Besuch am Nordhäuser Industrieweg
Ein Dreibein steht immer stabil
Donnerstag, 06. Februar 2020, 18:00 Uhr
Gegenstände auf drei Beinen können nicht wackeln. Das ist nicht nur bei Stühlen und Tischen so, sondern auch bei Unternehmen. Dazu ein Bespiel aus Nordhausen...
Streckensanierungsarbeiten im Bergwerk Bleicherode (Foto: Schachtbau Nordhausen GmbH)
Streckensanierungsarbeiten im Bergwerk Bleicherode
"Für unsere Schachtbau Gruppe war 2019 ein außerordentlich erfolgreiches Jahr. Das belegen nicht nur die 5
140 Millionen Euro an erwirtschaftetem Umsatz, sondern das belegt auch ein Blick auf die abgeschlossenen Projekte im In- und Ausland", sagt Michael Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung des traditionsreichen Nordhäuser Unternehmens.
Nicht ohne Stolz erwähnt Seifert zudem den Besuch von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier im März vergangenen Jahres. "Das hat uns schon stolz gemacht", sagt Seifert und ergänzt, dass solch ein Besuch natürlich auch eine Form der Wertschätzung der Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei. Ableitend daraus konnte eine Schachtbau-Delegation, zu der auch auch Mitglieder des Bergmannsvereins gehörten, am Sommerfest des Bundespräsidenten in Berlin teilnehmen.
Nach der Strukturanpassung vor nunmehr fast fünf Jahren, bei der man sich vom Biogasgeschäft verabschiedet hatte, stehen die drei Säulen der Schachtbau Gruppe (Bergbau/ Anlagentechnik/Maschinenbau sowie Stahlbau und Bau) auf soliden Füßen. Die Nordhäuser sind damit das einzige unter 110 Unternehmen innerhalb der Bauer Gruppe, das in deren drei Bereichen (Bau, Maschinen und Resources) "unterwegs" ist.
Besonders stolz ist Michael Seifert auf das Engagement des Unternehmens in Kasachstan. Das betrifft nicht nur die Lösung von anspruchsvollen bergmännischen Aufgaben in mehr als 940 Meter Teufe, sondern auch die Perspektive, die sich in diesem Land für Schachtbau ergibt. Seifert dazu: "Wir reden hier über einen Zeitraum von rund 25 Jahren."
Nicht wegzudenken ist darüber hinaus die Expertise der Nordhäuser beim Bau eines Pumpenwerkes bei Oberhausen, das mithelfen soll, die Emscher als ehemals dreckigsten Fluss Deutschlands zu einem sauberen Gewässer zu machen. Aber auch beim Tiefseebergbau sowie bei der Lösung von geologischen Problemen an Wasserkraftwerken in Bhutan sind die Schachtbauer aus der Rolandstadt ein gefragter Partner.
Maschinentechnische Ausrüstung (Foto: Schachtbau Nordhausen GmbH)
Maschinentechnische Ausrüstung der Kläranlage Waßmannsdorf bei Berlin
Mit einem exzellenten Auftragsstatus aus dem Vorjahr im Rücken blickt Michael Seifert optimistisch auf dieses Jahr. Auf dem "Auftragszettel" zu finden sind zum Beispiel Großkläranlagen in Hamburg und Berlin, Wasserbehandlungsanlagen im Bereich der Wismut oder drei Verwahrungen von Schächten. Nicht zu vergessen weitere Brückensanierungen im Westen der Republik.
900 Frauen und Männern gibt die Schachtbau Gruppe Arbeit, darunter insgesamt 83 Auszubildende. "Wir wollen den Fachkräftemangel nicht dramatisieren, wir bekommen immer noch gute Leute", konstatiert der Geschäftsführer und führt dennoch ein zunehmendes Problem an: Das Bildungsniveau der Lehrlinge lässt immer mehr zu wünschen übrig. Das will Seifert nicht als Kritik an den Lehrern verstanden wissen. Für ihn ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem, bei dem Politik, aber vor allem auch die Elternhäuser als "Verursacher" auftreten.
