. Genau so selbstverständlich ist es auch, dass sich Arbeitgeber in Arbeitgeberverbänden organisieren. Und ebenso selbstverständlich ist es auch, dass sich Unternehmen Unternehmensberaterfirmen bedienen um Optimierungs- und Rationalisierungsmöglichkeiten zu ermitteln, auszuloten und umzusetzen. Nicht das die Unternehmen dies nicht selbst könnten, aber es birgt eine gewisse unternehmerische, gesellschaftlichen und auch menschliche Brisanz in sich. Die Unternehmensberatungsgesellschaft ist nach einiger Zeit aus dem Unternehmen wieder verschwunden, die Unternehmensleitung aber und zumindest ein Teil der Belegschaft sind weiterhin im Unternehmen und müssen auch weiterhin im täglichen Umgang miteinander auskommen. Viele Beraterfirmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst, nehmen diese auch wahr und leisten für die Unternehmen und deren Beschäftigte eine absolut gute Arbeit. Andere arbeiten und verhalten sich so, wie es erst vor wenigen Tagen ein bekannter und anerkannter Politiker in unserem Lande dargestellt hat.

Auf jeden Fall sind die Möglichkeiten, das sich beide Seiten unterstützen und helfen lassen können dazu geeignet auf beiden Seiten eine "Waffengleichheit" herzustellen. Wenn dies von beiden Seiten akzeptiert und gelebt wird, dann kommen am Ende auch Ergebnisse heraus, bei denen sich alle Beteiligten auch danach noch offen in die Augen sehen können. Und ich hoffe und wünsche mir, dass dies auch im Fall des Nordhäuser Traditionsunternehmens NOBAS der Fall sein wird.
Andreas Wieninger, DGB Kreisvorsitzender Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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