Doch bange ist Michael Seifert nicht. "Wir gucken auf die nächsten fünf Jahre und stecken dabei die Schwerpunkte der weiteren Entwicklung unseres Unternehmens ab. Im Fokus steht dabei der Ausbau des Auslandsgeschäfts." Weitere Auftraggeber warten in Kasachstan. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit sind die Nordhäuser Schachtbauer auf Aufbau einer schweißtechnischen Ausbildungsstätte in der Mongolei beteiligt...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Streckensanierungsarbeiten im Bergwerk Bleicherode (Foto: Schachtbau Nordhausen GmbH)
Streckensanierungsarbeiten im Bergwerk Bleicherode"Für unsere Schachtbau Gruppe war 2019 ein außerordentlich erfolgreiches Jahr. Das belegen nicht nur die 5
140 Millionen Euro an erwirtschaftetem Umsatz, sondern das belegt auch ein Blick auf die abgeschlossenen Projekte im In- und Ausland", sagt Michael Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung des traditionsreichen Nordhäuser Unternehmens.
Nicht ohne Stolz erwähnt Seifert zudem den Besuch von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier im März vergangenen Jahres. "Das hat uns schon stolz gemacht", sagt Seifert und ergänzt, dass solch ein Besuch natürlich auch eine Form der Wertschätzung der Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei. Ableitend daraus konnte eine Schachtbau-Delegation, zu der auch auch Mitglieder des Bergmannsvereins gehörten, am Sommerfest des Bundespräsidenten in Berlin teilnehmen.
Nach der Strukturanpassung vor nunmehr fast fünf Jahren, bei der man sich vom Biogasgeschäft verabschiedet hatte, stehen die drei Säulen der Schachtbau Gruppe (Bergbau/ Anlagentechnik/Maschinenbau sowie Stahlbau und Bau) auf soliden Füßen. Die Nordhäuser sind damit das einzige unter 110 Unternehmen innerhalb der Bauer Gruppe, das in deren drei Bereichen (Bau, Maschinen und Resources) "unterwegs" ist.
Besonders stolz ist Michael Seifert auf das Engagement des Unternehmens in Kasachstan. Das betrifft nicht nur die Lösung von anspruchsvollen bergmännischen Aufgaben in mehr als 940 Meter Teufe, sondern auch die Perspektive, die sich in diesem Land für Schachtbau ergibt. Seifert dazu: "Wir reden hier über einen Zeitraum von rund 25 Jahren."
Nicht wegzudenken ist darüber hinaus die Expertise der Nordhäuser beim Bau eines Pumpenwerkes bei Oberhausen, das mithelfen soll, die Emscher als ehemals dreckigsten Fluss Deutschlands zu einem sauberen Gewässer zu machen. Aber auch beim Tiefseebergbau sowie bei der Lösung von geologischen Problemen an Wasserkraftwerken in Bhutan sind die Schachtbauer aus der Rolandstadt ein gefragter Partner.
Maschinentechnische Ausrüstung (Foto: Schachtbau Nordhausen GmbH)
Maschinentechnische Ausrüstung der Kläranlage Waßmannsdorf bei BerlinMit einem exzellenten Auftragsstatus aus dem Vorjahr im Rücken blickt Michael Seifert optimistisch auf dieses Jahr. Auf dem "Auftragszettel" zu finden sind zum Beispiel Großkläranlagen in Hamburg und Berlin, Wasserbehandlungsanlagen im Bereich der Wismut oder drei Verwahrungen von Schächten. Nicht zu vergessen weitere Brückensanierungen im Westen der Republik.
900 Frauen und Männern gibt die Schachtbau Gruppe Arbeit, darunter insgesamt 83 Auszubildende. "Wir wollen den Fachkräftemangel nicht dramatisieren, wir bekommen immer noch gute Leute", konstatiert der Geschäftsführer und führt dennoch ein zunehmendes Problem an: Das Bildungsniveau der Lehrlinge lässt immer mehr zu wünschen übrig. Das will Seifert nicht als Kritik an den Lehrern verstanden wissen. Für ihn ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem, bei dem Politik, aber vor allem auch die Elternhäuser als "Verursacher" auftreten.
Doch bange ist Michael Seifert nicht. "Wir gucken auf die nächsten fünf Jahre und stecken dabei die Schwerpunkte der weiteren Entwicklung unseres Unternehmens ab. Im Fokus steht dabei der Ausbau des Auslandsgeschäfts." Weitere Auftraggeber warten in Kasachstan. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit sind die Nordhäuser Schachtbauer auf Aufbau einer schweißtechnischen Ausbildungsstätte in der Mongolei beteiligt...
Peter-Stefan Greiner
